SEK-Einsatz in Mülheim: Libanesische Familie wehrt sich vehement gegen Ausreise

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SEK, Polizei, Sondereinsatzkommando. Foto: Boris Roessler/dpa

Weil sich eine libanesische Familie weigerte auszureisen, musste in Mülheim an der Ruhr das SEK anrücken. Die Situation eskalierte. Hier die Infos.

Weil sich eine libanesische Familie mit allen Mitteln dagegen wehrte, aus Deutschland auszureisen, musste in Mülheim an der Ruhr das SEK anrücken.

  • Die Mutter der Familie drohte damit, sich umzubringen, falls sie nach Spanien ausreisen soll.
  • Zuerst gab es einen polizeilichen Großeinsatz, dann rückte das SEK an.
  • Schuld an der Ausreise ist der 16-jährige Sohn.

Wie die Bild berichtet, lebt die libanesische Familie derzeit in einer städtischen Unterkunft in Mülheim an der Ruhr (NRW). Zu den Familienmitgliedern zählen die Mutter (39) sowie ihre drei Söhne (10,16 und 19).

Nachdem gegen den 16-jährigen wegen sexueller Belästigung ermittelt worden ist, sollte die Familie nun in ein anderes EU-Land überführt werden. In dem Fall Spanien.

Situation in Mülheim an der Ruhr eskalierte

Als die Beamten der Zentralen Ausländerbehörde am Donnerstag (17. Oktober) um 5.45 Uhr an der Wohnung der libanesischen Familie in Mülheim an der Ruhr eintrafen, wurde es schnell problematisch. Denn die Mutter sowie der 16-Jährige sperrten sich in einem Zimmer ein und weigerten sich, mitzukommen.

Die Situation eskalierte komplett, als die Mutter ein Messer zog, es sich an den Hals hielt und damit drohte, sich das Leben zu nehmen. Der polizeibekannte 16-Jährige hielt sich währenddessen am Fenster auf.

Als es immer bedrohlicher wurde, riefen die Beamten die Polizei und es kam zu einem Großeinsatz. Sogar das SEK kam zur Verstärkung. Um kurz nach 9 Uhr morgens war der Einsatz beendet. Die Kinder kamen in behördliche Obhut, die Mutter verletzte sich leicht.

Familie soll dennoch nach Spanien gebracht werden

Trotz des riesigen Aufstands und der vehementen Verweigerung, Deutschland zu lassen, soll die Familie nach Spanien zurückgebracht werden. Abhängig ist das Abreisedatum aber vom Gesundheitsstatus der Mutter.

Der 16-Jährige, der bereits mündig ist, kann unabhängig davon nach Spanien gebracht werden. Die Polizei Mülheim ermittelt nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte gegen ihn sowie gegen seine Mutter.

Das soll der 16-Jährige Libanese getan haben

Wie es von der Bild weiter heißt, soll der 16-Jährige aus Mülheim mit vier weiteren Jugendlichen ein Mädchen (15) nach Verlassen eines Busses sexuell belästigt haben. Nach den Aussagen der 15-Jährigen soll die Gruppe sie umringt und mit einem Flatterband an der Flucht gehindert haben.

Anschließend sollen die mutmaßlichen Täter dem Mädchen an den Po gefasst haben. Erst als Zeugen der Schülerin zu Hilfe kamen, hätten sie sich entfernt.

Ein Zeuge hätte die Gruppe danach verfolgt und die Polizei zu ihr gelotst. Die Tatverdächtigen wurden wenig später festgenommen, aber nach der Vernehmung direkt wieder freigelassen.

Im Sommer sorgte in Mülheim ein Vergewaltigungs-Fall für Aufsehen, als mehrere Jugendliche eine junge Frau (18) vergewaltigt haben. Jetzt wurde publik, was mit den Angeklagten passieren soll.