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Das Ruhrgebiet blüht so langsam auf. Auffällig: Überall erscheint auf Feldern ein zarter gelber Schimmer. Der Raps beginnt zu blühen – und das bringt einige Vorteile mit sich.

„Mit knapp 10 Prozent der Ackerfläche in der Region Ruhr-Lippe spendet der Raps vor allem den Honigbienen viel Nektar“, erklärt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hans-Heinrich Wortmann.

Raps sei eine zuverlässige Honigtracht und auch bei Imkern im Ruhrgebiet ein begehrtes Wanderziel, sagt Wortmann. „Nebenbei befruchten die Bienen die Blüten.“

Bei Insekten beliebt

Als Selbst- und Fremdbefruchter könne die Rapsblüte sich selbst und auch benachbarte Blüten befruchten. Aber bei Insektenbeflug durch Honigbienen, Wildbienen, Schmetterlingen und Fliegen sei der Fruchtansatz und Ertrag deutlich höher. Beide Seiten hätten so einen Vorteil, sagt Wortmann.

So sieht ein Rapsfeld aus. Foto: dpa
Der Raps spendet Honigbienen viel Nektar. Foto: dpa

Rapsöl aus heimischer Erzeugung sei das beliebteste Speiseöl in deutschen Küchen. Das Öl werde aber nicht nur für Ernährungszwecke, sondern auch als nachwachsender Rohstoff verwendet. Es eigne sich als Schmieröl oder -fett oder auch als Kraftstoff.

Raps auch als Schrot begehrt

Neben dem Öl sei auch das bei der Pressung anfallende Schrot begehrt. „Rapsschrot ist ein gutes eiweißhaltiges Futtermittel für unsere Tiere“, sagt Wortmann. 

Raps hat einige ackerbauliche Vorteile: In der Fruchtfolge verbessert er die Boden-fruchtbarkeit. „Die Pflanze ist ein Tiefwurzler mit ausgeprägtem Wurzelsystem. Dieses durchlüftet den Boden gut. Und es kann über die langen Pfahlwurzeln Nährstoffe bis aus etwa einem Meter Bodentiefe noch für die Pflanze verwerten“, erläutert der Vorsitzende.

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Nährstoffe, die vom Regen nach unten ausgewaschen worden seien, könne der Raps noch nutzen. Durch eine lange Vegetationsperiode von Ende August/Anfang September bis Juli/Anfang August des darauffolgenden Jahrs erstrecke, sei der Acker fast das ganze Jahr bedeckt. „Durch das Blätterkleid wird der Boden vor Verschlämmung und Winderosion geschützt“, so Wortmann.