Lockerungen in NRW

NRW setzt Corona-Lockerungen um: Außen-Gastronomie darf unter einer Bedingung öffnen

Die Städte im Ruhrgebiet sind eng vernetzt. Nirgendwo in NRW wohnt man näher beieinander als hier. Dennoch unterscheiden sich die Corona-Regeln auf 5 Kilometer, oder weniger, enorm.

Dortmund - Oft ist es nur die „Straße runter“, manchmal der direkte Nachbar: Was hier gilt, kann auf der anderen Straßenseite schon ganz anders aussehen. Wie unterschiedlich die Corona-Schutzmaßnahmen in den verschiedenen Städten und Kreisen ausfallen, ist im eng besiedelten Ruhrgebiet stärker zu spüren, als an vielen anderen Orten in NRW.

LandNRW
Inzidenz116,1 (Stand 12. Mai)
Kreise und Städte unter Inzidenz 10015

Lockerungen in NRW: Fällt die Inzidenz unter 100, fällt die Ausgangssperre und Biergärten öffnen

Die magische Grenze für die neuen Corona-Regeln in NRW liegt ab Samstag (15. Mai) bei einer Inzidenz von 100. Fällt sie darunter, dürfen Biergärten öffnen, dürfen Menschen nach 22 Uhr noch das Haus verlassen, dürfen Freibäder wieder öffnen. Im Ruhrgebiet bedeutet das mitunter aber auch: Während mein Nachbar schon um 22 mit wehenden Fahnen nach Hause rennt, kann ich selber noch gemütlich im Biergarten sitzen.

So ist es zum Beispiel, wenn mein Nachbar Dortmunder ist (aktuelle Inzidenz 129,2, Stand 13. Mai), ich selber aber im EN-Kreis wohne (aktuelle Inzidenz 78,1, Stand 13. Mai). In einigen Straßen wissen manche Anwohner vermutlich nicht mal, wo genau nun Dortmund anfängt und Witten (EN-Kreis) aufhört. Auf dem Schnee zum Beispiel. Oder in Dortmund Kruckel.

Ähnlich ergeht es Bochumern und Hattingern oder Hagenern und Herdeckern. 15 Kreise und Städte in NRW dürfen ab Samstag die Corona-Einschränkungen zurückfahren, nachdem sie einen Inzidenz-Wert von unter 100 verzeichneten – ihre Nachbarn häufig aber nicht (mehr News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24).

Öffnung der Gastronomie in NRW: Freiheiten für 5 Kreise und Städte im Ruhrgbiet

Konkret heißt das: Fällt der Wert in den Kommunen fünf Werktage lang stabil unter eine Inzidenz von 100, entfällt die Ausgangssperre und Genesene, negativ Getestete und Geimpfte dürfen sich wieder im Biergarten treffen. Der Test behält ganze 48 Stunden seine Gültigkeit. Für einen ordentlichen Schwips beim Kaltgetränk auf der Bierbank dürfte das reichen. Selbst für einen etwas längeren Nach-Hause-Weg ist noch genügend Zeit.

Schon am Samstag könnte in einigen Städten und Kreisen in NRW das rote Flatterband um die Biergärten fallen.

Neben dem Ennepe-Ruhr-Kreis schafften es im Ruhrgebiet bisher auch Essen, Mülheim an der Ruhr, Bottrop und der Kreis Recklinghausen unter eine Inzidenz von 100. In Essen erklärte Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) gegenüber RP Online: Dass nicht nur Geimpfte und Genesene, sondern auch negativ Getestete so wieder zusammenkommen könnten, werde vielen Menschen guttun.

An der neuen Freiheit dürfen nach aktuellem Stand Städte wie Bochum und Dortmund jedoch nicht teilhaben. Auch Gelsenkirchen, Hagen, Unna und einige andere Städte und Gemeinden sind nicht mit dabei.

NRW-Oppositionsführer Thomas Kutschaty (SPD) mahnte allerdings auch schon jetzt, die „Erfolge nicht durch überhastete Schnellschüsse zu verspielen“. Denn mit den Öffnungen könnte das weitere Sinken der Inzidenz gefährdet werden. Dann könnten Städte wie Dortmund das kurze Aufatmen einfach verpassen.

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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