Bild: Metropole Ruhr

Eine „Fahrradautobahn“ mitten durchs Ruhrgebiet – was sich schräg anhört, soll in Zukunft Realität werden. Der RS1 soll das möglich machen. Mit dem Baustart für das Teilstück Gelsenkirchen wird eine weitere Lücke in dem Großprojekt geschlossen.

Es sollen am Ende 101 Kilometer sein, die Radfahrer auf dem Radschnellweg RS1 von Duisburg nach Hamm zurücklegen können.

Erste Teilstücke des RS1 sind bereits fertig: Nachdem 2016 die fünf Kilometer lange Strecke von der Stadtgrenze Essen zum Hauptbahnhof Mülheim eröffnet wurde, wurde im Oktober 2017 auch das 600 Meter lange Teilstück bis zur Ruhrbrücke für den Radverkehr freigegeben.

Als dritte Ruhrgebietskommune hatte Bochum im Sommer 2018 mit dem Ausbau des Radschnellwegs Ruhr auf dem Stadtgebiet begonnen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) fahren auf Fahrrädern am 22.08.2016 in Mülheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen) auf dem Radschnellweg RS1. Hendricks besucht im Rahmen von Sommerreise diverse Projekte in NRW. Foto: dpa
Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) fahren auf Fahrrädern am 22.08.2016 in Mülheim an der Ruhr (Nordrhein-Westfalen) auf dem Radschnellweg RS1. Hendricks besucht im Rahmen von Sommerreise diverse Projekte in NRW. Foto: dpa

Unter anderem NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst war nun am Freitag (15. März) beim ersten Spatenstich für den 2,8 Kilometer langen Radschnellweg in Gelsenkirchen dabei.

„Wollen bessere Radwege für NRW“

„Wir wollen bessere Fahrradwege in Nordrhein-Westfalen. Deshalb haben wir die Mittel für die Radwege massiv erhöht“, sagte Wüst am Freitag. In diesem Jahr seien es 39 Millionen Euro. Das ist sei Plus von 3 Millionen Euro gegenüber 2018.

So verläuft der RS1 durch das Ruhrgebiet. Quelle: RVR
So verläuft der RS1 durch das Ruhrgebiet. Quelle: RVR

Außerdem habe das Verkehrsministerium das Landesrecht so verändert, dass Landesstraßen und Radschnellwege schneller geplant werden können.

Seit diesem Jahr sei für die Planung von Radschnellwegen kein förmliches Linienbestimmungsverfahren mehr notwendig. Wüst: „Ich hoffe, dass wir so möglichst zügig auch weitere Radschnellwegprojekte in Nordrhein-Westfalen vorantreiben können.“

RS1 auf alter Bahntrasse

Auf einer alten Bahntrasse werden die Radfahrer schon ab Ende 2019 in Gelsenkirchen unterwegs sein.

Dort, wo früher die Rheinische Bahn zwischen Hattinger Straße (Stadtgrenze Essen) und Parkstraße (Stadtgrenze Bochum) verkehrte, entstehen ein vier Meter breiter Radweg und ein zwei Meter breiter, baulich getrennter Gehweg. Radler und Fußgänger sollen dort künftig ohne sich gegenseitig zu behindern unterwegs sein.

Durchgehende Beleuchtung in den Städten und vor allem ein Winterdienst, der die Strecken von 6 bis 22 Uhr schnee- und eisfrei hält, sollen auf dem RS1 künftig zum Standard gehören.


RS1 auch durch Dortmund

Auch durch Dortmund führt der RS1. Die Stadt will bis 2021 fertig sein. Unter anderem führt der Radschnellweg durch das Kreuzviertel.