Reihenfolge ist vorgegeben

Corona-Trick greift im Ruhrgebiet um sich - Patienten erschleichen sich Termine

Die Einhaltung der Impfreihenfolge ist im Kampf gegen Corona maßgeblich. Doch es gibt immer wieder Impf-Vordrängler. Der Kreis Unna im Ruhrgebiet geht gegen sie vor.

Kreis Unna - Als sei das ganze Thema rund um die Corona-Impfungen nicht sowieso schon brisant genug, sorgen Personen, die sich nicht an die Impfreihenfolge halten wollen, ebenfalls immer wieder für Probleme. Zuletzt hatten in Dortmund verfrühte Corona-Impfungen von Klinik-Chefs für massive Kritik gesorgt. Im Kreis Unna in NRW sind sogenannte Impf-Vordrängler derzeit ebenfalls ein großes Problem.

KreisUnna
Fläche542,6 km²
Einwohner394.709 (2020)

Impfreihenfolge in NRW: Corona-Impfzentren halten sich an den Fahrplan

Dem einen oder anderen mag es nicht passen. Aber die Impfstrategie in Deutschland unterliegt einem strikten Fahrplan. Dieser folgt der Corona-Impfverordnung des Bundes und den Vorgaben der NRW-Landesregierung. Es geht der Reihe nach – daran halten sich auch die Impfzentren (mehr Corona-News aus NRW auf RUHR24.de).

Bei der Impfreihenfolge den Überblick zu behalten, ist sicher nicht immer leicht. Derzeit gehen die Corona-Impfungen an die über 80-Jährigen, Pflegebedürftige und Menschen in Pflegeeinrichtungen. Außerdem sind Personen an der Reihe, die im medizinischen oder pflegerischen Bereich arbeiten sowie Kita- und Lehrpersonal von Grund- und Förderschulen.

Impf-Vordrängler im Kreis Unna (NRW): Corona-Impfung bekommen nur Personen mit Berechtigung

Personen, die sich da irgendwie vordrängeln wollen, erschweren die Arbeit in den Impfzentren erheblich. Der Kreis Unna im Ruhrgebiet kann davon aktuell leider ein Lied singen. „Wer sich einen Termin bei der Kassenärztlichen Vereinigung bucht, obwohl er noch keine 80 Jahre oder älter ist, muss am Impfzentrum abgewiesen werden“, sagt Josef Merfels, Leiter des Gesundheitsamts in Unna.

Das Problem: Eine Kontrolle des tatsächlichen Alters und damit der Berechtigung für eine Impfung gegen das Coronavirus findet während der Terminbuchung nicht statt. Das geschehe dann erst im Impfzentrum. Vor Ort werde bei jeder Person die Berechtigung geprüft – und wer nicht berechtigt ist, bekomme auch keine Impfung, so Merfels weiter. „Wir bitten daher nur diejenigen Termine zu buchen, die auch tatsächlich an der Reihe sind. Alle anderen müssen Geduld haben.“

Impf-Vordrängler haben in Unna (NRW) keine Chance: Persönliche Beziehungen und Tricks bringen nichts

Impf-Vordrängler haben demnach im Kreis Unna keine Chance auf einen früheren Termin. Ausnahmen gebe es dort nicht. Wer hoffe, durch „geheime“ Listen, „persönliche Beziehungen oder Tricks an tagesaktuell übrig gebliebene Rest-Impfdosen zu kommen“, werde enttäuscht. Für Restdosen gebe es einen konkreten Plan für das Kreis-Impfzentrum in Unna und „eindeutige Anweisungen an die mobilen Impfeinheiten“, so der Leiter des Gesundheitsamts.

Diese Dosen würden innerhalb der aktuell berechtigten Personengruppen mit höchster oder hoher Priorität verimpft. Teilweise könnten auch Personen angesprochen werden, die zu einem späteren Termin bereits eine Zusage für eine Corona-Impfung haben, ob sie einen Termin eher wahrnehmen können.

Corona in NRW: Impf-Vordränglern könnte bald ein hohes Bußgeld drohen

Übrigens: Verstöße gegen die in der Impfverordnung festgelegte Reihenfolge sollen schon bald als Ordnungswidrigkeit eingestuft werden. Der Vorschlag dazu stammt aus einem Antrag der Fraktionen von CDU und SPD im Bundestag, mit dem das „Gesetz zur Fortgeltung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ geändert werden solle.

Demnach könnten dreisten Impf-Vordränglern demnächst hohe Geldstrafen drohen. Gilt das Vordrängeln bei Impfungen als Ordnungswidrigkeit, könnte es mit einem Bußgeld bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

Rubriklistenbild: © Nicolas Armer/dpa

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