Kleinkind in Essen gestorben

Horror-Tat im Ruhrgebiet schockiert: Vater ließ Sohn (2) qualvoll verdursten - das droht ihm jetzt

Der Vater muss sich wegen Mordes vor dem Landgericht Essen verantworten.
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Der Vater muss sich wegen Mordes vor dem Landgericht Essen verantworten.

Horror-Tat in Essen schockiert. Im Sommer 2019 hat ein Vater seinen Sohn (2) in einem Zimmer im Dachgeschoss verdursten lassen. Der Mann steht nun vor Gericht. 

  • Ein Mann aus Essen hat seinen Sohn im Sommer 2019 im Dachgeschoss eingeschlossen.
  • Das Kind starb nach stundenlanger Tortur an einem Hitzeschock.
  • Jetzt steht der 32-jährige Vater wegen Mordes vor Gericht.

Essen - Der Sommer 2019 ging als einer der heißesten in die Geschichte ein. Ein kleiner Junge aus Essen sollte ihn nicht überleben. Sein Vater hatte ihn in einem Zimmer im Dachgeschoss eingeschlossen und sterben lassen. Jetzt beginnt der Prozess gegen den heute 32-Jährigen, berichtet RUHR24.de*.

Essen: Vater schließt Sohn in heißem Zimmer ein - Kleinkind stirbt

Als die Polizei am Samstag, 27. Juli 2019, gegen 11.30 Uhr gerufen wird, liegt der Zweijährige bereits leblos in der Wohnung in Altenessen. Er starb nach Angaben der Polizei an "Kreislaufversagens in Folge eines Hitzeschocks". Später wird bekannt: Der Vater hatte ihn in dem Zimmer unter dem Dach eingeschlossen.

Draußen war es heiß. Das Thermometer zeigte an diesem Tag bis zu 37 Grad Celsius an. Erst einen Tag zuvor wurden in NRW neue Temperaturrekorde gemessen. In dem Zimmer unter dem Dach muss es unerträglich heiß gewesen sein. Genaue Zahlen liegen laut einer Sprecherin des Landgerichts Essen nicht vor. Das Kind sei jedoch "bei großer Hitze" eingesperrt und dann seinem Schicksal überlassen worden.

Essen: Kind stirbt nach stundenlanger Tortur - Mordprozess beginnt

Es müssen furchtbare Stunden für den Jungen gewesen sein. Ohne Wasser und Essen starb er der Zweijährige nach mindestens 17-stündiger Tortur in der Nacht auf Sonntag an einem Hitzeschock. Wieso der Junge in dem Zimmer eingeschlossen wurde, soll ab Donnerstag (5. März) im Prozess gegen den Vater vor dem Landgericht Essen geklärt werden.

Er ist wegen Mordes angeklagt. Die zweite Strafkammer hat bereits darauf hingewiesen, dass neben dem Merkmal Grausamkeit auch niedrige Beweggründe in Betracht kommen können. Auch eine Verurteilung wegen Totschlags durch Unterlassen, Körperverletzung oder Freiheitsberaubung mit Todesfolge sei möglich.

Familie aus Essen wurde vom Jugendamt betreut

In der Familie kriselte es bereits zuvor. Die damals 22-jährige Mutter des Zweijährigen und der beiden Geschwister wurde nach Angaben der Polizei Essen zunächst ebenfalls festgenommen. Sie kam später wieder frei, da sie nicht mehr in der Wohnung lebte und sich zum Zeitpunkt des Todes nicht in Essen aufhielt.

Der Vater muss sich wegen Mordes vor dem Landgericht Essen verantworten.

Zudem sollte die Familie bereits zuvor enger vom Jugendamt betreut werden. Das berichtete der Spiegel nach dem Tod des Kindes. Demnach sollten nur wenige Tage später, ab dem 1. August, täglich Sozialpädagogen die Familie unterstützen. Die Familie sei bereits seit 2018 betreut worden.

Mord in Essen: Vater droht lebenslange Haft

Es sei zum Zeitpunkt des ersten Kontakts nicht möglich gewesen, die Kinder aus der Familie zu holen, teilte das Jugendamt Essen später mit. Erst nach dem Tod des Jungen wurden die beiden Geschwister, damals ein und vier Jahre alt, in die Obhut des Jugendamts genommen.

Für den zweijährigen Jungen kam indes jede Hilfe zu spät. Dem Vater drohen jetzt mindestens drei Jahre Haft. Im Falle einer Verurteilung wegen Mordes erwartet ihn eine lebenslange Freiheitsstrafe.

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