Harte Konsequenzen

Corona in NRW: Post hat Angst vor Anwohnern – und beliefert komplette Straße nicht mehr

In einem Wohnviertel in Duisburg haben Anwohner trotz der Corona-Pandemie immer wieder Angestellte der Post bedrängt. Das Unternehmen zieht nun drastische Konsequenzen.

Duisburg – Sie werden belästigt und trotz der Corona-Pandemie ohne Schutzmaske bedrängt: In einer Straße im Süden von Duisburg haben Mitarbeiter der Deutschen Post einen gefährlichen Job. Das Unternehmen hat wegen der aggressiven Stimmung in der Straße nun harte Konsequenzen gezogen.

StadtDuisburg
Einwohner501.591 (2020)
OberbürgermeisterSören Link (SPD)

Duisburg: Anwohner bedrängen Mitarbeiter der Post – Service aus Angst vor Corona eingestellt

Weil die Postboten immer wieder bedrängt werden, stellt das Unternehmen bereits seit Wochen keine Sendungen mehr in die Hausbriefkästen zu, berichtet die WAZ. Der Grund: Die Anwohner im Duisburger Stadtteil Rheinhausen würden durch ihr distanzloses Verhalten die Paketzusteller gefährden (alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Die Deutsche Post stellt den Service in einem Viertel von Duisburg ein.

Das Problem: Die Sackgasse in Rheinhausen wird von Wohnblöcken gesäumt. Trotz der Corona-Pandemie sind die Paketzusteller in ihren Transportern immer wieder von Menschen ohne Masken umringt worden. Einige von ihnen hätten nicht mehr aussteigen wollen, sagte einer Sprecherin der Post gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Corona-Angst in Duisburg: Anwohner in Rheinberg teilweise „verbal aggressiv“

Übergriffe auf die Mitarbeiter hätte es in Duisburg zwar nicht gegeben, die Situationen sei jedoch teilweise „verbal aggressiv aufgeladen“ gewesen. Um die Mitarbeiter auch vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, stelle die Post derzeit keine Sendungen mehr in die Häuser zu.

Die Bewohner der Sackgasse könnten ihre Pakete jedoch seit Februar in einer Filiale in der Nähe abholen. „Viele machen von der Möglichkeit auch Gebrauch und nutzen dort unsere Bereitstellungsfächer“, erklärte die Sprecherin der Post.

Duisburg: Anwohner sollen Mitarbeiter der Post wegen des Coronavirus in Gefahr bringen

Bereits 2020 habe es Versuche gegeben, mit Streetworkern und Dolmetschern für mehr Corona-Sicherheit in dem Viertel im Süden von Duisburg zu sorgen. Laut der Post sei die Lage für die Mitarbeiter jedoch weiterhin zu gefährlich zu sein, sagte die Sprecherin: „Erst muss dauerhaft sichergestellt sein, dass sie nicht in Gefahr geraten.“

Duisburg-Rheinhausen hat einen Ausländeranteil von über 30 Prozent. In der Corona-Pandemie sind Migranten besonders stark betroffen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kürzlich. Sie seien zudem auch wegen der Sprachbarriere schwer für Impfungen zu gewinnen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kündigte zudem eine Impfkampagne in sozial schwachen Stadtteilen wie Köln-Chorweiler an.

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck/dpa

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