Tat im Drogenmilieu

Bochum: Mann in Wohnung brutal gefoltert und getötet - Gericht fällt Urteil

Justizzentrum Bochum
+
Der Angeklagte muss sich vor dem Landgericht in Bochum verantworten.

In Recklinghausen ist im April 2019 eine grausam zugerichtete Leiche gefunden worden. Das Landgericht Bochum hat nun den mutmaßlichen Täter verurteilt. 

Update, Freitag (11. September), 19.22 Uhr: Recklinghausen/Bochum - Der Fall liegt schon nun mehr als ein Jahr zurück, erst heute ist allerdings das Urteil gefällt worden. Nach dem qualvollen Tod eines 33-jährigen Mannes aus Recklinghausen im April 2019 ist der mutmaßliche Täter heute in Bochum zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtet. 

Mord in Bochum: Zwölf Jahre Haft für mutmaßlichen Täter

Es soll kein Zweifel bestanden haben, dass der 40 Jahre alte Angeklagte sein Opfer zunächst mit einer über hundert Grad heißen Glühbirne gefoltert und ihm anschließend mit dem Fuß einer Stehlampe den Schädel eingeschlagen haben soll. Der Angeklagte selbst hatte die Tat bis zuletzt bestritten. Allerdings waren Videos auf dessen Handy aufgetaucht. 

Auf einem der Filme ist zu sehen und zu hören, wie das Opfer um sein Leben bettelt. Der Angeklagte hatte im Prozess behauptet, dass die Tat ein anderer ausgeführt haben müsse. Neben dem Video waren allerdings DNA-Spuren Beweismittel für das Urteil, welches heute mit Totschlag verkündet wurde. 

Erstmeldung, Mittwoch (20. Mai), 16.13 Uhr: Die blutüberströmte Leiche eines 33-Jährigen wird am 10. April 2019 (Mittwoch) in einer Wohnung in Recklinghausen gefunden. Wie brutal er zu Tode gefoltert wurde, wurde zu Beginn des Prozesses am Mittwoch (20. Mai) vor dem Landgericht Bochum erneut klar.

Landgericht Bochum

Eröffnet:

1892

Präsident:

Rainer Mues

Adresse:

Josef-Neuberger-Straße 1, 44787 Bochum

Bochum: Mann brutal zu Tode gefoltert - Mord-Anklage

Nach dem Fund der Leiche suchte die Polizei Recklinghausen nach einem Täter mit blutbefleckter Kleidung. Die Staatsanwaltschaft Bochum setzte eine Belohnung von 3.000 Euro für Hinweise zum Täter aus.

Mittlerweile sitzt der Mann vor Gericht, der für den grausamen Mord an dem 33-Jährigen verantwortlich sein soll. Dem mittlerweile 40-Jährigen ohne festen Wohnsitz wird Mord vorgeworfen.

Recklinghausen: Opfer mit Lampenfuß den Schädel eingeschlagen

Laut Anklage soll er sein Opfer in dessen Wohnung gefesselt haben. Anschließend soll er den Mann mit einer heißen Glühbirne verbrannt und anschließend erschlagen haben. Tatwaffe soll der Fuß einer Stehlampe gewesen sein.

Der Angeklagte muss sich vor dem Landgericht in Bochum verantworten.

Ärzte stellten bei dem Toten später zahlreiche Trümmerbrüche im Gesicht fest. Die Ermittler gehen davon aus, dass der unfassbaren Tat ein Streit im Drogenmilieu vorausgegangen war.

Video vom Handy des Angeklagten zeigt: Opfer fleht um sein Leben

Vor dem Gericht in Bochum schwieg der Angeklagte, ein Deutscher mit russischen Wurzeln, zu Prozessbeginn zu den ihm gemachten Vorwürfen. Dafür sprach ein Video, das die Richter im Prozess abspielten, umso deutlicher.

Darauf ist zu sehen, wie der 33-Jährige auf dem Boden liegt und auf Russisch um sein Leben bettelt. Eine Dolmetscherin sagte, dass unter anderem zu hören sei: "Bitte ruf' einen Krankenwagen. Ich kann nicht mehr. Ich werde verrecken."

In Schwerte bei Dortmund ist es Ende Juli zu einer unfassbaren Tat gekommen. Ein Mann wurde drei Tage lang von einem Trio eingesperrt und gefoltert. 

Nach Mord in Recklinghausen: Täter Tage später im Sauerland festgenommen

Sechs Tage nach der brutalen Tat konnte der obdachlose Angeklagte in Warstein (Sauerland) von Spezialkräften der Polizei festgenommen werden. Das Video fanden die Ermittler auf einem Handy, das er bei sich trug.

Das Bochumer Schwurgericht hat für den Prozess noch Verhandlungstage bis in den September vorgesehen. Mit dpa-Material.