Gefahr beim Baden

Rhein-Herne-Kanal: Schwimmer zwingen Schiff zum Not-Stopp – ihre Reaktion schockt

Im Rhein-Herne-Kanal zwischen Essen und Gelsenkirchen wäre es am Wochenende beinahe zu einem tragischen Unfall gekommen. Schwimmer behinderten dort ein Schiff.

Essen/Gelsenkirchen – Das Schwimmen und Baden im Rhein-Herne-Kanal ist grundsätzlich verboten. Laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt wird es lediglich geduldet, solange der Schiffsverkehr nicht behindert oder gestört wird. Am Samstag (19. Juni) ist jedoch genau das in einem Kanal-Abschnitt im Ruhrgebiet passiert.

BundeswasserstraßeRhein-Herne-Kanal
OrtRuhrgebiet, NRW
Länge45,4 Kilometer

Rhein-Herne-Kanal: Schwimmer kommen Schiff in die Quere – Kapitän legt Not-Stopp ein

Dort musste der Kapitän eines Tankmotorschiffs gegen 16.30 Uhr zwischen Essen und Gelsenkirchen einen sogenannten Not-Stopp durchführen. Der Grund: Zwei Schwimmer blockierten seinen Fahrweg im Rhein-Herne-Kanal. Wer in einem der Kanäle im Ruhrgebiet schwimmen geht, sollte eigentlich genau wissen, was erlaubt ist und was nicht.

Glücklicherweise reagierte der Schiffsführer im Rhein-Herne-Kanal sofort und legte bei laufender Fahrt den Rückwärtsgang ein. Wie die Polizei Gelsenkirchen mitteilt, konnte so Schlimmeres und vor allem die Kollision mit den Badenden verhindert werden. Erleichterung darüber, dass nichts weiter passiert war und Dankbarkeit vonseiten der zwei Schwimmer gab es allerdings nicht. Stattdessen kam es zu einem verbalen Streit, als die Schiffsbesatzung die beiden auf ihr Verhalten ansprach.

Nach Not-Stopp auf dem Rhein-Herne-Kanal: Unbekannte bewerfen Schiff mit Steinen

Und dabei sollte es nicht bleiben. Mehrere unbekannte Zeugen sollen dann vom Land aus das Schiff mit Steinen attackiert haben. Ein Matrose wurde getroffen, erlitt laut Polizeiangaben aber keine weiteren Verletzungen. Streifenpolizisten aus Essen und Gelsenkirchen fahndeten anschließend am Ufer nach der Personengruppe. Bislang konnte jedoch niemand ermittelt werden (21. Juni).

Gegen die Schwimmer erstattete die Wasserschutzpolizei Anzeige wegen des gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr und sucht nun Zeugen, die Hinweise zu den Schwimmern und Steinewerfern geben können. Das Zentrale Kriminalitätskommissariat der Wasserschutzpolizei Duisburg ist unter der Telefonnummer 0203/2800 zu erreichen.

Kanäle im Ruhrgebiet: Polizei warnt vor Badeunfällen im Sommer

Im Bereich von Brücken, Schleusenanlagen oder Häfen ist das Baden absolut verboten. Verstöße werden verfolgt und zur Anzeige gebracht. Immer wieder kommt es im Sommer jedoch zu Badeunfällen in Kanälen – die Polizei im Ruhrgebiet warnt deshalb vor unsichtbaren Gefahren beim Baden.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa

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