Höchststrafe nach Unfall

Nach tödlichem Autorennen mit Todesfolge: Täter vor Gericht wegen Mordes verurteilt

Bei einem illegalen Autorennen in Moers verstarb eine unbeteiligte Frau - nun wurden die beiden Täter verurteilt.
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Bei einem illegalen Autorennen in Moers verstarb eine unbeteiligte Frau - nun wurden die beiden Täter verurteilt.

Eine unbeteiligte Frau verstarb im April 2019 bei einem illegalen Autorennen in Moers. Nun mussten sich die beiden Täter vor Gericht verantworten. 

  • Im April 2019 starb eine unbeteiligte Frau bei einem Verkehrsunfall in Moers (NRW).
  • Zwei Männer lieferten sich ein illegales Autorennen.
  • Nun mussten sich die beiden Männer vor Gericht verantworten. 

Update, Montag (17. Februar 2020), 16.45 Uhr: Moers - Nach dem illegalen Autorennen mit einem Todesopfer, wurde der 22-jährige Fahrer nun vor Gericht verurteilt. Eine 43-jährige Frau erlag im April 2019 den tödlichen Verletzungen. Der Täter prallte während des illegalen Rennens in das Auto der Frau. Der Fahrer des hochmotorisierten Fahrzeugs musste sich wegen Mordes verantworten und bekam eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Illegales Autorennen in Moers: Unfallverursacher wegen Mordes verurteilt

Auch der zweite Angeklagte, der den anderen Wagen bei dem Rennen gesteuert hatte, musste sich vor Gericht verantworten. Wegen Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge wurde er zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Der Hauptangeklagte (l.) wird von einem Beamten in den Gerichtssaal geführt. Rechts sitzt der Mittäter.

Update, Mittwoch (1. Mai), 19.45 Uhr: Der "Rheinischen Post" zufolge hatte der Unfallfahrer keinen Führerschein. "Er ist nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis", sagte Staatsanwalt Sebastian Noé der Zeitung. Gegen den jungen Fahrer liegt ein Haftbefehl wegen Mordes vor. Auch gegen den Vater des 21-jährigen Tatverdächtigen wird nun ermittelt: Er soll der Besitzer des Unfallautos sein.

Moers: Tatverdächtiger stellt sich nach illegalem Autorennen bei der Polizei

Update, Dienstag (30. April), 16 Uhr: Nach dem mutmaßlichen Autorennen in Moers mit einer getöteten unbeteiligten Frau hat sich der gesuchte Tatverdächtige gestellt. Gegen 15.15 Uhr betrat er mit seinem Rechtsanwalt zusammen das Polizeipräsidium. Der 21-Jährige solle am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden, teilten die Ermittler am Dienstag mit.

Update, Montag (29. April), 19.04 Uhr: Im Rahmen der Ermittlungen hat sich ein Tatverdacht gegen einen 21-Jährigen ergeben. Die Polizei vermutet, dass er sich nach der Tat abgesetzt hat und jetzt auf der Flucht ist. Er soll 1,80 Meter groß und athletisch sein. Die Polizei fahndet jetzt landesweit nach dem Mann.

Polizei sucht zwei Tatverdächtige

Update, Freitag (26. April), 14.45 Uhr: Vier Tage nach dem mutmaßlichen Autorennen mit einem unbeteiligten Todesopfer in Moers sucht die Staatsanwaltschaft nach zwei Verdächtigen, die als Fahrer in Betracht kommen. Es gebe Hinweise, dass die beiden gefahren seien, sagte Oberstaatsanwalt Günter Neifer am Freitag. "Wir haben Hinweise auf die Identität, aber wir haben sie noch nicht finden können. Wir suchen sie", sagte Neifer. Nähere Angaben zu den Gesuchten machte er nicht.

Zweifellos komme der Tatvorwurf der fahrlässigen Tötung in Betracht, sagte der Oberstaatsanwalt. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofes sei aber auch der Vorwurf des Mordes zu prüfen: Wenn ein Fahrer bei einem illegalen Autorennen billigend in Kauf nehme, dass jemand zu Tode komme, sei dieser Vorwurf in Betracht zu ziehen, sagte Neifer.

Update, Donnerstag (25. April), 20.30 Uhr: Die 43-jährige Autofahrerin ist am Donnerstagnachmittag aufgrund ihrer schweren Verletzungen verstorben.

Unbeteiligte Frau erlag ihren Verletzungen

Update, Mittwoch (24. April), 14.58 Uhr: Die Polizei sucht eine Erst-Helferin als Zeugin. Bei dem Unfall nach dem mutmaßlichen Straßenrennen soll sie im Bereich der Bahngleise mit einem Kleinwagen hinter einem weißen Range Rover gefahren sein. Die Polizei bittet die couragierte Helferin, sich beim Duisburger KK 11 unter 0203 2800 oder jeder anderen Polizeistelle zu melden. Die verletzte Autofahrerin schwebt noch immer in Lebensgefahr.

Zwei festgenommene Männer wieder auf freiem Fuß

Update, Dienstag (23. April) 16.30 Uhr: Laut Bild seien die zwei festgenommenen Männer wieder frei. Es ergab sich demnach kein weiterer Tatverdacht gegen sie. Die Polizei fahndet weiter nach den Fahrern.

Update, 15.36 Uhr: Wie die NRZ berichtet, hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen.

Erstmeldung, Dienstag (22. April), 15.30 Uhr: Laut Zeugenaussagen soll ein Mercedes-Fahrer neben einem Range Rover auf der Fahrspur für den Gegenverkehr gefahren sein. Beide Fahrer sollen ihre Wagen stark beschleunigt haben.

Autorennen in Moers - die Beteiligten sind geflohen

Als die 43-jährige Frau mit ihrem Wagen gegen 21.50 Uhr von der Donaustraße in die Bismarckstraße einbog, kollidierte sie mit dem Mercedes. Der Fahrer des Range Rover konnte rechtzeitig abbremsen. Er floh über die Donaustraße in unbekannte Richtung.

Auch der Mercedes-Fahrer machte sich aus dem Staub: Er stieg aus seinem Wagen humpelte in unbekannte Richtung davon.

Top-Themen aus dem Ruhrgebiet:

Die Polizei Duisburg hat eine Mordkommission eingerichtet und ermittelt wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes.

Die Kriminalpolizei befragt derzeit Zeugen des Unfalls in Moers sowie die Halter und eigentlichen Nutzer der Fahrzeuge. Wer das mutmaßliche Autorennen, den Unfall oder die geflohenen Autofahrer gesehen hat, meldet sich bitte unter der Telefonnummer 0203/28 00 bei der Polizei. Auch in Dortmund sind illegale Autorennen ein großes Problem. Erst im Juni stoppte die Polizei ein Raser-Trio auf dem Dortmunder Wall.

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