Für bestimmte Tiere tödlich

Neuer Erreger aus Asien im Ruhrgebiet aufgetaucht: Diese Tierart ist durch ihn bedroht - Infektionsketten unterbrechen

Im Ruhrgebiet macht sich erneut ein neuer Erreger aus Asien breit. Es soll Parallelen zum Coronavirus geben. Für den Menschen herrscht aktuell wohl keine Gefahr.

  • In Deutschland, insbesondere im Ruhrgebiet macht sich ein neuer tödlicher Erreger breit.
  • Sein Aufkommen könnte mit der Coronavirus-Pandemie zusammenhängen.
  • Experten schlagen Alarm, denn es könnten ganze Tierarten aussterben.

Ruhrgebiet/Dortmund - Nach dem Coronavirus, auch als Sars-CoV-2 bekannt*, macht sich in unseren Breiten nun der nächste Asien-Erreger breit. Experten sehen Parallelen zwischen den Seuchen, berichtet RUHR24.de*.

Ruhrgebiet: Tödlicher Erreger breitet sich in Wäldern aus und bedroht Tiere

Bei dem neuen Erreger handelt es sich nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) um den tödlichen Hautpilz "Bsal", der vor allem für Feuersalamander gefährlich ist.

Er breite sich aktuell rasend schnell in vielen Teilen des Ruhrgebiets aus. Experten nennen die Krankheit, die er auslöst, auch "Salamanderpest". Sie kann bei den betroffenen Arten für ein Massensterben sorgen.

Ruhrgebiet: Tödlicher Pilz stammt vermutlich aus Asien

Der Dortmunder Tierschutz-Experte Hans-Dieter Otterbein von der Naturschutzorganisation Agard erklärt, dass der Hautpilz (Batrachochytrium salamandrivorans, kurz Bsal) vermutlich aus Asien stamme. Aus welchen Regionen genau, sei derzeit aber noch nicht klar.

Der gefährliche Erreger trat in Nordrhein-Westfalen zunächst in der nördlichen Eifel auf, hat es mittlerweile aber schon ins Ruhrgebiet geschafft und dort für einen deutlichen Rückgang des Feuersalamanders gesorgt.

Ruhrgebiet: Salamanderpest auch für andere Tiere gefährlich

Nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz (Agard) befalle der Pilz jedoch nicht nur Feuersalamander, sondern auch den Kammmolch als eine in Deutschland streng geschützte Art.

Auch für den Fortbestand anderer europäischer Schwanzlurche sei die Salamanderpest eine ernste Bedrohung, sagte Tierschutz-Experte Otterbein.

Ruhrgebiet: Pilz aus Asien in Wäldern in Bochum, Witten, Essen und Dortmund

Bsal war laut Angaben des Experten erstmalig 2018 in Essen nachgewiesen worden, dann in Bochum, Witten und seit Ende 2019 auch an einigen Feuersalamandern in Wäldern in Dortmund. In der Eifel war der Pilz zuvor schon 2015 aufgetreten.

Komplette Feuersalamander-Populationen seien bereits in der Städteregion Aachen und vereinzelt in den Niederlanden und Belgien gestorben. Otterbein dazu: "Es muss davon ausgegangen werden, dass die Feuersalamander oft von uns unbemerkt zum Beispiel in den Winterquartieren sterben und es so zu unentdeckten Bestandsrückgängen durch Bsal kam und kommt."

Ruhrgebiet: Verbreitung von neuem Erreger wie Coronavirus eindämmen

Mit Hinblick auf die Verbreitung des Asien-Pilzes stellt Experte und Naturschützer Otterbein eine gruselige Vermutung auf. Bsal soll überall dort besonders stark auftreten, wo viele Menschen zusammen kommen.

Und genau hier fängt der Zusammenhang mit dem Coronavirus an: Ähnlich wie bei der Covid-19-Pandemie muss die Infektionskette von Bsal so schnell wie möglich unterbrochen werden. Nur dass es hierbei nicht um Viren, sondern um Pilzsporen geht.

Ruhrgebiet: Pilzsporen befinden sich im Boden der Wälder

Diese würden sich vor allem im Boden von Wäldern befinden und beispielsweise durch Schlamm an Schuhen oder dem Fahrrad weitergetragen werden. Der Pilz könne auf diese Weise woanders aufkeimen und sich ausbreiten.

Eine Möglichkeit, um dies zu verhindern, könnte die Desinfektion sein. Insbesondere Wanderer, Radfahrer, Angler, Forstleute oder auch Jäger sollten ihre Schuhe und ihre Ausrüstung desinfizieren, wenn diese mit Waldboden in Berührung gekommen ist.

Spaziergänge im Wald sind vor allem während der Coronavirus-Pandemie beliebt, doch sie tragen zur Verbreitung von Bsal bei.

Ruhrgebiet: Coronavirus-Pandemie könnte zur Ausbreitung von Bsal beitragen

Gleiches gilt für Menschen, die es wegen der Coronavirus-Isolation* aktuell häufiger als sonst zu Spaziergängen in die Wälder zieht, weil es keine anderen Freizeitmöglichkeiten gibt. Naturschützer Otterbein betont, dass diese besonders für das Bsal-Problem sensibilisiert sein müssen.

Ruhrgebiet: Tipps gegen die Verbreitung von Bsal

Wichtig sei es, immer auf den Wegen zu bleiben. Jedoch können die Sporen auch von Hunden verbreitet werden, die kreuz und quer durch den Wald laufen. Hierbei könnte es helfen, die Hunde entsprechend anzuleinen und neben sich herzuführen.

Weitaus problematischer sind Mountainbiker, die in Naturschutzgebieten verbotenerweise ihre Trails bauen und in den Lebensraum der Feuersalamander eindringen. Über ihre Reifen transportieren die Biker mit Bsal verunreinigten Schlamm von einem Waldgebiet ins nächste.

ahi

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa; Collagre: RUHR24