Für die Grünen

Ruhrgebiet: Syrer wollte in den Bundestag – Rückzieher aus traurigem Grund

Ein Mann mit Wurzeln in Syrien wollte für ein Amt im Bundestag kandidieren. Wegen Anfeindungen zieht er seine Kandidatur nun zurück.

Oberhausen/Berlin - Eigentlich wollte Tareq Alaows als erster Geflüchteter in den Deutschen Bundestag einziehen. Der Mann aus Syrien hat seine Kandidatur für die Grünen in Oberhausen im Februar dieses Jahres bekannt gegeben. Jetzt zieht er sie wieder zurück.

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Nächste Wahl26. September 2021

Oberhausen (NRW): Syrer wollte für Grüne in den Bundestag einziehen

Für die Grünen in Oberhausen und Dinslaken wollte Tareq Alaows in den Deutschen Bundestag einziehen. Doch das zieht der 31-Jährige, der als syrischer Flüchtling nach Deutschland gekommen ist, wieder zurück. Der Grund: Er und sein persönliches Umfeld sollen nach der Ankündigung seiner Kandidatur massiv bedroht worden sein.

Wie die Grünen Oberhausen mitteilen waren die Bedrohungen gegen Alaows so heftig, dass er sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückziehen möchte. „Grund dafür ist insbesondere die Sicherheit seines engsten Umfelds“, heißt es in der Mitteilung.

Tareq Alaows habe „massive Rassismuserfahrungen“ machen müssen, nachdem er sein Bestreben im Februar dieses Jahres bekannt gegeben hatte. „Meine Kandidatur hat gezeigt, dass wir in allen Parteien, der Politik und der Gesellschaft starke Strukturen brauchen, die strukturellem Rassismus entgegentreten und Betroffenen helfen”, wird Alaows von den Grünen in Oberhausen zitiert (mehr Nachrichten aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24).

Wegen Bedrohung: Syrer zieht Kandidatur für Ruhrgebiet im Bundestag zurück

Gleichzeitig habe die öffentliche Aufmerksamkeit deutlich gemacht, was für geflüchtete Menschen in Deutschland möglich sein kann. In der Gesellschaft würde es aber an „diskriminierungsfreien Räumen in allen Bereichen des Lebens“ mangeln. „Es ist an uns allen, dies konkret in unserem Umfeld anzugehen und zu verändern“, appelliert Alaows. Er habe aber auch viel Unterstützung erhalten. Sowohl von der Partei die Grünen als auch von Einzelpersonen. „Dafür bin ich sehr, sehr dankbar!“

Alaows wollte für die Grünen Oberhausen als Bundestagskandidat für eine humane Asyl- und Migrationspolitik ins Rennen gehen. Die Partei bedauert den Entschluss des 31-Jährigen laut eigener Mitteilung sehr. „Für diese Entscheidung hat er Respekt verdient und unseren Rückhalt.” Nun soll nach einem neuen Kandidaten gesucht werden.

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