Verstoß gegen Corona-Auflagen?

Corona: Ordnungsamt löst Hochzeit im Ruhrgebiet auf - Schock für die Veranstalter

Die Hände eines Ehepaars mit den Eheringen. In der rechten oberen Ecke macht das Ordnungsamt ein Foto.
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Das Ordnungsamt hat in Hagen eine Hochzeit aufgelöst.

Das Ordnungsamt hat in Hagen eine Feier aufgelöst. Nun machen die Veranstalter Vorwürfe – es soll alles angemeldet gewesen sein. Oder doch nicht?

Hagen – Heiraten während der Corona-Pandemie ist nicht einfach – vor allem mit Hinblick auf die aktuellen Maßnahmen der NRW-Landesregierung. In Hamm sorgte eine Hochzeit mit einem unbewussten Corona-Patienten für die Einstufung als Risikogebiet. Nun gibt es erneut Ärger – diesmal in Hagen.

StadtHagen
Fläche160,4 km²
Einwohner188.700 Einwohner
BürgermeisterErik O. Schulz

Hagen: Ordnungsamt löst wegen Corona-Auflagen Hochzeit auf - Veranstalter sauer

Am Samstag (10. Oktober) gab es Ärger für eine Hochzeitsgesellschaft in Hagen. Das Ordnungsamt löste in der Dogan-Arena in der Hochofenstraße in Hagen zwei Veranstaltungen auf. Nun machen die Hallen-Betreiber, Ali Riza Dogan und seine Frau Arzu Dogan, in der Westfalenpost (Bezahlschranke) Vorwürfe gegenüber der Stadt (alle Artikel aus dem Ruhrgebiet auf RUHR24.de).

Die beiden Dogan-Säle waren voll ausgebucht. In dem großen Saal sollte eine Kulturveranstaltung stattfinden, in der kleineren Halle eine Hochzeit mit 25 Personen. Das soll auch mit dem Ordnungsamt so abgestimmt gewesen sein, betonen die Dogans.

„Wir halten uns hier an die Regeln, haben ein vom Gaststättenverband empfohlenes Hygienekonzept mit Desinfektionsmittelspender, Fiebermessgeräten, Laufwegen, getrennten Ein- und Ausgängen und Masken an den Tischen umgesetzt. Wir standen vorher mit dem Ordnungsamt in Kontakt und sind schockiert, dass wir nun eine Strafe zahlen sollen. Unser Ruf ist dahin“, erklären die beiden Veranstalter.

Hagen: Ordnungsamt gegen Veranstalter - waren die Corona-Auflagen bei der Hochzeit abgesprochen?

Wie die Westfalenpost berichtet, weist die Stadt Hagen die Vorwürfe jedoch von sich und betonen: „Die Veranstaltung war nicht durch das Ordnungsamt genehmigt, wäre aber genehmigungspflichtig gewesen.“ Die Polizei macht hingegen klar, dass das Ordnungsamt eine Hochzeitsfeier mit 70 Personen aufgelöst hätten. Derzeit läuft gegen die Veranstalter ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen die Coronaschutzverordnung.

Video: Schwierige Zeiten für Ja-Sager: Heiraten in der Pandemie

Das Ehepaar sagt jedoch deutlich, dass das nicht der Wahrheit entsprechen würde: „Hier waren nicht mehr als 70 Personen. In einem Raum sollte, wie gesagt, eine Kulturveranstaltung stattfinden, im anderen die Hochzeit. Das Ordnungsamt kam, bevor es losging. Zu Hause darf man mit so vielen Leuten wilde Partys feiern, wie man will. Aber wenn wir hier eine kleine Hochzeit veranstalten wollen, uns an alle Regeln halten und schriftlich mit den Behörden darüber in Kontakt standen, dann ist das ein riesiges Problem.“

Vor Hagen: Corona-Ausbruch bei Hochzeit macht Hamm zum Risikogebiet

Sie würden nicht einsehen, nun ein Bußgeld zahlen zu müssen und betonen weiter, dass das Ordnungsamt von der Veranstaltung wusste. Ein Anwalt soll nun bei der Einigung helfen. Auch das Fast-Ehepaar, die sich am Samstag das Ja-Wort geben wollte, müsse nun ein Bußgeld zahlen. Wie sie in der Westfalenpost berichten, sei es für sie ein „Trauertag“ geworden.

Es steht Aussage gegen Aussage. Was aber jedoch bei einer falschen Anmeldung beim Ordnungsamt passieren kann, zeigt die Corona-Hochzeit in Hamm: Bei einem Henna-Abend soll es eine infizierte Person gegeben haben. Diese steckte bei den Hochzeitsfeiern in Dortmund noch weitere Personen an, die wiederum andere ansteckten. Das Ergebnis ist die Einstufung von Hamm als Risikogebiet mit einem Inzidenz-Wert von über 90.