Kurden-Demo in Herne eskaliert: Verletzte bei Auseinandersetzungen mit verfeindeten Türken

Kurden demonstrieren. Symbolfoto: dpa
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Kurden demonstrieren. Symbolfoto: dpa

Bei der Demo von Kurden in Herne gegen die Militäroffensive der Türkei in Syrien ist es am Montag zu Gewalt und Verletzten gekommen. Hier mehr lesen.

In vielen Städten im Ruhrgebiet gehen derzeit Kurden auf die Straße, um gegen die Militäroffensive der Türkei in Syrien zu demonstrieren. In Herne ist die Lage bei einer Demo am Montag eskaliert. Es kam zu Gewalt.

  • Kurden gingen am Montag in Herne auf die Straße.
  • Die Demo eskalierte nach einer Provokation aus einem türkischen Café.
  • Die Polizei muss jetzt mehrere Strafverfahren einleiten.

Herne: Kurden-Demo eskaliert

Laut Polizei gingen am Montag (14. Oktober) rund 350 kurdische Volksangehörige auf die Straße, um in Herne gegen die Militäroffensive der Türkei in Syrien zu demonstrieren. Als der Zug an einer Trinkhalle vorbeikam, eskalierte die Situation.

Versammlungsteilnehmer der Kurden seien aus der Trinkhalle heraus durch Handzeichen provoziert worden. Dann, so der Bericht der Polizei, seien einige Demonstranten in die Trinkhalle gestürmt und hätten dort zwei Anwesende attackiert und verletzt. Außerdem ging eine Scheibe kaputt.

Flasche aus türkischem Café geworfen

Nach dem Vorfall zog der Demozug weiter. "Aus einem türkischen Café soll dann eine Flasche in Richtung der Versammlungsteilnehmer geworfen worden sein", berichtet die Polizei. Darauf sei "sehr emotional und aufgebracht" reagiert worden.

Die WAZ berichtet, junge Kurden hätten Fenster, eine Tür und dann auch die heruntergelassenen Holzrollläden zerschlagen. Mindestens eine Person im Inneren des Café sei laut Polizei verletzt worden. Auch ein Polizeibeamter habe beim Einschreiten Verletzungen erlitten.

Bei dem Kiosk, aus dem die Flasche geworfen wurde, soll es sich nach den Berichten der WAZ um einen türkischen Kulturverein handeln. Der Versammlungsleiter soll im Zuge der Demo durch Angehörige seiner Versammlung im Gesicht verletzt worden sein, als er einzelne Akteure beruhigen wollte.

MLPD kann verhalten der Kurden verstehen

Gegenüber der Zeitung sagte ein Sprecher der Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD), die die Demo zusammen mit kurdischen Verbänden angemeldet hatte, er könne die Eskalation der jungen Kurden nicht tolerieren, aber verstehen. Viele hätten Familienangehörige im Kriegsgebiet und wüssten nicht, ob diese noch lebten.

Im weiteren Verlauf bis zum Ende der Demo in der Innenstadt von Herne blieb die Lage laut Polizei ruhig. Die Bilanz der Einsatzkräfte: "Insgesamt wurden nach ersten Erkenntnissen fünf Personen verletzt. Die Polizei hat Strafverfahren, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, eingeleitet."

In Bottrop kam es am Mittwoch (16. August) zu einer Demo gegen den Militäreinsatz der Türkei in Syrien. Auch in der Bottroper Innenstadt war die Stimmung aufgeheizt.