Verhältnis mit Schülerin

Gute Noten als Belohnung? Musiklehrer aus dem Ruhrgebiet wegen sexuellen Missbrauchs vor Gericht

Ein Lehrer aus dem Ruhrgebiet soll ein Verhältnis mit einer Schülerin gehabt haben.
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Ein Lehrer aus dem Ruhrgebiet soll ein Verhältnis mit einer Schülerin gehabt haben (Symbolfoto).

Ein Musiklehrer aus Marl (Kreis Recklinghausen) hatte jahrelang eine sexuelle Beziehung zu einer Schülerin. Heute beginnt der Prozess.

  • Ein Lehrer aus Marl (Kreis Recklinghausen) soll ein Verhältnis mit einer minderjährigen Schülerin gehabt haben.
  • Heute startet der Prozess zu dem Missbrauchsfall an einer Schule in Gelsenkirchen.
  • Mittlerweile sind weitere pikante Details zu der Tat bekannt geworden.

Marl/Gelsenkirchen/Essen – Ein Musiklehrer aus Marl im Kreis Recklinghausen soll ein jahrelanges Verhältnis mit einer Schülerin gehabt haben. Dabei soll er dem damals minderjährigen Mädchen Gegenleistungen versprochen haben. Im Prozess am Landgericht Essen droht ihm deshalb jetzt eine Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen.

Gelsenkirchen: Lehrer aus Marl soll Verhältnis mit minderjähriger Schülerin gehabt habe

Bekannt wurde der Missbrauchsfall um den Lehrer am Max-Planck-Gymnasium in Gelsenkirchen-Buer bereits im Mai 2019. Der Mann aus Marl wurde anschließend sofort vom Dienst suspendiert, teilte die Bezirksregierung Münster damals mit.

Ein Lehrer aus Marl soll einer Schülerin gegen sexuelle Handlungen bessere Noten versprochen haben (Symbolfoto).

Doch dahinter steckte offenbar ein längeres sexuelles Verhältnis, wie die WAZ anschließend berichtete. Demnach sei die Staatsanwaltschaft Essen bereits damals davon ausgegangen, der Lehrer habe eine "länger währende sexuelle Beziehung" zu der Schülerin gehabt.

Missbrauch an Schule in Gelsenkirchen: Beziehung zu Schülerin dauerte länger an

Damals war noch unklar, wie lange die Beziehung zwischen dem Lehrer und der Schülerin gedauert hatte. In einem Auszug der Anklageschrift (PDF) wird nun ein Tatzeitraum von fast einem Jahr angegeben.

Ab Herbst 2017 soll der als Musiklehrer in Gelsenkirchen angestellte Mann demnach ein sexuelles Verhältnis mit der Schülerin begonnen haben. Kennengelernt hatten sich beide bereits längere Zeit zuvor. Das Mädchen sei damals noch unter 18 Jahre alt gewesen.

Sexueller Missbrauch an Schülerin: Lehrer soll gute Noten versprochen haben

Dabei soll es laut der Anklage bis zum 6. August 2018 zu insgesamt sechs sexuellen Handlungen mit der Schülerin gekommen sein. Diese seien jedoch einvernehmlich erfolgt. Das hat auch die Schülerin immer wieder betont, sagte Tim Holthaus, Sprecher des Landgerichts Essen, gegenüber RUHR24.de.

Pikant ist dabei: Laut Staatsanwaltschaft soll der Lehrer seine Schülerin dafür "durch eine entsprechende Notengebung belohnt" haben.

Sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen ist strafbar und sieht eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren vor. Dies gilt für Lehrer etwa dann, wenn sie ihr Ausbildungsverhältnis für sexuelle Handlungen an Personen unter 18 Jahren ausnutzen. "In diesem Fall wird die Frage sein, ob sich eine Belohnung nachweisen lässt", sagt Holthaus.

Landgericht Essen: Prozess gegen Lehrer wegen sexuellen Missbrauchs beginnt

Die Staatsanwaltschaft ging nach Bekanntwerden des Missbrauchs an der Schule in Gelsenkirchen zunächst von einem Fall aus. Dabei ist es nach jetzigem Stand auch geblieben. Ähnliche Vorfälle soll es an der Schule mindestens seit 2013 nicht gegeben haben, zitiert die WAZ den Schulleiter des Max-Planck-Gymnasiums. 

Eine Quelle nannte der Zeitung jedoch ein weiteres Treffen eines anderen Lehrers und einer Schülerin, das sich in einem Hotel in Essen abgespielt haben soll.

Zuletzt hatte es häufiger Anschuldigungen gegen Lehrer gegeben, die sich später als haltlos erwiesen hatten. Zudem hatte die Bezirksregierung Arnsberg Handlungshinweise für Lehrer herausgegeben.

Gelsenkirchen: Weiterer Anklagepunkt gegen Lehrer aus Marl wird verhandelt

Laut dem Bericht der WAZ hatten viele Eltern nach bekannt werden des Missbrauchsfalls jedoch das offene Vorgehen der Schule als positiv bewertet.

Der Prozess gegen den Lehrer aus Marl hat am Donnerstag (30. Juli) vor der fünften Strafkammer des Landgerichts Essen begonnen. Mitverhandelt wird ein länger zurückliegender Vorfall aus dem Jahr 2011. Bei einem Spieleabend soll der Lehrer "ohne Wissen und Wollen" einem Minderjährigen Alkohol gegeben haben, sagte Tim Holthaus, Sprecher des Landgerichts Essen.