Weg aus dem Corona-Lockdown

Restaurants und Kneipen: Ruhrgebiets-Stadt prescht mit neuem Corona-Plan vor

Für die Hotels und Restaurants in Essen gibt es nun einen 10-Punkte-Plan.
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Wegen der Corona-Pandemie haben Hotels, Restaurants und Kneipen immer noch geschlossen. In Essen gibt es jetzt einen 10-Punkte-Plan, um die Betriebe zu unterstützen.

Essen – Der Einzelhandel in NRW durfte trotz steigender Inzidenzwerte zuletzt wieder öffnen – dank des „Click-and-Meet“-Konzepts ist Einkaufen unter Einschränkungen möglich*. Die Hotels, Restaurants sowie Cafés, Clubs und Kneipen in den deutschen Städten schauen jedoch weiterhin in die Röhre, berichtet RUHR24.de*.

StadtEssen
Fläche210,3 km²
Einwohner582.760 (2020)
OberbürgermeisterThomas Kufen (CDU)

Öffnung von Restaurants und Hotels in NRW: Steigende Corona-Inzidenz macht wenig Hoffnung

Zwar sind laut den letzten Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern auch in diesen Bereichen Öffnungsschritte vorgesehen. Sie könnten ab Montag (22. März) greifen. Die steigende Sieben-Tage-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen (85,1; Stand 17. März) lässt allerdings böses erahnen. Die Betriebe könnten weiterhin geschlossen bleiben (mehr Corona-News aus NRW* im Live-Ticker auf RUHR24.de).

Rufe nach weiteren Hilfen und Konzepten für mögliche Teil-Öffnungen von Hotels und Restaurants werden laut. So äußerte sich SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach* in der ARD-Talkshow „Anne Aill“ kürzlich wie folgt: „Ich bin für die Öffnung der Außengastronomie, um es klar zu machen, mit Antigen-Tests. Wenn an dem Tag getestet wurde, ist das sicher – das ginge.“

Öffnung der Außengastronomie in NRW: Bei einer Inzidenz unter 100 nur mit Terminbuchung

Von einer stabilen Inzidenz unter 50 ist NRW derzeit weit entfernt. Würde der Wert zwei Wochen konstant unter dieser Marke liegen, könnte den Beschlüssen zufolge immerhin die Außengastronomie wieder öffnen. Auf eine Alternative hofft nun die Hotel- und Gastronomiebranche. Bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 darf die Außengastronomie immerhin mit einer Terminbuchung und unter Vorlage eines negativen Corona-Tests öffnen.

Bund und Länder wollen sich hierzu im nächsten Corona-Gipfel am 22. März beraten. Die DEHOGA NRW (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) teilte bereits mit, dass man danach eine Öffnungsperspektive und weitere angemessene Hilfen für die Hotels und Restaurants erwarte. Vor allem nach den für Ostern angekündigten Hotel-Öffnungen auf Mallorca macht sich bei den Gastronomen in NRW Frust breit*.

Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) hat an dem 10-Punkte-Plan für Hotels und Restaurants mitgewirkt.

Ruhrgebiets-Stadt prescht voran: Essen stellt 10-Punkte-Plan für Restaurants und Co. vor

Die Stadt Essen im Ruhrgebiet hat darauf nun reagiert und einen 10-Punkte-Plan für die „Essener Gastronomie und Hotellerie“ auf den Weg gebracht. Dieser solle den Hotels, Restaurants, Clubs und Kneipen dabei helfen, den Weg aus dem Corona-Lockdown „verlässlicher und besser gestalten“ zu können. Der Plan umfasse deshalb nicht nur kurzfristige, sondern auch mittelfristige Maßnahmen.

„Die Übernachtung im Hotel für Privat-Reisende und der Besuch in den gastronomischen Betrieben kann nun schon seit fast fünf Monaten nicht mehr stattfinden“, so Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen. Es gehe deshalb nicht nur um eine finanzielle Entlastung der Betriebe, sondern auch um Anlässe, „die von Gastronomie und Hotellerie genutzt werden können“.

Video: „Stimmung katastrophal“ – Wirtschaftsverbände fordern Corona-Lockerungsfahrplan

Weg aus dem Corona-Lockdown: Stadt Essen könnte anderen Städten als Vorbild dienen

Zusammen mit dem DEHOGA habe man deshalb ein Konzept erarbeitet, welches jetzt mit Maßnahmen unterfüttert und anschließend umgesetzt werden soll. „Wir freuen uns, dass die Stadt Essen hier vorangeht und hoffentlich vielen anderen Städten als Beispiel dient“, so Moritz Mintrop, DEHOGA-Vorstand in Essen.

Der 10-Punkte-Plan der Stadt Essen umfasst folgende Punkte:

  1. Einführung einer einheitlichen App zur Registrierung und Daten-Nachverfolgung von Gästen in der Gastronomie. Hier wird eine regionale Lösung angestrebt.
  2. Stundung und Herabsetzung von Gewerbesteuer und Vergnügungssteuer bei von der Corona-Krise getroffenen Betrieben. Sie sollen so finanziell entlastet werden.
  3. Unterstützung bei innovativen Veranstaltungsformaten. Gesundheitsschutz, smarte Ideen und die Rückkehr zu persönlichen Begegnungen sollen dabei maßgeblich sein.
  4. Entwicklung und Durchführung von coronakonformen Veranstaltungen. Als mögliche Veranstaltungsorte bieten sich etwa die Innenstadt oder der Grugapark Essen an.
  5. Verlängerung der Gebührenreduzierung für die Außengastronomie bis Ende Dezember 2021.
  6. Vereinfachte Ausweitung der Außengastronomie bis Ende Dezember 2021. Die Nutzung von Heizpilzen wird derzeit geduldet und unterliegt keiner Befristung.
  7. Senkung der Mehrwertsteuer nicht nur auf Speisen, sondern auch auf Getränke in gastronomischen Betrieben.
  8. Prüfung von Gutscheinmodellen anderer Städte für die Gastronomie. Ziel ist es, den Einzelhandel und die Gastronomie für die Zeit nach dem Lockdown zu unterstützen und Kaufanreize zu schaffen.
  9. Fortsetzung des Projekts „Essen hält zusammen“. Angebote der Restaurants, Cafés und Kneipen sollen auch weiterhin gebündelt platziert werden
  10. Das Thema „Urlaub in Essen“ vorantreiben, um künftig wieder mehr Gäste nach Essen zu locken.

10-Punkte-Plan aus Essen: Unterstützung von Bund und Ländern ist notwendig

Eine Umsetzung des 10-Punkte-Plans aus Essen sei jedoch nur möglich, wenn auch Bund und Länder eine entsprechende Unterstützung liefern. „Eine Öffnungs- wie eine „Offen-Bleibe-Perspektive“ gelingen, wenn die staatlichen Maßnahmen und die Maßnahmen vor Ort in den Betrieben ineinander greifen“, sagte Bernd Niemeier, Präsident des DEHOGA Nordrhein-Westfalen am Dienstag (16. März). NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hält weitere Öffnungen in Nordrhein-Westfalen ab dem 22. März derweil für fraglich, wie er bei einer Pressekonferenz klarmachte.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Essen liegt laut dem Robert-Koch-Institut mit einem Wert von 84,1 (Stand 17. März) derzeit übrigens nur knapp unter der Inzidenz in NRW – und damit weit von der 50er-Grenze entfernt. *RUHR24.de ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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