Gefährlich und strafbar

Corona-Leichtsinn: Polizei im Ruhrgebiet warnt vor sommerlicher Lebensgefahr

Der heiße Sommer lockt die Menschen im Ruhrgebiet an die Flüsse und Kanäle.
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Der heiße Sommer lockt die Menschen im Ruhrgebiet an die Flüsse und Kanäle.

Schwimmen in Kanälen und Flüssen im Ruhrgebiet ist im Sommer eine willkommene Alternative zu den Freibädern - die Polizei warnt vor Lebensgefahr.

  • Die Flüsse und Kanäle im Ruhrgebiet sorgen für Abkühlung an heißen Sommertagen.
  • An zugelassenen Badestellen ist gegen das Schwimmen in den Gewässern der Metropole nichts einzuwenden.
  • Sprünge von Eisenbahnbrücken sind hingegen lebensgefährlich und strafbar.

Dortmund - Der Sommer ist da und mit ihm die hohen Temperaturen in NRW und dem Ruhrgebiet. Vielen sehnen sich nach Abkühlung und einem Sprung ins kalte Nass. Weil Freibäder ob der Coronavirus-Krise aber gar nicht oder nur unter Auflagen geöffnet haben, erfreuen sich die Flüsse und Kanäle im Ruhrgebiet großer Beliebtheit.

Abkühlung im Ruhrgebiet: Polizei warnt vor lebensgefährlichen Sprüngen von Bahnbrücken

Die Bundespolizei warnt vor den Gefahren beim Schwimmen im Rhein-Herne-Kanal oder dem Dortmund-Ems-Kanal. Wer jenseits der zugelassenen Badestellen an den Flüssen und Kanälen im Ruhrgebiet nach Abkühlung sucht, setzt sich nicht nur Gefahren aus, sondern riskiert auch empfindliche Strafen.

Das gilt insbesondere bei Sprüngen von den Eisenbahnbrücken ins Wasser. "Das ist nicht nur lebensgefährlich, sondern auch verboten. Gerade beim Sprung von Eisenbahnbrücken kann der Aufenthalt in den Gleisanlagen auf der Brücke tödlich sein", warnen die Beamten.

Lebensgefahr bei Sprüngen in Kanäle im Ruhrgebiet: Lautlose Züge und Nähe zur Oberleitung

Moderne Züge würden sich nahezu lautlos nähern und können je nach Windrichtung erst sehr spät wahrgenommen werden. Wenn Züge aufgrund von Personen im Gleisbereich eine Schnellbremsung einleiten müssen, kann das den Tatbestand des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr erfüllen.

Die Strafen dafür haben es in sich. Eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren droht. Selbst wenn kein Zug in der Nähe ist: Allein der unbefugte Aufenthalt im Gleisbereich hat ein Bußgeld von 25 Euro bis 900 Euro zur Folge.

Züge sind aber keineswegs die einzige Gefahr beim Klettern auf Brückenträgern, Masten und Schutzeinrichtungen. Es besteht dort eine lebensgefährliche Nähe zu den Oberleitungen. Ein Lichtbogen kann bereits überspringen, wenn diese nicht berührt werden - inklusive einer Spannung von 15.000 Volt.

Bei Sprüngen, wie hier in den Rhein-Herne-Kanal, besteht Lebensgefahr.

Eine unterschätzte, aber ähnlich große Gefahr lauert beim Sprung selbst. Insbesondere im Bereich von Brücken können Gegenstände im Wasser leicht übersehen werden. Die Verletzungen können mitunter tödlich sein.

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