Hunderte Kanada- und Nilgänse

Gänseplage am Kemander See sorgt für Ärger: Warum die Vögel im Ruhrgebiet immer mehr werden

Am Kemnader See in Bochum herrscht eine Gänseplage. Der Kot der Tiere verdreckt Wasser und Wege. Auch an anderen Seen im Ruhrgebiet gibt es das Problem.

  • Am Kemnader See in Bochum leben derzeit sehr viele Gänse.
  • Vielen Besuchern erheitern die Vögel ihren Aufenthalt an dem Stausee – gleichzeitig sorgen sie für Ärger.
  • Die Tiere verdrecken mit ihrem Kot die Uferwege und auch das Wasser.

Bochum/Witten - Der Kemnader See zwischen Bochum und Witten ist für die Menschen im Ruhrgebiet ein beliebtes Ausflugsziel. So genießen viele einen Spaziergang entlang des Wassers, andere passieren den Stausee während ihrer Radtour. Doch ein Ausflug an den Kemnader See könnte aktuell dreckig enden – Vogel-Kot macht sich überall breit, berichtet RUHR24.de*.

Stausee

Kemnader See

Ort

Bochum, Witten, Hattingen

Länge

3 Kilometer

Uferlänge

8,75 Kilometer

Fläche

125 Hektar

Gänseplage am Kemnader See: Hunderte Gänse belagern Stausee zwischen Bochum und Witten

Der Grund: Hunderte Kanada- und Nilgänse haben es sich in den vergangenen Monaten rund um den drei Kilometer langen See gemütlich gemacht. Und bei ihnen ist es nicht geblieben, denn nach der Brutzeit im April sind mittlerweile viele junge Gänse geschlüpft.

Die Vögel halten sich gerne am Ufer des Stausees zwischen Bochum und Witten auf. Doch das sorgt für Ärger. Denn mit ihrem Kot verschmutzen die Gänse sowohl das Wasser als auch den Rundweg, auf dem sich die Besucher am Kemnader See aufhalten.

Gänseplage am Kemnader See: Vögel verdrecken alles mit ihrem Kot

"Diesen Sommer ist es echt der Wahnsinn! Wir kommen mit der Reinigung kaum hinterher", sagt Dirk Clemens, Betriebsleiter des Freizeitzentrums Kemnade gegenüber Bild (Bezahlartikel). Man setze nun zweimal die Woche einen Kehrwagen ein, um den Gänse-Kot einzusammeln.

Auch auf die Frage, warum die Population der Kanada- und Nilgänse am Kemnader See so deutlich zugenommen hat, hat Clemens eine eindeutige Antwort. "Seit der Corona-Pandemie haben wir noch mehr Besucher als üblich am See. Leider werden die Tiere immer wieder gefüttert." Dadurch komme es zur Vermehrung der Vögel.

Der Kemnader See zwischen Bochum und Witten ist ein beliebtes Ausflugsziel im Ruhrgebiet.

Gänseplage am Kemnader See: Besucher tragen auch Verantwortung

Obwohl das Füttern der Tiere alles andere als artgerecht und zudem verboten ist, können es viele See-Besucher trotzdem nicht sein lassen. "Wir appellieren deshalb eindringlich, die Gänse nicht zu füttern", so der Betriebsleiter weiter. Andere Wege und Mittel, gegen die Tiere vorzugehen, gebe es derzeit nicht.

Doch am Kemnader See ist man mit dem Gänse-Kot-Problem nicht allein. Auch am Berger See in Gelsenkirchen und am Baldeneysee in Essen herrschen regelrechte Gänseplagen. Im Jahr 2016 hatte die Stadt Essen im Kampf gegen die Vögel sogar Jäger eingesetzt, das sei derzeit jedoch nicht geplant, heißt es im Bericht der Bild.

Gänse an Seen im Ruhrgebiet: Das rät der NABU im Kampf gegen die Tiere

Laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) gibt es jedoch vielleicht andere Möglichkeiten, die unerwünschten Vögel loszuwerden. Demnach fühlen sich die Gänse vor allem im kurz geschnittenen Gras und Büschen als Rückzugsort wohl. Will man sie loswerden, lässt man das Gras also am besten wachsen und schneidet die Büsche im Bereich der Seeufer weg.

In Dortmund geht man noch einen drastischeren Schritt. Damit der Bestand der Gänse am Phoenix See im Stadtteil Hörde* nicht noch größer wird, werden hier regelmäßig die Eier aus den Brutnestern entfernt. Doch auch der Leiter des Dortmunder Zoos, Dr. Frank Brandstätter sieht das größte Problem im Verhalten der Leute. "Wahre Tierfreunde füttern nicht", sagt er gegenüber der Bild*RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Caroline Seidel, Oliver Berg/dpa; Collage: RUHR24