„Zigarettenbande“

Hollywoodreifer Marlboro-Betrug - Zigaretten landeten im gesamten Ruhrgebiet

In einem Transporter stehen Kartons gefüllt mit Stangen von illegal gehandelten Zigaretten.
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Das Zollfahndungsamt Essen hat eine Zigarettenbande aufgedeckt.

Im Ruhrgebiet ist ein Millionen-Betrug um Marlboro-Zigaretten aufgeflogen. Die Täter gingen mit geschickter Tarnung vor – und scheiterten dennoch.

Essen – Es geht um eine Million illegale Zigaretten und fast 145.000 Euro Bargeld: keinen Zweifel, was der Zoll in Essen jetzt aufgedeckt hat, ist Betrug im großen Stil.

DeliktBetrug mit illegalen Zigaretten
TatorteDortmund, Hagen, Kamen, Datteln u.a.
Ermittlungen durchZollfahndungsamt Essen

Illegale Marlboro-Zigaretten für das Ruhrgebiet – Bande fliegt auf

Konkret geht es um die illegalen Machenschaften einer deutsch-polnischen „Zigarettenbande“ wie das Zollfahndungsamt in Essen die Betrüger nennt.

Kopf der Bande soll ein 43-jähriger Intensivtäter aus Polen sein, der im Raum Dortmund wohnt. Er soll im großen Stil mit unverzollten und unversteuerten Zigaretten im Ruhrgebiet Geld gemacht haben.

Kleine Transporter lieferten illegale Marlboro-Zigaretten ins Ruhrgebiet

Bereits seit September 2019 haben die Fahnder den Mann und seine Truppe im Blick. Am 17. März konnte der Essener Zoll endlich zuschlagen. Das ist nach der Aufdeckung einer illegalen Zigaretten-Fabrik in NRW in 2020 der nächste große Schlag der Zollfahndung Essen.

Den Ermittlern gelang es nun, die Ankunft eines Transporters zu beobachten, der mit illegalen Zigaretten beladen sein sollte. Die Betrüger gingen dabei mit filmreifer Tarnung vor. Sie bestückten den Transporter mit Nummernschildern der Deutschen Bahn.

Zoll Essen deckt Betrug mit Zigaretten im Ruhrgebiet auf

Doch die Tarnung flog auf, als die Ermittler an einer Lagerhalle den Inhalt des Transporters erblickten: 400.000 unversteuerte Zigaretten bzw. rund 2000 Stangen. (Hier weitere Blaulicht-News aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24.de lesen)

Das Zollfahndungsamt Essen hat eine Zigarettenbande aufgedeckt. Die unversteuerten Stangen wurden mit kleinen Transportern ins Ruhrgebiet gebracht.

Die Polizei nahm in der Folge zwei Männer noch an Ort und Stelle fest: Einen 59-jährigen Deutschen und einen 50-jährigen Polen – der Fahrer des Transporters.

Brüder aus Datteln gaben Hinweis auf Betrug mit Zigaretten im Ruhrgebiet

Dieser soll laut Zoll Essen diverse hochwertige Elektronik sowie 113.000 Euro Bargeld in seinem Rucksack getragen haben. Das Geld stammt möglicherweise aus dem Verkauf der illegalen Zigaretten der Marke Marlboro.

Video: Erhöhung der Tabaksteuer: Auch E-Zigaretten betroffen

Aufgeflogen ist der Millionenbetrug nach Hinweisen zweier Brüder aus Datteln. Auch gegen sie hatte die Polizei Ermittlungen geführt, weil sie regelmäßig mit illegalen Zigaretten beliefert worden waren.

Unversteuerte Zigaretten landeten in Dortmund und Umgebung und wurden im Ruhrgebiet verkauft

Die unversteuerten Zigaretten sind laut ersten Ermittlungen immer mit Kleintransportern ins Ruhrgebiet gelangt und wurden in und rund um Dortmund gelagert. Von da aus sei die Ware dann ins gesamte Ruhrgebiet verkauft worden, berichten die Fahnder.

Zigaretten der Firma Marlboro landeten unversteuert im Ruhrgebiet.

„Die einschlägig bekannten Täter gingen hochkonspirativ vor, um den Fahndern nicht ins Netz zu gehen“, berichtet der Zoll Essen, ohne Details zu nennen.

Zigaretten-Betrug im Ruhrgebiet: weitere Festnahmen in Dortmund, Kamen und Hagen

Die ersten Ermittlungserfolge führten in der Folge zu weiteren Festnahmen. Noch am selben Tag wurden 13 weitere Durchsuchungsbeschlüsse in Dortmund, Kamen und Hagen vollstreckt.

Dort konnte der Zoll weitere 3421 Stangen, also über eine halbe Million Zigaretten, noch einmal 32.000 Euro Bargeld, drei Fahrzeuge und zahlreiche weitere Beweismittel sichergestellt werden. Den Steuerschaden für die sichergestellten Zigaretten schätzt der Zoll auf über 160.000 Euro.

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