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Ein 53-Jähriger aus Marl (Kreis Recklinghausen) hat ein Jahr lang mit seiner toten Mutter zusammen gelebt. Nun hat das Ordnungsamt die verweste Leiche in der Wohnung des Sohnes entdeckt.

  • Ordnungsamt findet tote Seniorin in Marler Wohnung.
  • Angehörige geben entscheidende Hinweise auf den Tod der Frau.
  • Polizei richtet zunächst eine Mordkommission ein.

Laut der Polizei Recklinghausen hat das städtische Ordnungsamt die Wohnung am Mittwoch (10. Juli) zwangsweise geöffnet.

Marl: 53-Jähriger lebt über ein Jahr mit toter Mutter zusammen

Grund dafür waren Hinweise aus dem Umfeld der Toten, die seit längerer Zeit nicht mehr gesehen worden war. In der Wohnung eines Mehrfamilienhauses fanden die Mitarbeiter des Ordnungsamts dann die verweste Leiche der 85-Jährigen.

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Weil die Polizei ein Tötungsdelikt nicht ausschließen konnte, wurde eine Mordkommission eingerichtet. Dabei fahndete die Polizei auch nach dem 53-jährigen Sohn der Frau. Sie konnte ihn wenig später in Marl festnehmen.

Sohn sei nach dem Tod der Mutter überfordert gewesen

Die Obduktion ergab jedoch, dass die 85-jährige einen natürlichen Tod gestorben ist. Gegenüber der BILD sagte die zuständige Staatsanwältin Julia Schweers-Nassif: „Die Ermittlungen sind noch nicht vollständig abgeschlossen, der Verdacht auf ein Tötungsdelikt hat sich aber nicht erhärtet. Die Obduktion ergab keine Hinweise auf eine Gewalttat.“

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In seiner Vernehmung sagte der Sohn, dass er die Mutter in der Wohnung gepflegt habe. Nach ihrem Tod sei er dann mit der Gesamtsituation überfordert gewesen.

Der Sohn wurde in der Zwischenzeit bereits wieder aus der Haft entlassen. Wie die BILD berichtet, werde die Polizei jedoch Finanzermittlungen aufnehmen, um beispielsweise Rentenzahlungen und Kontobewegungen nachvollziehen zu können.