Bild: Friso Gentsch/dpa

Die sogenannten Bengalos gehören für viele Fußballfans zur Kultur im Stadion. Die Stadt Bochum hat einer „kontrollierten Zone“ im Vonovia Ruhrstadion nun aber eine Absage erteilt.

Das Stadion des Orlando City SC hat sie bereits: Eine Zone hinter dem Tor, in der Stehplatzfans kontrolliert legale Pyrotechnik abbrennen dürfen.

Auch in Deutschland wird das Thema häufig diskutiert. Zuletzt hatte NRW-Innenminister Herbert Reul analog zum hessischen Ministerpräsidenten gar Haftstrafen für das Abbrennen von Pyrotechnik in Stadien gefordert.

Und auch für das Vonovia Ruhrstadion in Bochum stehen die Chancen schlecht, künftig eine solche Pyro-Zone zu bekommen. Das geht aus einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage von FDP und „Die Stadtgestalter“ im Stadtrat hervor.

Viele Anzeigen, wenige Verletzte

Die Fraktion fragte, ob ein Modellprojekt in Bochum denkbar wäre. Dabei könnten kontrolliert Bengalos in einem überwachten Bereich abgebrannt werden. Schließlich stehe den 879 Anzeigen wegen Pyrotechnik im Stadion (Saison 2017/18) nur eine verschwindend geringe Zahl an Verletzten gegenüber.

Die Stadt Bochum erteilt diesem Vorschlag eine Absage: Jede Exposition von Rauchgasen durch Pyrotechnik könne als gesundheitsgefährdend angesehen werden.

„Inwiefern man unter diesen Aspekten ein sicheres Stadionerlebnis gewährleisten kann ist fraglich“, antwortet das Referat für Sport und Bewegung.

Risiko liegt bei den Vereinen

Es ist Besuchern laut Stadionordnung untersagt „ohne behördliche Genehmigungen Feuer zu machen, Feuerwerkskörper, Leuchtkugeln oder sonstige pyrotechnische Gegenstände, Magnesiumfackeln, Rauchkerzen, bengalische Feuer u. ä. abzubrennen oder abzuschießen.“

Zudem liegen Risiko und Haftung beim VfL Bochum und den weiteren Vereinen als Veranstalter. Sie verpflichten sich dazu, Pyrotechnik laut Versammlungsstättenverordnung zu unterbinden. Auch der DFB verbietet es Fans, Bengalos mitzubringen und anzuzünden.

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Die Stadt sagt zwar, sie wolle keine Bewertung vornehmen. Klar ist aber auch: Damit dürften die in Ultra-Kreisen als Fankultur gewerteten Fackeln auch künftig nur verbotenerweise gezündet werden. Denn die Hürden sind einfach zu hoch.