Hilfe für Obdachlose

Mega-Hitze in NRW: Bochum reagiert mit besonderer Aktion auf Sommer-Wetter

Der Hauptbahnhof Bochum, Haupteingang.
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In Bochum sollen Wohnungslose nun vor der kommenden Hitzewelle geschützt werden.

Das Hitze-Wetter in NRW naht mit Temperaturen über 30 Grad. In Bochum soll es daher eine spezielle Hilfe geben.

Bochum — Nachdem der Mai eher für „usseliges“ Wetter gesorgt hat, bringt der Juni die Menschen in NRW mit Sonnenschein und hohen Temperaturen zum Schwitzen. Das ist vor allem für Obdachlose ein Problem. Daher reagiert nun die Stadt Bochum.

StadtBochum
Fläche145,4 km²
Bevölkerung364.628 (2019)

Hitzewelle in NRW: Stadt Bochum kündigt Hilfen für Obdachlose an

Egal, ob ein fruchtiges Eis an der Eisdiele, ein erfrischendes Getränk aus dem Supermarkt oder eine Runde schwimmen im geöffneten Freibad — durch scheinbare Kleinigkeiten sorgen wir beim Sommerwetter in NRW täglich für eine angenehme Abkühlung. Für Personen, die keinen festen Wohnsitz haben, ist dies allerdings oftmals nicht so leicht.

Denn dafür fehlt schlichtweg oftmals das Geld. Auch öffentliche Sanitäranlagen zu finden, ist für Betroffene in Zeiten der Corona-Pandemie nicht immer einfach. Deshalb hat sich die Stadt Bochum einen Plan überlegt, um Obdachlose vor dem Hitze-Wetter im Ruhrgebiet zu schützen. Dazu gehört etwa die „Schaffung von Schattenräumen und kühlen Plätzen im Freien“ heißt es in einer Pressemitteilung.

Dafür sollen beispielsweise Sonnensegel und Zelte aufgestellt werden. Schatten spenden soll auch die Propsteikirche St. Peter und St. Paul in Bochum. Dort ist es zwischen 8.30 bis 19.00 Uhr möglich, zu verweilen und sich von der Hitze auszuruhen.

Hilfe für Bedürftige in Bochum: Trinkwasser-Spenden und Duschen sollen gegen Hitze-Wetter helfen

Damit eine Trinkwasserversorgung gewährleistet ist, sollen an den Beratungsstellen und Tagesaufenthalten Wasserflaschen verteilt werden. Schon in dieser Woche sollen einige Stellen bereits mit 500 Wasserflaschen beliefert werden, verspricht die Stadt Bochum. Zu finden sind die Anlaufstellen etwa in der Henriettenstraße, der Uhlandstraße, dem Fliednerhaus und dem Wattenscheider Mittagstisch.

Mit der Aktion soll den Bedürftigen in doppelter Hinsicht geholfen werden. Denn neben dem Gesundheitsaspekt spielt auch die finanzielle Seite eine Rolle. So dürfen die Betroffenen die Flaschen behalten und gegen Pfandgeld einlösen.

Die erhaltenen Flaschen dürfen Obdachlose anschließend gegen Geld eintauschen.

Neben dem ausreichenden Trinken sollen zudem in Bochum Hygiene-Angebote geschaffen werden. In den bekannten Anlaufstellen soll es dann neben Duschmöglichkeiten auch Hygienepakete geben, in denen auch Sonnenschutzmittel enthalten sind.

Hitze-Wetter in NRW: Start der Aktion abhängig von den Temperaturen

Artikel wie Trinkwasser und Säfte in kleinen Flaschen sowie Sonnencreme, medizinische Schutzmasken in Form von OP- oder FFP2-Masken, Baseball Caps zum Schutz vor der Sonne und Handdesinfektionsmittel nehmen verschiedene Stellen gerne als Spende entgegen. Abgegeben werden können die Güter daher beispielsweise im Eiscafé Auszeit, dem Zwei-Säulen Café, der Sold Out Gallery oder auch dem Amt für Soziales.

Starten soll das Projekt in Bochum offiziell zwar erst am 1. Juli. Doch aufgrund der erwarteten Hitzewelle kündigte die Stadt bereits erste Hilfen für die kommende Woche an. Nach Schätzungen der Stadt sollen in der Ruhrgebietsstadt rund 280 Personen auf der Straße leben.

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