Hilferuf einer Branche

Corona-Alarm bei "Night of Light": Warum heute Abend im Ruhrgebiet viele Gebäude rot beleuchtet werden

Die Veranstaltungsbranche schlägt Coronavirus-Alarm. Mit einer außergewöhnlichen Aktion wollen sie jetzt auf ihre desaströse Lage aufmerksam machen. 

  • Seit dem 10. März dürfen wegen der Coronavirus-Krise keine Events und Großveranstaltungen mehr stattfinden.
  • Am Montag (22. Juni) will die Branche daher mit "Night oft Light 2020" ein leuchtendes Mahnmal setzen.
  • Deutschlandweit sollen mehr als 5000 Locations rot angeleuchtet werden.

Update, Montag (22. Juni), 19.25 Uhr: NRW/Dortmund/Essen - Inzwischen beteiligen sich mehr als 8000 Unternehmen an der Hilfs-Aktion "Nigth of Lights". Sie alle wollen gegen 22 Uhr ihre Gebäude rot anstrahlen und das Licht erst nach Mitternacht wieder ausmachen. 

In einer heutigen Pressekonferenz hat Initiator Tom Koperek noch einmal deutlich gemacht, dass es sich bei der roten Beleuchtung um einen Hilferuf an die Politik handelt. 

Man sei als während der Coronavirus-Krise als Wirtschaftssektor vergessen worden, dabei stehe man in seiner Wichtigkeit der Automobilbranche in nichts nach. Indem gleichzeitig mehr als 8000 Gebäude angeleuchtet werden, wolle man auf die Bedeutung des Sektors in seiner Gesamtheit aufmerksam machen, so Tom Koperek

Erstmeldung, Sonntag (21. Juni), 18.30 Uhr: Es ist ein dringender Appell, den die Initiatoren der leuchtenden Aktion da an die Bundesregierung richten: "Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht". Und deshalb will man am 22. Juni ein eindeutiges Zeichen oder besser einen Hilferuf starten, um auf die Situation aufmerksam zu machen und die Politik zu einem gemeinsamen Dialog für einen Weg aus der Coronavirus-Krise aufzufordern.

Aktion:

Night of Light 2020

Datum: 

22. bis 23. Juni

Uhrzeit:

22 bis 1 Uhr

Ort:

Deutschlandweit

Teilnehmer:

Unternehmer aus der Veranstaltungswirtschaft

Rote Gebäude in ganz Deutschland: Coronavirus legt Veranstaltungsbranche still

Die Coronavirus-Pandemie hat das öffentliche Leben für einige Monate nahezu stillgelegt. Während inzwischen schon wieder zahlreiche Lockerungen ein Stück Normalität in den Alltag zurückgebracht haben, steht eine Branche noch immer still: die Veranstaltungsbranche

Seit dem 10. März sind jegliche Großveranstaltungen, Konzerte, Festivals oder Messen untersagt. Auch tanzt derzeit niemand mehr in Clubs, Bars und Kneipen. Unter strengen Auflagen gibt es inzwischen zwar wieder einige Ausnahmen, jedoch sei das kaum wirtschaftlich durchführbar, so heißt es vonseiten der Initiatoren der Aktion "Night of Light"

Und dass das auch der Realität entspricht, zeigt ein Fall aus Bochum. Hier musste der Betreiber nur wenige Tage nach der Eröffnungen wieder schließen. Die Umsetzung der Corona-Maßnahmen sei nicht zu stemmen gewesen. Und auch in Dortmund findet derzeit parallel zu Night of Light eine Hilfsaktion auf Facebook statt, mit der Club-Betreiber versuchen, auf ihre Fixkosten zu kommen. 

Wegen Coronavirus: Veranstaltungsbranche startet besondere Aktion "Night of Light"

Ähnlich wie dem Kneipenwirt aus Bochum geht es noch insgesamt rund 5000 anderen Betreibern aus der Veranstaltungswirtschaft. Sie haben sich deshalb zusammengeschlossen und führen am Montagabend (22. Juni) eine besondere Aktion durch: Die "Night of the Light 2020".

Für mehrere Stunden sollen dann bundesweit alle Unternehmen aus der Veranstaltungsbranche, die wegen des Coronavirus in Not geraten sind, ihre Gebäude mit roter Beleuchtung anstrahlen. Sie wollen damit auf die dramatische Situation in der Veranstaltungswirtschaft aufmerksam machen (mehr News aus dem NRW-Ressort von RUHR24).

Veranstaltungsbranche in Corona-Not: Das hat es mit dem roten Leuchten am 22. Juni auf sich

Die rote Beleuchtung steht symbolisch dafür, dass die "Veranstaltungswirtschaft auf der Roten Liste der akut vom Aussterben bedrohten Branchen steht." Auch signalisiert das rote Licht die "Alarmstufe Rot", denn laut Tom Koperek, Initiator der Aktion, sind ein Milliardenmarkt und Hunderttausende Arbeitsplätze in Gefahr.

Auch das Steigerhaus in Oberhausen beteiligt sich an der Aktion Night of Light 2020.

Mit der Aktion wollen sich die Veranstalter an die breite Öffentlichkeit, aber auch an die Politik richten. Sie wollen auf die dramatische Lage der Branche aufmerksam machen und dass sie statt Kreditprogramme finanzielle Hilfe benötigen. Das Ziel der Aktion der roten Illumination soll daher sein mit der Politik in einen Dialog zu kommen und einen gemeinsamen Weg aus der Coronavirus-Krise zu finden.

Und deshalb steht die rote Beleuchtung am 22. Juni noch für etwas anderes: für Leidenschaft. Das Erstrahlen der Veranstaltungslocations in roter Farbe soll signalisieren: "Wir brennen für das, was wir tun." Und daher will man mit der Aktion einen Versuch starten, die Branche aus der Corona-Not zu retten.

Rotes Licht an Gebäuden im Ruhrgebiet: "Night of Light" in NRW

Auch im Ruhrgebiet beteiligen sich zahlreiche Unternehmen an der Aktion "Night of the Light 2020". So sollen unter anderem die 

  • Zeche Zollverein in Essen 
  • Opernhaus und U-Turm in Dortmund 
  • und die Rathäuser in Herne und Gladbeck 

am Montag in rotem Licht erstrahlen. 

Und nicht nur im Ruhrgebiet und in NRW erleuchten viele Veranstaltungsgebäude in rotem Licht, sondern deutschlandweit beteiligen sich rund 5200 Unternehmen an der Aktion. Eine interaktive Karte auf der Webseite der Aktion zeigt, wer "Night of Light" unterstützt und welche Unternehmen ihr Gebäude rot anleuchten werden.

Rubriklistenbild: © Bootshaus / dpa, Night of Light, Collage: Ruhr24