RS1: Radweg im Ruhrgebiet bleibt Flickenteppich - Fertigstellung ungewiss

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Für die Fertigstellung des Radwegs RS1 gibt es keine sichere Prognose. Foto: dpa

Fahrradfahrer im Ruhrgebiet fiebern der Fertigstellung des Radschnellwegs RS1 entgegen. Doch wann der Mega-Radweg durchs Revier fertig wird, ist ungewiss.

Fahrradfahrer im gesamten Ruhrgebiet fiebern der Fertigstellung des Radschnellwegs RS1 entgegen. Doch wann der Mega-Radweg durchs Revier fertig wird, ist ungewiss. Jetzt wollen Städte ihre Kräfte bündeln.

  • Seit 2016 steht der erste Abschnitt des RS1 durch das Ruhrgebiet.
  • Doch eine Prognose für die Fertigstellung der insgesamt rund 100 Kilometer ist ungewiss.
  • Alle Akteure wollen jetzt ihre Kräfte für eine schnellere Fertigstellung des Radwegs bündeln - denn Fahrradfahrer warten sehnsüchtig darauf.

RS1: Radweg durch das Ruhrgebiet stellt Sehnsucht für Fahrradfahrer dar

Auf 100 Kilometern auf dem RS1 durch das Ruhrgebiet, das Ganze fast ungestört vom motorisierten Verkehr: Viele Fahrradfahrer im Pott haben große Sehnsucht nach der Fertigstellung des Radschnellwegs.

"Doch wann der RS1 auf dieser Länge tatsächlich befahren werden kann, dazu wagt derzeit niemand eine sichere Prognose", heißt es von Straßen.NRW, dem Landesbetrieb von Nordrhein-Westfalen.

Straßen.NRW will beim Bau des RS1 auf die Tube drücken

Straßen.NRW will jetzt beim Bau des RS1 schneller werden und "unsere Kräfte bündeln, um den Radschnellweg gemeinsam voranzubringen ", wie es in einer Mitteilung am Donnerstag (31. Oktober) heißt.

Mit "gemeinsam" meint Straßen.NRW-Chefin Elfriede Sauerwein-Braksiek am Radweg beteiligte Städte und Kreise, den Regionalverband Ruhr (RVR) sowie die Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen (AGFS).

Nur wenige Kilometer des RS1 sind im Ruhrgebiet fertig

Straßen.NRW hat seit 2016 die Planungsverantwortung für den Bau des RS1 inne. Doch seitdem konnten nur wenige Kilometer des Radschnellwegs realisiert werden.

Nachdem 2016 die fünf Kilometer lange Strecke von der Stadtgrenze Essen zum Hauptbahnhof Mülheim eröffnet wurde, wurde im Oktober 2017 auch das 600 Meter lange Teilstück bis zur Ruhrbrücke für den Radverkehr freigegeben. Mitte Mai 2019 kamen 1,2 Kilometer in Mülheim dazu. Zuletzt wurden weitere Radweg-Bauarbeiten in Gelsenkirchen und Bochum gestartet.

100 Kilometer soll der Radweg durch das Ruhrgebiet sein

Doch für große Euphorie sorgt der Flickenteppich RS1 lange nicht. Immerhin soll die Trasse nach ihrer Fertigstellung insgesamt über 100 Kilometer lang sein und von Duisburg bis Hamm führen.

Städte und Kommunen planen ihre Abschnitte derzeit selbst, doch es hakt an vielen Ecken und Enden. Bei einer jüngst von Straßen.NRW veranstalten RS1-Konfernz beklagten viele Teilnehmer fehlende Ingenieure, Hürden im Planungsrecht oder auch langwierige Abstimmungsprozesse.

Land NRW ändert Landesrecht - was sich auf den Bau des RS1 auswirken soll

Dabei hatte das Verkehrsministerium das Landesrecht zuletzt so verändert, dass Landesstraßen und Radschnellwege schneller geplant werden können. Anfechtungsklagen gegen Planfeststellungsbeschlüsse für Maßnahmen an Landesstraßen haben nun keine aufschiebende Wirkung mehr.

„Jeder muss in den Planungsverfahren zu seinem Recht kommen", sagte NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) Anfang dieses Jahres, und fügte hinzu: "Teilweise verlieren wir aber Jahre durch überladene Verfahren.“

Seit diesem Jahr ist für die Planung von Radschnellwegen zudem kein förmliches Linienbestimmungsverfahren mehr notwendig. Wüst: „Ich hoffe, dass wir so möglichst zügig auch weitere Radschnellwegprojekte in Nordrhein-Westfalen vorantreiben können.“

Akteure wollen sich öfter in Sachen RS1 austauschen

Die beim RS1 beteiligten Akteure - unter anderem auch die Stadt Dortmund, die künftig das "Kopenhagen Westfalens" werden will -wollen sich künftig jedes halbe Jahr treffen, um im Gespräch zu bleiben. Außerdem wollen sie sich über eine Internet-Plattform über Planung und Bau austauschen - und diese auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Ganz fix sind die Pläne für die Streckenführung ohnehin nicht. In Bochum etwa ringt die Stadt um Flächen entlang der Bahn-Linien. Außerdem gibt es Anregungen der Bürger, den RS1 näher an die Innenstadt zu bringen.

Am Ende bleibt für viele Radfahrer die Ungewissheit. Wann der RS1 endlich fertig wird? Das weiß im Ruhrgebiet niemand.