Krankenkasse schlägt Alarm

Ruhrgebiet: Geschlechtskrankheiten sind auf dem Vormarsch - Vorsicht, wenn diese Beschwerden hast

Die Krankenkassen verzeichnen im Ruhrgebiet einen Anstieg bei mehreren Geschlechtskrankheiten. Anogenitale Warzen etwa kommen aktuell häufig vor.

Ruhrgebiet - Auch das noch: Nicht nur, dass die Erkältungssaison in den Startlöchern steht und das Coronavirus in NRW wieder stärker grassiert. Jetzt scheinen sich auch Geschlechtskrankheiten weiterzuverbreiten.

Geschlechtskrankheiten im Ruhrgebiet: Krankenkasse schlägt Alarm

Das geht zumindest aus aktuellen Zahlen der Krankenkasse AOK Nordwest hervor. Sogenannte anogenitale Warzen wurden dabei am häufigsten im Ruhrgebiet diagnostiziert. Danach folgen akute Virushepatitis B, Herpes Simplex, Chlamydien und Syphilis.

Also Geschlechtskrankheiten, über die viele bereits in der Schule aufgeklärt werden und demnach meist auch wissen, wie man das Risiko einer Ansteckung gering hält. Allerdings wissen viele nicht unbedingt von ihrer Erkrankung, denn Geschlechtskrankheiten bleiben nicht selten unentdeckt.

„Oft verursachen sexuell übertragbare Krankheiten keine Beschwerden und bleiben deshalb unbehandelt“, so AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock in einer Mitteilung. „Doch wenn Geschlechtskrankheiten frühzeitig erkannt werden, lassen sie sich in der Regel gut behandeln und sind in den meisten Fällen auch heilbar.“ Bei Verdacht solle man in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten: So viele Menschen sind im Ruhrgebiet betroffen

Doch wie setzen sich die Zahlen konkret zusammen? In Dortmund wurde im vergangenen Jahr ein Anstieg von 1.104 auf 1.152 Fälle verzeichnet, davon sind laut Angaben der Krankenkassen 56,5 Prozent Männer und 43,5 Prozent Frauen. In Bochum wurde ein Anstieg von 621 auf 678 Fälle deutlich. Hier sind 56,1 Prozent Männer und 43,9 Prozent Frauen betroffen.

Auch wenn die Schwankung der Zahlen noch recht überschaubar ist, zeichnet sich ein deutliches Bild ab. Denn auch im Kreis Recklinghausen sind die Infektionen mit Geschlechtskrankheiten mehr geworden. Hier sind die Zahlen von 740 auf 772 gestiegen, 53,8 Prozent sind Männer und 46,2 Prozent Frauen. Einen möglichen Grund für den erkennbaren Anstieg in mehreren Ruhrgebiets-Städten teilt die AOK nicht mit (mehr aktuelle Nachrichten aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24.de).

Ruhrgebiet: Prävention ist beim Schutz vor Geschlechtskrankheiten wichtig

Geschlechtskrankheiten können teilweise zu schweren Folgeschäden führen. „Beispielsweise kann eine Chlamydien-Infektion die Ursache für Unfruchtbarkeit sein, Infektionen mit humanen Papillomviren (HPV) oder auch mit Hepatitis B können Krebserkrankungen zur Folge haben und eine nicht behandelte HIV-Infektion AIDS“, so Kock.

Es sei wichtig, sich frühzeitig und gezielt über Infektionen und ihre Übertragungsweise zu informieren. „Kondome bieten einen guten Schutz vor einer Infektion. Liegt eine sexuell übertragbare Erkrankung vor, sollten möglichst auch die Sexualpartner auf eine Infektion untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern erhöht das Risiko einer Infektion“, sagt Koch weiter.

Die Ursache für die im Ruhrgebiet am häufigsten diagnostizierte Geschlechtskrankheit der anogenitalen (venerischen) Warzen, besser bekannt als Feigwarzen, sind humane Papillomviren (HPV). Andere HP-Viren können sogar zu Zellveränderungen führen und langfristig verschiedene Krebsarten wie Gebärmutterhalskrebs auslösen.

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