Anklage wegen Mordes

Herne: Vater soll Baby getötet haben – weil es zu laut geschrien hat

Ein Vater aus Herne soll sein eigenes Baby getötet haben.
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Ein Vater aus Herne soll sein eigenes Baby getötet haben.

In Herne (NRW) soll ein Vater sein Baby getötet haben, weil dieses unaufhörlich geschrieben habe. Er und die Mutter sind jetzt wegen Mordes angeklagt.

Herne/Bochum – Junge Eltern sind immer wieder überfordert. Doch was ein Paar aus Herne (NRW) ihrem Säugling angetan haben soll, geht darüber weit hinaus. Sie müssen sich nun wegen Misshandlung und Mordes vor dem Landgericht Bochum verantworten.

Mordprozess in Bochum: Vater aus Herne soll eigenes Baby getötet haben

Jamal K. und Hanan Ö. (beide 26) aus Herne bekommen Mitte 2020 Nachwuchs. Im April wird ihr Sohn Elias geboren. Doch die Freude darüber hält bei den Eltern offenbar nicht lange an.

Der Säugling soll häufig geschrien und dadurch besondere Aufmerksamkeit erfordert haben. Spätestens Ende Mai soll Vater Jamal dem Neugeborenen durch Drücken mit den Händen gleich mehrere Rippen gebrochen habe. Das steht in der Anklageschrift gegen die Eltern.

Herne: Baby Elias schreit wegen Schmerzen – Eltern sollen Missbrauch vertuscht haben

Anschließend soll Elias wegen seiner Schmerzen noch häufiger geschrien haben sowie unruhig und appetitlos geworden sein. Die Eltern sollen laut Anklage gewusst haben, dass ihr Baby durch diese Gewalt „erhebliche Verletzungen“ erlitten habe.

Bei Arztbesuchen Anfang Juni sollen sie trotzdem gelogen haben. Weitere Termine in der Praxis sollen sie nicht wahrgenommen haben, damit der Missbrauch nicht entdeckt werde, vermutet die Staatsanwaltschaft Bochum.

Herne: Vater schlägt auf Baby ein – weil er das Weinen nicht erträgt

Doch bei dieser Misshandlung blieb es nicht. Weil er das häufige Weinen des Säuglings nicht länger ertragen konnte, soll der Vater sich vorgenommen haben, das Kind zu töten.

Als die Lebensgefährtin am 19. Juni (Freitag) die Wohnung verlässt, schreitet der Mann zur Tat. Er soll gegen 17.45 Uhr dem Säugling mit der Faust oder einem stumpfen Gegenstand so heftig in den Magen geschlagen haben, dass dieser gleich mehrere Verletzungen erlitt.

Elias starb daran noch am selben Tag in einer Kinderklinik in Datteln.

Ein Vater aus Herne muss sich wegen Mordes an seinem Säugling vor dem Landgericht Bochum verantworten.

Mord-Prozess vor dem Landgericht Bochum: Eltern drohen hohe Freiheitsstrafen

Jamal K. und Hanan Ö. müssen sich jetzt wegen der Misshandlung von Schutzbefohlenen und Mordes vor der großen Strafkammer des Landgerichts Bochum verantworten. Prozessauftakt ist am Mittwoch (16. Dezember). Bis Februar 2021 sind derzeit insgesamt neun Verhandlungstage angesetzt.

Wer Schutzbefohlene misshandelt, muss mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren rechnen. Für Mord ist eine lebenslange Freiheitsstrafe vorgesehen. Nach einer blutigen Tat in Recklinghausen wurde ein Mann zuletzt zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

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