Sechs Monate Haft

Mann schmeißt Hündin in die Ruhr - jetzt gibt es ein drastisches Urteil

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Die Schlossbrücke in Mülheim an der Ruhr

Volltrunken hatte ein Mann aus Mülheim den Hund seines Lebensgefährtens in die Ruhr geworfen. Das Tier erlitt einen Leberriss und starb.

  • Ein Mann aus Mülheim hatte vergangenes Jahr eine Hündin in die Ruhr geworfen.
  • Die Tat, die zum grausamen Tod des Tieres führte, hatte für großes Entsetzen gesorgt.
  • Jetzt wurde der Mühlheimer verurteilt.

Mülheim - Das Amtsgericht Mülheim an der Ruhr hat am Donnerstag (28. November) einen Mann zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt, der Ende 2018 die Hündin seines Lebensgefährten in die Ruhr geworfen hatte. Vor Gericht behauptete der Mann nach Berichten des WDR, er hätte das Tier aus Mitleid in den Fluss geworfen.

Mülheim: Hund starb an Verletzungen

Die Hündin war lebendig, als der jetzt verurteilte 58-Jährige sie packte und über das Geländer der Schlossbrücke in Mülheim in die Ruhr warf. Entsetzt hatten Zeugen den Vorfall beobachtet. Den Hund konnten sie trotz größter Bemühungen jedoch nicht aus dem Fluss zu retten. Selbst die alarmierten Rettungskräfte bargen das Tier nur noch tot.

Vor Gericht behauptete der Mülheimer, der die Hündin in die Ruhr schmiss, das Tier sei an Krebs erkrankt gewesen. Er hätte aus Mitleid gehandelt und die zottelige Mischlingshündin erlösen wollen. Laut WDR ergab eine Obduktion jedoch, dass das Tier gar nicht so krank gewesen sei. Sie starb eindeutig an den Verletzungen nach dem Wurf über die Brücke - maßgeblich an einem tödlichen Riss der Leber.

Mülheim: Hund gehörte nicht dem Täter

Bereits während der Ermittlungen im vergangenen Jahr kam heraus, dass die Hündin gar nicht dem 58-Jährigen gehörte, sondern seinem Lebensgefährten. Eigentlich sei er tierlieb, erklärte der Mann noch in der Verhandlung. Doch am Tattag sei er volltrunken gewesen, er habe einen Kurzschluss gehabt, berichtet die WAZ. Ein Detail aus den Verhandlungen lässt Beobachter jedoch stutzen: "Der mochte sie nicht", erzählte der Besitzer der Hündin fast nebenbei in den Verhandlungen. War das der eigentliche Grund, warum der nun Verurteilte den Hund in das eiskalte Wasser warf?

Vor Gericht blieb dieses Detail jedoch weitgehend unbeachtet, so die WAZ. Trotzdem: Aufgrund seiner vielen Vorstrafen muss der Hundetöter nun für sechs Monate in das Gefängnis. Zur Tatzeit stand er wegen einer anderen Tat noch unter Bewährungsauflagen. "Bewährungsversager" nennt ihn sogar sein eigener Verteidiger während der Verhandlungen.

Zuletzt war die Stadt Mülheim an der Ruhr wegen eines schweren Vergewaltigungsfalls in die Schlagzeilen geraten: Ein 15-Jähriger hatte ein Mädchen vergewaltigt.

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