Ruhrpott einfach nicht lebenswert

Ruhrgebiet kassiert Klatsche in Städte-Ranking - ist die Kritik angbracht?

Ein Mann geht an dem ehemaligen Förderturm der Zeche Zollverein vorbei.
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Das Ruhrgebiet in NRW kommt in einer Studie über „Stadt als Marke“ richtig schlecht weg.

Die Städte in NRW und besonders im Ruhrgebiet sind alles, aber nicht lebenswert. Das sagt zumindest eine aktuelle Studie. Wie kommt es dazu?

NRW - Was für eine Klatsche für NRW (alle News aus NRW* auf RUHR24.de) und speziell für das Ruhrgebiet. In einer Studie über die „Stadt als Marke“ wurden die Städte im Ruhrgebiet so richtig abgewatscht, wie RUHR24.de* berichtet.

RegionRuhrgebiet
Einwohner5.112.050 Einwohner
Fläche4.435 km³

NRW: Ruhrgebiet kommt in Studie zu „Stadt als Marke“ richtig schlecht weg

Seit 2010 läuft beim Unternehmen Brandmeyer Markenberatung die Studie „Stadt als Marke“. In der Studie geht es um die Wahrnehmung von Städten in der Bevölkerung in diversen Themen wie Lebensqualität, Attraktivität, Gründe, um in diese Stadt zu ziehen, und Zukunftsaussichten.

Dazu sind laut Brandmeyer Markenberatung auch 2020 10.000 Menschen zu den 49 größten Städten, inklusive Schwerin (Haupstadt des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern), befragt worden. Auch wa.de berichtet über die Studie „Stadt als Marke“.

Studie zu Stadt als Marke: Zahlreiche Städte aus NRW und dem Ruhrgebiet dabei

Das Unternehmen weist darauf hin, dass die Studie nicht objektiv ist, sondern die subjektive Wahrnehmung der 10.000 Befragten widerspiegelt. Die 10.000 Befragten sind aus ganz Deutschland. „Die Umfrage ist für die Bundesrepublik repräsentativ und circa 20 bis 21 Prozent kommen aus dem Bundesland NRW, sagt Peter Pirck von der Brandmeyer Markenberatung GmbH & Co. KG gegenüber RUHR24.de.

Im sogenannten Markenstärke-Ranking schaffen es mit Köln (Platz 5) und Münster (Platz 9) nur zwei NRW-Städte in die Top-Ten. Düsseldorf folgt auf dem 15. Platz. Aachen (19.) und Bonn (27.) folgen mit Mittelfeld. Auf den Plätzen 35 bis 50 zeigt sich eine große Klatsche für das Ruhrgebiet, das aktuell zudem auch ein absoluter Corona-Hotspot (alle News zu Corona in NRW im Live-Ticker* auf RUHR24.de) ist.

NRW: Desaströses Ergebnis für die Städte im Ruhrgebiet in der Studie

Dortmund (35.), Mülheim/Ruhr (39.), Essen (40.), Bochum (42.), Hamm (43.), Hagen (45.), Oberhausen (48.), Gelsenkirchen (49.) und Duisburg (50.) bilden die Schlussgruppe. „Das Bild des Ruhrgebiets hat sich in den letzten zehn Jahren leider und obwohl in den diversen Städten viel getan wird auf einem konstant niedrigen Nieveau bewegn“, so Peter Pirck gegenüber RUHR24.de.

Das Ruhrgebiet in NRW kommt in einer Studie über Wahrnehmung von Städten richtig schlecht weg

Industrieromantik zwischen Förderturm und Stahlwerk? Currywurst und Bier als Kulturgut? Von wegen. Bei den 10.000 Befragten kommt das Ruhrgebiet ganz schlecht weg. Und das, obwohl es in Zukunft zahlreiche Projekte wie die Internationale Gartenschau 2027 oder gar die Olympischen Spiele 2032 geben soll.

Video: Grün, grüner, Ruhrgebiet

Wuppertal (36.), Haale/Saale (37.), Bielefeld (38.) Mönchengladbach (41.), Leverkusen (44.), Krefeld (46.) und Chemnitz (47.) komplettieren die Gruppe der Schlusslichter. Das klingt für NRW, aber besonders für das Ruhrgebiet, fatal.

Ruhrgebiet bekommt Klatsche - Rheinland in NRW als Lichtblick

Auch in den Ergebnissen bei unterschiedlichen Altersgruppen ändert sich das Bild nur marginal und für das Ruhrgebiet gar nicht. Zwar finden junge Menschen (bis 29 Jahre) Köln (Platz 3), Düsseldorf (Platz 7) und Bonn (Platz 17.) besonders gut. Aber Städte zwischen Hamm und Duisburg? Fehlanzeige. Auch Menschen zwischen 30 und 49 und ab 50 Jahren finden die Städte im Rheinland oder Münster attraktiver.

Bei den beliebtesten Städten im Ranking gibt es keine Überraschung. Hamburg sahnt ab und ist in allen Ergebnissen (Allgemein, nach Altersgruppen, diverse Themen) auf Platz 1. Dahinter kommen München und Freiburg im Breisgau. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Redaktionsnetzwerks.

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