Schwieriger Silvestereinsatz

Drohung im Ruhrgebiet: „Krieg gegen die Polizei“ – Chaoten drohen der Polizei in Hagen

Polizei und Oberbürgermeister aus Hagen senden einen Appell an die Bürger, sich an die Silvester-Regeln zu halten.
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Polizei und Oberbürgermeister aus Hagen senden einen Appell an die Bürger, sich an die Silvester-Regeln zu halten.

Die Polizei Hagen bereitet sich auf eine angespannte Lage an Silvester vor. Zuvor gab es Drohungen im Internet, die Polizei mit Böllern attackieren zu wollen.

Hagen – Wie auch größtenteils in Dortmund, ist in ganz Hagen an Silvester das Abfeuern von Böllern und Raketen im öffentlichen Raum verboten. Das schien einigen Menschen aus Hagen gar nicht zu passen. Im Internet kursieren seitdem Drohungen gegen die Polizei, die zuvor angekündigt hatte, mit einem besonderen Aufgebot die Einhaltung der Corona-Regeln kontrollieren zu wollen.

Stadt im Ruhrgebiet:Hagen
Einwohner:188.686 (2019)
OberbürgermeisterErik O. Schulz (parteilos)

Böllerverbot an Silvester: Polizei Hagen bereitet sich auf schwierigen Einsatz vor

In Hagen herrscht zum Jahreswechsel in einigen Stadtgebieten oft angespannte Stimmung. So soll es in einigen Jahren vorgekommen sein, dass Polizisten und Rettungskräfte mit Raketen beschossen worden sind. Obwohl das Böllern in diesem Jahr aufgrund von Corona verboten ist, scheint sich die Situation noch einmal deutlich zuzuspitzen.

Auf die Mitteilung der Polizei hin, über den Jahreswechsel die Präsenz hochfahren und „mit starken Kräften am Silvesterabend und bis in die frühen Morgenstunden unterwegs und die Regeln engmaschig kontrollieren“ zu wollen, hatte es konkrete Drohungen gegen die Einsatzkräfte gegeben (hier mehr News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de lesen).

Böllerverbot in Hagen: Drohungen gegen die Polizei im Internet

Wie die Westfalenpost berichtet, soll es vor Silvester in einigen WhatsApp-Gruppen und über diverse soziale Netzwerke konkrete Verabredungen gegeben haben. Es sollen Treffen stattfinden, um gemeinsam Feuerwerkskörper auf die Polizei zu werfen.

Massive Angriffe seien geplant, so Hubert Luhmann, Polizeidirektor aus Hagen. Auch von „einem Krieg gegen die Polizei“ sei die Rede gewesen. Was die Polizei in der Silvesternacht in Hagen tatsächlich erwartet, bleibt abzuwarten. Doch die Einsatzkräfte hatten sich im Vorfeld auf eine angespannte Lage vorbereitet und mit zahlreichen Posts bei Facebook versucht, einen Appell an die Hagener Bürger zu senden.

Aufklärungsarbeit der Polizei Hagen für ein ruhiges Silvester

Es wurden gezielt Informationen veröffentlicht, welche Corona-Regeln an Silvester gelten und wie die Polizei in der Neujahrsnacht vorgehen will. „Die Kommentare allerdings, die wir auf diese Posts bekommen, sind teilweise schon feindselig“, so Tino Schäfer, Sprecher der Polizei Hagen, „einige bearbeitet jetzt der Staatsschutz.“

„Hagen hält sich an die Regeln“ steht auf den Flyern und Plakaten, die nicht nur im Internet von der Polizei veröffentlicht wurden, sondern auch in der Stadt und in den Briefkästen verteilt wurden. In acht Sprachen finden sich Regeln zur heutigen Silvesternacht. Außerdem weist die Polizei darauf hin, dass „Polizei- und Ordnungskräfte in der Silvesternacht in einem besonderen Maße präsent sind und konsequent gegen Regelverstöße vorgehen!“ 

Hagen: Polizei und Oberbürgermeister appellieren an die Bürger

Hagens Oberbürgermeister Erik Schulz und die Polizei haben die Bürger dazu aufgerufen, sich auch an Silvester an die Corona-Regeln zu halten.

Das bekräftige auch nochmal Polizeipräsident Wolfgang Sprogies, der in einer gemeinsamen Mitteilung mit Hagens Oberbürgermeister Erik Schulz (parteilos) mahnende Worte fand: „Die Sicherheit aller Hagener steht für Polizei- und Ordnungskräfte an erster Stelle. [...] Die Polizei wird Angriffen auf Einsatzkräfte mit Null-Toleranz begegnen“

Entsprechende Verstöße werden mit Bußgeldern oder Anzeigen geahndet. Schulz erinnerte dabei noch einmal an die angespannte Lage in den Krankenhäusern in Hagen. „Wir müssen nun alles daran setzen, die Lage durch rücksichtsvolles Verhalten nicht weiter zu verschärfen“, so der Oberbürgermeister.

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