Was ist der aktuelle Stand?

RS1: Bauabschnitt in Gelsenkirchen gestartet - in anderen Städten herrscht Stillstand

RS 1 Stadtviadukt in Mülheim an der Ruhr, Radschnellweg Ruhr
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Die Pläne für den RS1 - wie hier für Mülheim - sind vielversprechend.

Der Radschnellweg RS1 durchs Ruhrgebiet wächst. Jetzt ist der dritte Abschnitt in Gelsenkirchen begonnen worden. Wie ist der aktuelle Stand in den übrigen Städten?

Dortmund - Wie auf einer Autobahn in Windeseile auf dem Fahrrad durch das Ruhrgebiet: Wer von der Fertigstellung des Radschnellwegs 1 (RS1) durch das Ruhrgebiet träumt, dürfte vielleicht eine solche Vorstellung vor Augen haben. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

NameRadschnellweg Ruhr (RS1)
Start für den Bau27. November 2015
Längecirca 101 Kilometer

RS1 durch das Ruhrgebiet: Dritter Abschnitt des Radwegs entsteht in Gelsenkirchen

Dem Traum näher kommt man derzeit zumindest in Gelsenkirchen, wo die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr mit den Arbeiten auf dem dritten Bauabschnitt begonnen hat. Fertigstellung: Ende des zweiten Quartals 2021. Die ersten beiden Bauabschnitte in Gelsenkirchen von der Hattinger Straße bis zur Ückendorfer Straße sind derzeit noch in Bau.

Der Abschnitt ist einen Kilometer lang und befindet sich zwischen der Ückendorfer Straße (Gelsenkirchen) und der Parkstraße (Bochum). Die Trasse für die Radfahrer soll dort künftig 7,3 Meter breit sein.

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Radweg RS1: Von Duisburg bis Hamm auf 100 Kilometern - wann gibt es erste fertige Abschnitte?

Am Ende sollen so Stück für Stück rund 100 Kilometer Radschnellweg durch das Ruhrgebiet zusammenwachsen - von Duisburg bis Hamm. Diese Städte werden miteinander verbunden:

  • Duisburg
  • Mülheim/Ruhr
  • Essen
  • Gelsenkirchen
  • Bochum
  • Dortmund
  • Unna
  • Kamen
  • Bergkamen
  • Hamm

Was den Stand der Planungen betrifft, befinden sich die Kommunen in verschiedenen Stadien - manchmal auch, weil es in Sachen Radverkehr im Ruhrgebiet grundsätzlich nicht gut läuft. Straßen.NRW hat nun eine Übersicht darüber gegeben, welche Stadt wie weit ist:

Duisburg: Im Juli 2020 wurde die Planung nach einem EU-weiten Ausschreibungsverfahren an das Planungsbüro AFRY in Essen vergeben.

RS1: Was ist der aktuelle Stand in Mülheim, Essen und Co.?

Mülheim an der Ruhr: Straßen.NRW erstellt aktuell die Entwurfsplanung für den Mülheimer Abschnitt. Dazu gehört auch die Koordination mit der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft (BEG) zur künftigen Nutzung bisheriger Flächen der Deutschen Bahn. Schon jetzt gibt es eine zehn Kilometer lange Modellstrecke zwischen dem Bahnhof Mülheim und dem Essener Campus der Universität Duisburg/Essen. Dieser Abschnitt entspricht allerdings nicht dem gesetzlich vorgeschriebenen Standard für Radschnellwege. Der Regionalverband Ruhr (RVR) wird voraussichtlich Ende 2020 mit der Planung des Umbaus beginnen.

Essen: Straßen.NRW arbeitet in Abstimmung mit der Stadt Essen an der Entwurfsplanung. Zu beachten gibt es Besonderheiten im sogenannten Eltingviertel und am Werksgelände der Firma Evonik. Straßen.NRW prüft, ob einzelne Abschnitte unabhängig voneinander gebaut werden und dem Radverkehr zu Verfügung gestellt können.

Radschnellweg RS1: Fertigstellung in Bochum lässt auf sich warten

Gelsenkirchen: Straßen.NRW stellt den etwa drei Kilometer langen Abschnitt voraussichtlich im zweiten Quartal 2021 fertig. Ein Teilabschnitt wird vorerst aufgrund einer Baumaßnahme der Emschergenossenschaft nur eingeschränkt mit einer reduzierten Breite von vier Metern befahrbar sein.

Bochum: Die Stadt Bochum bereitet für zwei Teilabschnitte die Vor- beziehungsweise Entwurfsplanung vor. Sie prüft für weitere Abschnitte die Streckenführung. Dafür rief sie im Sommer auch die Bochumer Bürger dazu auf, Ideen für den Verlauf der Strecke in der Innenstadt einzureichen.

RS 1 durchs Ruhrgebiet: Pläne für das Kreuzviertel in Dortmund stehen

Dortmund: Die Stadt Dortmund plant derzeit die Streckenabschnitte im Bereich der Innenstadt - für das Kreuzviertel etwa gibt es ein Konzept, das ausgewiesene Fahrradstraßen und Parkverbotszonen vorsieht. Für die Abschnitte westlich und östlich der Innenstadt liegen laut Straßen.NRW noch keine exakten Planungen vor.

Auch die Große Heimstraße, hier im Bild, soll künftig Teil des RS1 werden.

Kreis Unna: Im Kreis Unna muss noch eine Umweltverträglichkeitsstudie erstellt werden. Sie soll Ende 2020 vorliegen. Erst danach kann geplant werden. Ein Planfeststellungsverfahren ist für die RS1-Strecke im Kreis Unna nötig, weil für die gewünschte Trasse umfangreicher Grunderwerb notwendig wird und sie teilweise im Bereich von Flora-Fauna-Habitat-(FFH)-Schutzgebieten liegt.

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Hamm: Die Stadt Hamm prüft in Absprache mit Straßen.NRW und der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung derzeit die Machbarkeit der RS1-Trasse im Bereich des Datteln-Hamm-Kanals und der Lippe. Zudem wird derzeit geprüft, ob eine Umweltverträglichkeitsstudie erstellt werden muss.