Mysteriöser Fund auf Wiese

Ruhrgebiet: Getötete Gift-Schlangen entdeckt – Familie macht mysteriös Beobachtung

In den Hattinger Ruhrwiesen entdeckte eine Familie drei zerstückelte Schlangen in einem hastig gebuddelten Grab. Inzwischen scheint klar: Hier wurden Giftschlangen vergraben.

Hattingen - Eine Familie aus dem Ruhrgebiet beobachtete am Montagmorgen (17. Mai) einen Mann, der mitten in den Hattinger Ruhrwiesen etwas vergrub. Der Goldhamster seiner Tochter sei verstorben, soll der Unbekannte auf Nachfrage der Beobachter geantwortet werden. Später verhaspelte sich der Mann und sprach von einem Meerschweinchen. Was tatsächlich in der Grube an den Ufern der Ruhr lag, gibt Rätsel auf: Schlangen!

SchlangenartSandotter, europäische Hornotter
Verbreitungtrockene Gebiete in Mitteleuropa
FamilieViper

Ruhrgebiet: Verstümmelte Schlangen in Ruhrwiesen vergraben: Familie ruft Polizei

Mehr als merkwürdig – das fand wohl auch die Hattinger Familie, die daraufhin das kleine Grab in der Wiese wieder aufbuddelte. Und tatsächlich: In dem Loch fanden sie weder Hamster noch Meerschwein, stattdessen erschraken sie über den Anblick von drei verstümmelten Schlangen.

Nach dem Fund riefen sie die Polizei, welche wiederum den Schlangenexperten Martin Maschka, von der Wildnisschule Ruhr hinzuzog. „Der Mann muss sie kurz zuvor erst getötet haben“, erklärt der Schlangenexperte aus dem Ruhrgebiet gegenüber dem WDR. Bei einem Tier soll sogar noch der Schwanz gezuckt haben (mehr News aus dem Ruhrgebiet).

Warum der Mann die Schlangen tötete und vergrub, ist bislang unklar. Es wurde Anzeige erstattet. Maschka ist über das Vorgehen des inzwischen identifizierten Mannes entsetzt. „Es muss sich dabei um Europäische Hornottern handeln und vermutlich um eine Klapperschlange“, erklärt der Schlangen-Experte besorgt. Da die Tiere zum Teil aber zerstückelt waren, muss eine Obduktion des Kreisveterinäramtes für eine exakte Bestimmung der Schlangen abgewartet werden.

Fund im Ruhrgebiet: Schlangen stehen unter strengem Schutz

Sollte es sich tatsächlich um Hornottern und Klapperschlangen handeln, vergrub der Mann unter Schutz stehende Schlangenarten – giftige noch dazu. Selbst wenn diese eines natürlichen Todes gestorben wären, hätte dies dem Veterinäramt gemeldet werden müssen: „Die Tiere sind streng geschützt und man braucht Haltungspapiere für sie“, so Maschka gegenüber dem WDR. Die europäische Hornotter, auch Sandotter, gehört laut dem Universitätsklinikum Bonn zudem zu den gefährlichsten Giftschlangen in Mitteleuropa.

Die Schlangen wurden verstümmelt und in den Ruhrwiesen bei Hattingen vergraben.

Es ist nicht der erste Fall mit Gifttieren, der das Ruhrgebiet beschäftigt. Erst Anfang des Jahres wurde eine Schlange in Dortmund vermisst, deren Suche mehrere Tage andauerte.

Im aktuellen Fall muss nun geprüft werden, ob es sich bei der Tat um eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit handelt. Der Mann, der die Schlangen in den Ruhrwiesen vergrub, konnte inzwischen von der Polizei ermittelt werden, nachdem die Familie sich das Kennzeichen seines Autos notiert hatte. Es soll sich um einen Fahrzeughalter aus Hattingen handeln.

Rubriklistenbild: © Martin Maschka/Henning Kaiser/dpa; Collage: RUHR24

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