Frau (18) in Mülheim vergewaltigt? Das passiert jetzt mit den drei angeklagten Jugendlichen

Mülheim: In der Nähe dieses Spielplatzes ist eine junge Frau von einer Gruppe Jugendlicher überfallen und sexuell missbraucht worden. Foto: Roland Weihrauch/dpa
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Mülheim: In der Nähe dieses Spielplatzes ist eine junge Frau von einer Gruppe Jugendlicher überfallen und sexuell missbraucht worden. Foto: Roland Weihrauch/dpa

Fünf Jugendliche sollen in Mülheim gemeinsam eine junge Frau vergewaltigt haben. Drei von ihnen hat die Staatsanwaltschaft jetzt angeklagt. Hier mehr lesen!

Der Fall schockierte das gesamte Ruhrgebiet: Nach der mutmaßlichen Vergewaltigung einer jungen Frau (18) in Mülheim in diesem Sommer hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen drei Jugendliche erhoben.

  • Der Prozess gegen drei von fünf Jugendlichen startet nach einer möglichen Vergewaltigung in Mülheim.
  • Zwei Tatverdächtige sind strafunmündig.
  • Die Stadt prüft die Abschiebung der Familie eines Tatverdächtigen.

Vergewaltigung in Mülheim: 12-Jährige waren strafunmündig

Die Jungen waren zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat im vergangenen Juli 14 Jahre alt. Gegen zwei damals Zwölfjährige, die ebenfalls an der Tat beteiligt gewesen sein sollen, waren die Ermittlungen eingestellt worden. Sie sind strafunmündig.

+++ SEK-Einsatz in Mülheim: Libanesische Familie weigert sich auszureisen. +++

Nach Angaben des Landgerichts Duisburg vom Donnerstag (10. Oktober) soll einer der drei Angeschuldigten das Opfer zu einem Treffpunkt in Mülheim bestellt haben. Von dort sei sie in ein Waldstück geführt worden, wo die fünf Kinder und Jugendlichen gewaltsam den Geschlechtsverkehr mit der jungen Frau erzwungen haben sollen.

Den in Untersuchungshaft sitzenden mutmaßlichen Haupttäter hat die Staatsanwaltschaft Duisburg zudem wegen des Verdachts einer weiteren Vergewaltigung angeklagt. Er soll die junge Frau zuvor schon einmal vergewaltigt haben.

Bei einem ähnlichen Fall soll sich ein Mann in Dortmund Zugang zur Wohnung einer Frau verschafft und sie dort vergewaltigt haben.

Tatverdächtiger und Familie schon länger im Fokus

Der 14-jährige Tatverdächtige war schon länger Teil einer Präventivmaßnahme für potentielle Intensivstraftäter. Auch die Familie wird seit 2018 von der Initiative „Kurve kriegen“ betreut.

Ob gegen die drei Jugendlichen verhandelt wird, entscheidet das Landgericht. Eine Jugendkammer prüfe derzeit die von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfe, teilte das Gericht mit. Die Entscheidung werde nicht vor Ablauf der Fristen für Stellungnahmen Ende Oktober fallen.

Mülheim will Jugendlichen samt Familie abschieben

Die drei Tatverdächtigen sind nach früheren Angaben der Polizei bulgarische Staatsbürger. Die Familie des Hauptverdächtigen soll nach dem Willen der Stadt in ihr Heimatland zurückkehren.

Die Stadt Mülheim hat ein Verfahren zur Einschränkung der Freizügigkeit, wie sie für EU-Bürger gilt, eingeleitet, weil der Vater keinen Arbeitsplatz nachweisen konnte. Gegen eine Ausweisung kann die Familie nach Angaben der Stadt noch klagen. mit dpa-Material