Höchste Inzidenz in NRW

Corona-Ausgangssperre in Oberhausen: Warum die Stadt einen Alleingang macht

In Oberhausen gilt ab jetzt eine nächtliche Corona-Ausgangssperre.
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In Oberhausen gilt ab jetzt eine nächtliche Corona-Ausgangssperre.

In Oberhausen gilt jetzt die nächtliche Ausgangssperre. Die Stadt ist die Erste im Ruhrgebiet, die mit dieser Maßnahme gegen die Corona-Pandemie ankämpft.

Oberhausen - Die Stadt Oberhausen hat am Dienstag (22. Dezember) Nägel mit Köpfen gemacht. In der Ruhrgebiets-Stadt gilt ab jetzt eine nächtliche Ausgangsbeschränkung in der Zeit zwischen 21 Uhr und 5 Uhr, berichtet RUHR24.de*.

StadtOberhausen
Fläche77,04 km²
Einwohner211.584 (2020)

Extreme Corona-Lage in Oberhausen: Stadt verhängt nächtliche Ausgangssperre

Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) lag Oberhausen am Dienstag bei einem Sieben-Tage-Inzidenzwert von 342,1. Die Stadt erreichte damit innerhalb der vergangenen Woche den Corona-Höchstwert einer kreisfreien Stadt in Nordrhein-Westfalen. (aktuelle Corona-News aus NRW* auf RUHR24.de).

Für die Stadt Oberhausen offenbar Grund genug, die Reißleine zu ziehen - zur Not auch im Alleingang. Am Dienstag verkündete Oberbürgermeister Daniel Schranz die nächtliche Ausgangssperre für Oberhausen. Die Maßnahme solle zunächst bis zum 10. Januar gelten.

Ausgangssperre in Oberhausen: Corona-Geschehen zwingt Stadt zum Handeln

„Die Einschränkungen, die Bund und Länder im Sinne eines erneuten Lockdowns beschlossen haben, führen leider noch nicht dazu, dass sich die Verbreitung des Virus verlangsamt. Nicht nur bei uns, aber eben auch besonders bei uns, erleben wir in den letzten vier, fünf Tagen, einen sehr starken Anstieg des Infektionsgeschehens“, so Schranz in einem Video an die Bürger.

Der Krisenstab in Oberhausen habe sich deshalb dazu entschieden, weitere Maßnahmen zu ergreifen. Diese Entscheidung sei gerade zur Weihnachtszeit „alles andere als leicht gefallen“ und man sei sich darüber im Klaren, was man den Menschen damit zumute.

Video: Ausgangssperre in Kraft: Dringender Appell von Oberbürgermeister Daniel Schranz

Ausgangssperre in Oberhausen: Stadt setzt Alleingang im Ruhrgebiet durch

Für einige dürfte die drastische Entscheidung in Oberhausen eine Überraschung sein. Erst kürzlich hieß es aus dem Regionalverband Ruhr, dass die Bürgermeister und Landräte sich ausgetauscht und zunächst darauf geeinigt hätten, auf eine Ausgangssperre zu verzichten.

Auch im Kreis Recklinghausen wurde das Thema einer nächtlichen Ausgangssperre diskutiert*. Immerhin liegt der Corona-Inzidenzwert dort derzeit bei besorgniserregenden 264,1 (Stand 23. Dezember). Allerdings entschied man sich in Recklinghausen gegen Ausgangsbeschränkungen. Sie würden keinen Sinn ergeben, wenn Maßnahmen erfassen werden, „an die sich in den Nachbarstädten nicht gehalten werden muss“, erklärte CDU-Landrat Bodo Klimpel.

Corona-Ausgangssperre in Oberhausen: Kreis Recklinghausen sieht darin keinen Sinn

Oberhausen ist bis jetzt die einzige Stadt im Ruhrgebiet, nicht aber in NRW, die eine Ausgangssperre angeordnet hat.* Oberhausens Krisenstabsleiter Michael Jehn begründet die Entscheidung weiterhin folgendermaßen: „Zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung, der Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des Infektionsgeschehens und der Sicherung der Leistungsfähigkeit der medizinischen Versorgung“ sei dieser Schritt dringend notwendig.

Mit Blick auf die anstehenden Feiertage gibt es bei der Ausgangssperre jedoch einige Lockerungen. So wurde für den 24., 25., 26. und 31. Dezember die Ausgangsbeschränkung von 0 bis 5 Uhr festgelegt. An Neujahr gilt sie von 2 bis 5 Uhr.

Corona-Ausgangssperre in Oberhausen: Stadt ordnet weitere Einschränkungen an

Weitere Ausnahmen seien nur bei wichtigen Gründen möglich. Dazu gehören das Einkaufen von Lebensmitteln, die Versorgung von Tieren sowie Arztbesuche und die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit.

Weitere Einschränkungen in Oberhausen, die ebenfalls seit Dienstag gelten, betreffen den Kontakt zu anderen Personen. Demnach dürfen sich im öffentlichen Raum nicht mehr als zwei Personen bzw. ein Haushalt und eine weitere Person treffen. An Beerdigungen dürfen nicht mehr als 50 Personen teilnehmen. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.