Bild: AGFS/ Peter Obenaus

Man kann es auf jeden Fall ein Großbauprojekt nennen. Der geplante Radschnellweg durchs Ruhrgebiet, kurz: RS1, wächst kontinuierlich. Bis zu den angestrebten 101 Kilometern dauert es aber noch etwas. Am Mittwoch (15. Mai) gibt NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst in Mühlheim das nächste Teilstück frei.

Wie heißt es so schön: Der Weg ist das Ziel. Das gilt auch für den Ausbau des RS1. 2016 wurde die erste Strecke eröffnet – fünf Kilometer zwischen der Stadtgrenze Essen und dem Hauptbahnhof Mülheim. Im Oktober 2017 wurde dann das 600 Meter lange Teilstück bis zur Ruhrbrücke freigegeben.

Jetzt geht´s also weiter. 1,2 Kilometer kommen am Mittwoch (10. Mai) in Mühlheim dazu. Wüst eröffnet den neuen Teil des RS1. Durch die neue Strecke kann man die Ruhr über eine Eisenbahnbrücke überqueren. Außerdem erhält die Hochschule Ruhr West Anschluss an die Mülheimer Innenstadt und den Hauptbahnhof.

RS1: Bald gut zwölf Kilometer lang

Mit dem neuen Teilstück in Mühlheim ist der Radschnellweg dann gut zwölf Kilometer lang. Bis alle elf Städte durch den RS1 miteinander vernetzt sind, wird es also noch etwas dauern.

Derzeit sind 1,2 Kilometer in Gelsenkirchen im Bau. Ende dieses Jahres soll das Teilstück fertig sein. 2020 sollen noch einmal 1,6 Kilometer hinzukommen.

Die Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Unna, Kamen, Bergkamen, Hamm und der Kreis Unna unterstützen das Projekt. Bochum hat nun auch das erste Parkhaus für Fahrräder. Die dürfen sogar kostenlos parken.

So verläuft der RS1 durch das Ruhrgebiet. Quelle: RVR
So verläuft der RS1 durch das Ruhrgebiet. Quelle: RVR

Der RS1 soll auch durch Dortmund führen. Im Herbst sollen die Bauarbeiten dafür beginnen. Bisher ist die Fertigstellung der Strecke auf Ende 2021 datiert. „Jetzt kommen wir in die Phase der Spatenstiche und Eröffnungen“, erklärt Martin Tönnes, Planungsdezernent
Regionalverband-Ruhr.

Man gehe davon aus, dass die Kernstrecke zwischen Duisburg und Dortmund „deutlich vor 2025 fertig“ werde. Der gesamte RS1 soll 2027 fertig sein.

Viele gute Gründe für den RS1

Man hört es ja immer wieder: Steigt auf´s Rad und lasst das Auto stehen. Klar, dass der RS1 ebenfalls zum Fahrradfahren aufruft. Aber neben verringertem CO2-Ausstoß hat der Radschnellweg noch weitere Vorteile.

Zum einen ist Fahrradfahren deutlich leiser als Autofahren. Und ein bisschen mehr Stille kann gerade in Großstädten nicht schaden. Zudem soll es weniger Stau geben. Denn in der Theorie nutzen dann mehr Menschen das Rad als sich ins Auto zu setzen.

Der RS1 bietet außerdem zusätzliche Sicherheit für Fahrradfahrer – das Unfallrisiko wird verringert. Und natürlich spielt auch noch der Kostenfaktor mit rein: Straßen auszubessern kostet viel Geld. Wenn mehr Menschen Radfahren nutzen sich Straßen nicht so schnell ab.

In NRW sind momentan insgesamt sieben Radschnellwege geplant. Neben dem RS1 und einem weiteren Schnellweg im Ruhrgebiet sollen auch im Münsterland, in Ostwestfalen-Lippe, in der Region Aachen, in Köln und im Raum Düsseldorf Radschnellwege entstehen. Mit dpa-Material