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Der 14-Jährige, der in Verdacht steht, maßgeblich an der Vergewaltigung einer jungen Frau in Mülheim beteiligt gewesen zu sein, nimmt nach Angaben der Stadt schon länger an einer Präventivmaßnahme für potenzielle Intensivstraftäter teil.

  • Das Programm des NRW-Innenministeriums heißt „Kurve kriegen“.
  • Das Programm hat zum Ziel, kriminelle Kinder und Jugendliche möglichst früh auf den Weg aus der Kriminalität zu führen.
  • Familie des Tatverdächtigen aus Mülheim wird seit 2018 betreut.

Der 14-Jährige, der zusammen mit zwei 12-Jährigen eine Frau vergewaltigt haben soll, befindet sich in der Maßnahme „Kurve kriegen“. Er soll so aus dem „Strudel einer Intensivtäterschaft herausgeholt werden“, so Stadtsprecher Volker Wiebels am Mittwoch (10. Juli).

Vergewaltigung in Mülheim: Jugendlicher ist Wiederholungstäter

Bereits seit 2018 bekommt die Familie Hilfe von einer professionellen Organisation. Im vergangenen Jahr habe es einen runden Tisch mit allen beteiligten Institutionen gegeben. Daran seien unter anderem Jugendamt, Polizei und die Schule des 14-Jährigen beteiligt gewesen.

Der 14-Jährigen sitzt wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft. Er soll in der Vergangenheit in noch strafunmündigem Alter wegen zwei sexuellen Belästigungen aufgefallen sein. Das hatte die Staatsanwaltschaft mitgeteilt. 

Mittlerweile hat das Jugendamt außerdem Kontakt zu allen Familien der fünf minderjährigen Tatverdächtigen aufnehmen können. Zunächst hatten Mitarbeiter des Jugendamts nicht allen Eltern sprechen können.

Beim Versuch einer Kontaktaufnahme am Montag, hatte mindestens eine Familie die angebotene Hilfe abgelehnt. Heute hätten aber „alle Familien sehr bereitwillig mit uns zusammengearbeitet“, so Wiebels.

Zuletzt kochte die Wut auch gegen den Mülheimer Oberbürgermeister Scholten hoch. Er hatte sich zunächst nicht zu der Vergewaltigung geäußert. Auch ein Psychologe, der sich in einem WDR-Interview zum Opfer geäußert hat, musste scharfe Kritik einstecken. Er bekam sogar Drohmails.

Familie kommt in engmaschige Betreuung

Das Kindswohl der Verdächtigen und ihrer Geschwister sei nicht gefährdet. Davon konnten sich Jugendamts-Mitarbeiter nun ein Bild machen. Die Familien kommen jetzt in eine „engmaschige“ Betreuung. Beratungsgespräche, eine psychologische Betreuung oder eine Familienhilfe zur Alltagsbegleitung sind denkbar.

Die Polizei Mülheim ermittelt außerdem in einem weiteren Fall der mutmaßlichen sexuellen Belästigung. Eine Jugendlichen soll am vergangenen Sonntag (7. Juli) laut Duisburger Staatsanwaltschaft von fünf Tatverdächtigen eingekreist worden sein. Die Tatverdächtigen sind ein 11-Jähriger sowie vier 15 bis 17 Jahre alte Jugendliche. Mit dpa-Material

„Kurve kriegen“

Die Präventivmaßnahme wurde 2011 ins Leben gerufen. Die Initiative soll Kindern und jungen Jugendlichen helfen, Wege aus der Kriminalität zu finden. Zielgruppe sind auffällige Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 15 Jahren. Bei der Maßnahme arbeiten pädagogische Fachkräfte mit der Polizei zusammen.