Nach Beleidigung der Töchter

Hagener Rapper Jigzaw und Kollegah nach Song verurteilt: Die Geissens bekommen Schmerzensgeld

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Rapper Jigzaw aus Hagen und Kollegah verurteilt: Die Geissens bekommen Schmerzensgeld.

Vor Gericht haben die Geissens einen Sieg gegen die Rapper Jigzaw aus Hagen und Kollegah erlangt. Sie müssen jetzt 100.000 Euro Geldstrafe zahlen.

  • Das Landgericht Mannheim verurteilt Jigzaw, Kollegah und das Label Alpha Music zu einer hohen Geldstrafe.
  • Nach einer vulgären Passage in einem Rap-Song erstatteten die Geissens eine Anzeige.
  • Die angeklagten Rapper waren nicht vor Gericht erschienen.

Hagen - Die Geissens haben vor Gericht jetzt einen Sieg erzielt: Die Rapper Kollegah (35) und Jigzaw (25) aus Hagen müssen insgesamt 100.000 Schmerzensgeld an die TV-Familie zahlen, wie RUHR24.de* berichtet.

Jigzaw aus Hagen und Kollegah: Geldstrafe nach Beleidigung der Töchter der Geissens

Das Geld kommt den beiden Kindern Shania (15) und Davina (16) zugute. Diese wurden von Kollegah und Jigzaw zuvor in dem Song "Medusablick" vulgär beleidigt. Jetzt müssen Jigzaw, Kollegah und dessen Produktionsfirma Alpha Music insgesamt 100.000 Euro Strafe bezahlen. 

"Die beiden Musiker sowie das Plattenlabel sind als Gesamtschuldner verurteilt worden, jeder Klägerin 50.000 Euro als Schmerzensgeld zu zahlen", bestätigt Gerichtssprecher Dr. Joachim Bock vom Landgericht Mannheim gegenüber der Westfalenpost

Jigzaw aus Hagen hält sich nach Gerichtsurteil derzeit in der Türkei auf

Allerdings weiß der Hagener Rapper Jigzaw von dem Gerichtsurteil noch gar nichts, wie er gegenüber der Westfalenpost (WP) bestätigt. "Ich habe mich in Deutschland abgemeldet, hier in der Türkei ist noch kein Brief angekommen. Deshalb kann ich mich auch nicht äußern." 

Jigzaw drohte die Abschiebung in die Türkei. Das Landgericht Hagen hat den Rapper kurz zuvor zu einer Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Der Grund: Er hatte einen Mann mit einer Machete attackiert und schwer verletzt. Jigzaw floh nach der Tat und lebte monatelang auf der Flucht.

Jigzaw umgeht Abschiebehaft in der Türkei - Kollegah bezahlte die Kaution

Bekannt wurde er dadurch, dass er die Behörden auf der Videoplattform YouTube verhöhnte. Außerdem bezahlte Kollegah die Kaution von Jigzaw, Fans blockierten medienwirksam die Straße vor dem Landgericht in Hagen. Um die Abschiebehaft in Deutschland zu umgehen, hat Nuhsan C., wie Jigzaw mit bürgerlichen Namen heißt, sich im Juni selbst in die Türkei abgesetzt. Eigentlich hätte er schon vor Jahren wegen einer Gewalttat, für die er einige Jahre ins Jugendgefängnis musste, abgeschoben werden sollen.

Diese konnte er allerdings immer wieder aufschieben. Die Behörden in Hagen haben beispielsweise nach dem Tod seines Vaters den Aufschub der Abschiebung bewilligt. Kurz darauf beantragte Jigzaw in Hagen Asyl. Angeblich sei er in der Türkei stark gefährdet.

Mittlerweile zweites Gerichtsurteil zwischen den Geissens und den Rappern Kollegah und Jigzaw aus Hagen

Für den Anwalt der Geissens, Dr. Andreas Boele, ist das Gerichtsurteil ein wichtiger Schritt in Sachen Beleidigung in Rap-Songs. "Es ist ein hervorragendes Urteil, das hoffentlich auch seine Wirkung in der Szene entfalten wird. Die sollen sich von mir aus ja in ihren Songs beleidigen, wenn es mehr auf einer abstrakten Ebene geschieht, aber es kann nicht sein, dass ganz konkret Personen angegriffen werden, wie die Töchter meiner Mandanten", sagte der Anwalt der WP.

Und weiter: "Insbesondere Kollegah hat sich ja - aus welchem Grund auch immer - auf meinen Mandanten eingeschossen. Das hat nun hoffentlich ein Ende." Das Gerichtsverfahren ist schon das zweite, welches Jigzaw, Kollegah und seine Plattenfirma wegen der Passage in dem Song führen müssen. Im Dezember 2018 hatte das Landgericht in München geurteilt, dass die vulgäre Passage über die Töchter der Geissens entfernt werden müssten. Das Album wurde daraufhin sogar zeitweise vom Markt genommen.

Aqu

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