Inhaltsstoff wirkt antiviral

Ruhrgebiet: Kuriose Corona-Studie – mit Lakritz gegen Covid-19

Uniklinik Essen Lakritz Studie Coronavirus
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Hilft ein in Lakritz vorkommender Wirkstoff gegen das Coronavirus?

Forscher der Uniklinik Essen haben herausgefunden, dass ein Wirkstoff, der zur Herstellung von Lakritz verwendet wird, antiviral gegen das Coronavirus wirkt.

Essen – Die Wissenschaft arbeitet weiterhin mit Hochdruck an der Erforschung des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2). Regelmäßig werden neue Studien veröffentlicht. So haben Forscher beispielsweise überprüft, ob eine Ansteckung mit dem Coronavirus durch einen Pups möglich ist. Eine neue Studie aus Essen macht auf den ersten Blick einen ähnlich kuriosen Eindruck.

KlinikUniversitätsklinikum Essen
Gründung29. Juli 1909
Mitarbeiter7950
ZugehörigkeitUniversität Duisburg-Essen

Corona: Forscher aus Essen mit neuer Erkenntnis – Wirkstoff aus Lakritz hilft gegen SARS-CoV-2

Darin haben Forscher der Uniklinik Essen herausgefunden, dass Glycyrrhizin SARS-CoV-2 effektiv neutralisiert, indem es die virale Hauptprotease hemmt. Die virale Hauptprotease ist an der Vervielfältigung des Coronavirus beteiligt. Auf der Suche nach einer wirksamen Therapie stellt sie deswegen ein attraktives Ziel dar.

„Glycyrrhizin ist natürlicher Bestandteil des Süßholzsaftes, der aufgrund seiner charakteristischen geschmacksgebenden Eigenschaften zur Herstellung von Lakritz verwendet wird“, klärt das Bundesinstitut für Risikobewertung auf. Dennoch empfiehlt es sich nicht, fortan Unmengen an Lakritz zum Schutz vor dem Coronavirus zu verzehren (mehr News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

Corona-Studie aus Essen: Wirkt der Lakritz-Bestandteil Glycyrrhizin auch am Menschen?

Denn es gibt einen Grund, warum das Bundesinstitut für Risikobewertung über Glycyrrhizin aufklärt. Produkte mit einem hohen Glycyrrhizingehalt können Bluthochdruck und andere Nebenwirkungen auslösen. So sind auch Wassereinlagerungen im Gewebe – sogenannte Ödeme – und Muskelschwäche nicht ausgeschlossen.

Zudem ist die Studie zu den Zellkulturversuchen der Uniklinik Essen bislang nur als Preprint veröffentlicht worden. Ein Peer-Review-Verfahren, bei dem unabhängige Gutachter aus dem gleichen Fachgebiet die Ergebnisse überprüfen, ist noch nicht abgeschlossen. Klinische Studien zur Überprüfung der Wirksamkeit von Glycyrrhizin am Menschen stehen ebenfalls noch aus.

Der Haupteingang des Universitätsklinikums in Essen

Lakritz gegen Coronavirus: Forscher aus Essen warnen vor übermäßigem Verzehr

Adalbert Krawcyzk, Leiter der Studie, erklärt gegenüber der WAZ, dass man die Frage nach der Effektivität eines erhöhten Verzehrs von Lakritz oder Süßwurzeltee zur Bekämpfung von Covid-19* nicht pauschal beantworten könne. Auf jeden Fall solle man es nicht übertreiben. „Die maximale Tagesdosis von Glycyrrhizin liegt bei 100 Milligramm, das entspricht je nach Sorte etwa 50 Gramm Lakritz.“

Krawcyzk ist überzeugt, dass weiterhin die geltenden und um „C“ und „L“ ergänzten AHA-Regeln den wirksamsten Schutz gegen das Coronavirus bieten. Der Virologe vermutet, dass der Konsum von Lakritz möglicherweise einen günstigen Einfluss auf den Krankheitsverlauf nehmen könnte.

Video: Corona-Immunität hält länger als gedacht

Die Behandlung von Krankheiten mit Glycyrrhizin ist grundsätzlich nichts Neues. Der Wirkstoff aus dem Süßholzsaft, welcher aus vor allem im Mittelmeerraum vorkommenden Süßholzpflanzen gewonnen wird, wird bereits seit über 4000 Jahren in der Medizin verwendet – beispielsweise zum Behandeln von Magenbeschwerden und Erkältungskrankheiten. *WA.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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