Gewalt-Eskalation

NRW: Irre Szenen im Ruhrgebiet– hunderte Schaulustige beobachten Attacken auf Polizei

Die Polizei Dortmund verfolgte die Frau über die A40 bis Essen.
+
In Essen ist es am Samstagabend (17. April) zu einem großen Tumult in Altenessen gekommen.

In Essen ist es am Samstagabend (17. April) zu Gewaltszenen zwischen Polizei, Ordnungsamt und mehreren Männern gekommen – 100 Schaulustige verfolgten das Geschehen.

Essen – Es klingt wie aus einem Staat, in dem die Bürger den Behörden auf der Nase herumtanzen – kommt aber mitten aus dem Ruhrgebiet. In Essen ist eine Kontrolle des örtlichen Ordnungsamts auf dem Altenessener Markt am Samstag (17. April) offenbar komplett eskaliert.

TatortEssen-Altenessen
StraßeVogelheimer Straße/Grünstraße
BeteiligtePolizei und Ordnungsamt Essen

Essen-Altenessen: Polizei und Ordnungsamt geraten in Tumult mit 100 Schaulustigen

Der Tatort ist kein unbekannter: Zum Jahreswechsel 2020/2021 hatte es dort an Silvester Randale gegeben. Im Dezember 2020 eskalierte am Altenessener Markt ein Streit im Clanmilieu, von dem von einer größeren Menschenmenge berichtet wurde, die mit Knüppeln und Eisenstangen aufeinander einprügelten.

Die Polizei Essen schreibt in ihrem aktuellen Bericht ebenfalls von einer Tumultlage, bei der zwischenzeitlich 100 Personen zusammengekommen sein sollen. Ursprung der chaotischen Szenen von Essen-Altenessen soll ein Parkverstoß gewesen sein, den zwei Mitarbeiterinnen des Essener Ordnungsamts (26 und 50) hatten ahnden wollen.

Doch zunächst sollte es nicht so weit kommen. Die Insassen des Fahrzeugs mit Schweizer Kennzeichens sollen die Ordnungsamtsmitarbeiterinnen massiv bedroht haben. Einer der drei Insassen soll einer Mitarbeiterin mit seinem Gesicht sehr nahe gekommen sein. Danach soll er das Auto, in das die Frauen geflüchtet waren, zum Schaukeln gebracht haben.

Essen: Verdächtige flüchten mit Auto – ohne Kennezeichen

Unterdessen sollen weitere Personen am vom Parkverstoß betroffenen Auto – eine schwarze Mercedes G-Klasse – die Kennzeichen abmontiert haben. Als die Polizei Essen am Altenessener Markt eintraf, war das Fahrzeug samt Insassen bereits verschwunden. Doch die Mitarbeiterinnen des Ordnungsamts blieben hartnäckig.

Gegen 19 Uhr verständigten sie abermals die Polizei, weil ein Insasse des Schweizer Autos zum Altenessener Markt zurückgekehrt war. Inzwischen soll sich der Markt mit Schaulustigen gefüllt haben, die sich nicht an Abstandsregeln und Maskenpflicht gehalten haben sollen.

Essen: Verdächtiger (29) ist der Polizei bereits aus weiteren Tumulten bekannt

Die derweil eingetroffene Polizei konnte einen 29-jährigen Essener als Beschuldigten feststellen. Er soll seinen Wohnsitz aktuell in der Schweiz haben und ist der Polizei Essen aus diversen Einsätzen – auch mit Tumulten – bekannt. Einen Fluchtversuch habe die Polizei zunächst unterbinden können, heißt es in dem Bericht der Ordnungshüter.

Doch in der Folge habe eine sich zusammengeschlossene Personengruppe den 29-Jährigen befreien wollen. Schlimmer noch: Ein 40-Jähriger soll die Polizisten so attackiert haben, dass der 29-Jährige flüchten konnte. In der Folge sollen viele der rund 100 Schaulustigen den Altenessener Markt verlassen haben.

Polizei Essen nimmt drei Männer nach Tumulten in Altenessen fest

Mit Unterstützung weiterer Kräfte nahm die Polizei schließlich den 40-Jährigen und einen 25-jährigen Mann fest. Ein weiterer Mann (20), der das Geschehen mit seinem Handy gefilmt haben und es selbst nach Aufforderung der Polizei nicht unterlassen haben soll, wurde ebenfalls festgenommen (hier weitere Blaulicht-News aus dem Ruhrgebiet bei RUHR24 lesen).

Gegen die drei Männer und den flüchtigen 29-Jährigen wird wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, Gefangenenbefreiung sowie Nötigung ermittelt.

Mehr zum Thema