200 Menschen beteiligt

Clan-Kriminalität in Duisburg - Vermeintliches Mitglied bei Großeinsatz festgenommen 

In Duisburg-Marxloh ist es am Dienstagabend (19. Mai) zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen. 
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In Duisburg-Marxloh ist es am Dienstagabend (19. Mai) zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen. 

In Duisburg wollte die Polizei am Dienstag einen 18-Jährigen festnehmen. Der Einsatz wurde durch 200 Menschen gestört - einige mit angeblichen Clan-Bezügen. 

  • In Duisburg-Marxloh wurde am Dienstagabend (19. Mai) ein 18-Jähriger festgenommen. 
  • Die Festnahme wurde durch 200 Menschen gestört und löste einen Großeinsatz der Polizei Duisburg aus. 
  • Manche der anwesenden Personen sollen einen Bezug zu einer der kriminellen Clans im Ruhrgebiet haben. 

Duisburg - Es hört sich an wie eine Szene aus einem Krimi - doch soll sich tatsächlich so am Dienstagabend (19. Mai) in Duisburg-Marxloh zugetragen haben: Bei der Festnahme eines 18-Jährigen sollen bis zu 200 Menschen versucht haben, die Beamten an ihrem Vorhaben zu hindern - einige der Beteiligten sollen angeblich Bezüge zu Clans im Ruhrgebiet haben. 

Polizeieinsatz in Duisburg-Marxloh: Anwohner versuchen Polizei an Festnahme zu hindern

Wie die Polizei Duisburg mitteilte, war der 18-Jährige am Dienstagabend (19. Mai) einer Streife auf der Marxloher Kaiser-Wilhelm-Straße aufgefallen -  gegen ihn soll ein Haftbefehl wegen Nötigung vorliegen. Als die Beamten den Gesuchten kontrollieren wollten, soll er in ein Mehrfamilienhaus auf der Rolfstraße geflüchtet sein.

Im Haus-Flur soll sich der 18-Jährige vehement gegen die Festnahme gewehrt und unter anderem nach den Einsatzkräften geschlagen und getreten haben. Unterdessen sollen Anwohner hinzugekommen sein, die die Polizei bedrängten und ebenfalls versuchten haben sollen, sie an der Festnahme zu hindern. 

Duisburg-Marxloh: Polizeieinsatz wegen Festnahme von 18-Jährigem eskaliert 

Vor dem Haus sollen sich währenddessen etwa 200 Menschen angesammelt haben. Wie ein Sprecher der Polizei Duisburg am Mittwoch (20. Mai) mitteilte, habe "eine unbestimmte Anzahl der Personen" einen "Clan-Bezug" gehabt. Ob auch der 18-Jährige Mitglied eines Clans ist, wurde bisher nicht bestätigt. 

Bei der Festnahme sind außerdem zwei Männer (21 und 39) besonders aufgefallen: Diese sollen trotz Platzverweis die polizeilichen Maßnahmen so sehr gestört haben, dass sie ebenfalls in Gewahrsam genommen wurden. 

Polizeieinsatz in Duisburg: 200 Menschen mit "Clan-Bezug" bepöbeln Polizei

Der 18-Jährige wurde schlussendlich dennoch in Handschellen abgeführt - dafür mussten zusätzliche Einsatzkräfte zum Ort des Geschehens gerufen werden, denn auf dem Weg zum Streifenwagen sollen die 200 anwesenden Personen die Beamten beschimpft und bespuckt haben. Insgesamt waren 36 Polizisten am Einsatz beteiligt.

Ebenfalls in Duisburg ist es Anfang Juni zu einem Verbrechen gekommen, bei dem ein Mann auf seine Ex-Frau eingestochen hat. Die Polizei ermittelt. 

Video: Hunderte Polizisten bei Beerdigung im Clan-Milieu im Einsatz

Duisburg-Marxloh: Ähnlicher Polizeieinsatz mit Clan-Bezug bereits Anfang der Woche 

Erst am Sonntag (17. Mai) stand die Polizei Duisburg vor einem ähnlichen Einsatz: Auch an diesem Tag soll eine Streifenwagenbesatzung auf der Straße einen 18-jährigen Mann erkannt haben, gegen den ein Haftbefehl wegen des Verdachts der gemeinschaftlich gefährlichen Körperverletzung bestehen soll. 

Der 18-Jährige soll ebenfalls in ein nahegelegenes Haus an der Kaiser-Friedrich-Straße geflüchtet sein. In kurzer Zeit sollen sich rund 30 Angehörige des Verdächtigen im Hausflur und auf der Straße versammelt, lautstark geschrien, die Einsatzmaßnahmen gefilmt und versuchten haben, die Festnahme zu verhindern. Laut bild.de soll der Tatverdächtige Mitglied eines libanesischen Clans sein. 

Zwischen den beiden Haftbefehlen bestehe laut der Polizei Duisburg aber kein Zusammenhang. 

Duisburg: Rund 70 kriminelle Familienclans in Laar, Hochfeld und Marx

Duisburg-Marxloh gilt als eines der Epizentren von kriminellen Familienclans im Ruhrgebiet. 

In Duisburg soll es derzeit rund 70 kriminelle Familienverbände mit circa 2800 Mitgliedern geben, die hauptsächlich in Laar, Hochfeld und Marxloh agieren. 

Bei ihnen handelt es sich laut eines Polizeiberichts vor allem um "Mardin-Kurden", die zwischen 1975 und 1990 aus der Türkei ins Ruhrgebiet kamen.