Illegale Feier

Corona-Einsatz im Ruhrgebiet völlig eskaliert: Partygast verletzt Polizisten schwer

Bei einem dramatischen Einsatz der Polizei in Lünen bei Dortmund ist am Wochenende ein Beamter schwer verletzt worden. Ein Partygast war auf ihn losgegangen.

Dortmund/Lünen – In der Corona-Pandemie* werden Polizisten immer wieder zu Partys gerufen. Oft gehen die Einsätze glimpflich aus. Als Beamten der Polizei Lünen am Samstag (10. April) eine Party in Brambauer auflösen wollten, eskalierte die Situation jedoch, berichtet RUHR24*.

StadtLünen
Einwohner89.000 (2020)
BundeslandNordrhein-Westfalen

Lünen (NRW): Einsatz der Polizei eskaliert – Partygast verletzt Beamten schwer

Die Polizei wurde alarmiert, weil Zeugen eine Party in einem Mehrfamilienhaus gemeldet hatten. Die Feiernden verstießen dabei offenbar gegen die geltende Coronaschutzverordnung. Laut der Stadt Lünen gilt derzeit: „Partys und vergleichbare Feiern sind untersagt.“

Höchstens fünf Personen aus zwei Haushalten dürfen sich in der Stadt nördlich von Dortmund* aktuell treffen – Kinder bis 14 Jahren ausgenommen. Bei der Party in einer Wohnung im Stadtteil Brambauer trafen die Beamten am Samstag gegen 20.30 Uhr jedoch laut einer Pressemitteilung auf insgesamt elf Personen. Darunter war auch ein Kleinkind.

In Lünen musste die Polizei eine illegale Feier auflösen. (Symbolbild)

Lünen bei Dortmund: Polizei will illegale Party auflösen

Die Bewohnerin hatte sich nach Angaben der Polizei offenbar zehn Gäste aus verschiedenen Haushalten eingeladen. Einige von ihnen seien bereits „stark alkoholisiert“ gewesen. Einen Mund-Nasen-Schutz habe keiner der Anwesenden getragen.

Als die Partygäste aggressiv wurden, die Polizisten mehrfach beleidigten und sogar den Sicherheitsabstand absichtlich unterschritten, wollten die Beamten die Party schließlich auflösen. Nach der Feststellung ihrer Personalien sollten die Gäste die Wohnung verlassen.

Polizeieinsatz in Lünen (NRW): Betrunkener attackiert Polizisten von hinten

Drei Männern (31, 34 und 39) gefiel das offenbar überhaupt nicht, berichtet die Polizei Dortmund jetzt (alle Blaulicht-News aus dem Ruhrgebiet* auf RUHR24). Der 31-Jährige verließ das Haus, soll die Polizisten dabei jedoch durchgehend beleidigt haben. Weil er anschließend trotz eines Platzverweises nicht nach Hause ging, wollten die Polizisten ihn „zur Verhinderung weiterer Straftaten“ in Gewahrsam nehmen.

Das habe sein 34-jähriger Bekannter offensichtlich verhindern wollen und sei mit geballter Faust von hinten auf einen der Beamten zugegangen. Der Polizist konnte den Angriff mit einem Schlagstock abwehren, den ihm der Angreifer anschließend wegnehmen wollte. Bei der Rangelei stürzten der Partygast und der Polizist zu Boden. Der Beamte verletzte sich dabei schwer.

Illegale Party in Lünen bei Dortmund: Drei Polizisten verletzt – Strafanzeigen gegen Gäste

Erst mit weiteren Polizisten gelang es, die aufgeheizte Situation unter Kontrolle zu bringen. Die drei aggressiven Männer kamen anschließend in Gewahrsam. Der 31-Jährige soll zuvor noch versucht haben zu fliehen.

Bei dem Einsatz in Lünen, wo kürzlich ein Kraftwerk gesprengt wurde*, wurden zwei weitere Polizisten leicht verletzt. Anders als der schwerverletzte Beamte konnten sie ihren Dienst jedoch fortsetzen.

Alle Partygäste müssen nun mit Ordnungswidrigkeitsanzeigen rechnen. Die drei aggressiven Männer bekommen zudem Strafanzeigen wegen des Verdachts des Widerstands gegen und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte. Besondere Haftgründe hätten nicht vorgelegen, die Männer aus Lünen bleiben daher auf freiem Fuß. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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