Bild: Caroline Seidel/dpa

Der Fußballklub Sportfreunde Wanne-Eickel spielt ab sofort in „Dem Bürgermeister seine Frau ihr Stadion“. Die Idee kam dem Bürgermeister von Herne zum 60. Geburtstag seiner Frau – und stammt eigentlich von Ex-Bundespräsident Helmut Rau.

  • Die Sportfreunde Wanne-Eickel spielen ab sofort im „Livia-Leichner-Stadion“.
  • Der Zusatz „Dem Bürgermeister seine Frau ihr Stadion“ geht auf Helmut Rau zurück.
  • Das Geld für die Namensänderung soll in die Jugendarbeit des Fußballklubs fließen.

Das „Livia-Leichner-Stadion“ dürfte eines der ganz wenigen sein, dass den Namen einer Frau trägt. Der Zusatz „Dem Bürgermeister seine Frau ihr Stadion“ gibt bereits einen Hinweis auf die Hintergründe der Namensänderung.

Name des Stadions als Geburtstagsgeschenk für die Gattin

Denn wenn die Holde 60 wird, will Mann sich etwas Gescheites einfallen lassen. Da ist es mit Blumen kaum getan. Warum also nicht gleich ein eigenes Stadion? Gesagt, getan, dachte sich Erich Leichner, Bürgermeister von Herne – und kaufe den Namen für ein Jahr.

Erich Leichner, Bürgermeister der Stadt Herne zusammen mit seiner Ehefrau Livia. Foto: Caroline Seidel/dpa

Die Idee dazu stammt eigentlich vom Ex-Bundespräsidenten Helmut Rau. Er soll auf die Frage, ob Fußballstadien nicht auch mal nach Frauen benannt werden sollten, zurückgefragt haben:

Und wie sollen wir das denn nennen? Dem Ernst Kuzorra seine Frau ihr Stadion?“

Helmut Rau, Ex-Bundespräsident

Ernst Kuzorra spielte in den 1920er bis 1940er Jahren ausschließlich für Schalke 04. 1935 war er außerdem für einige Wochen Trainer – ausgerechnet beim Erzrivalen Borussia Dortmund.

Nach dem Tod von Rudi Assauer hatten Schalke-Fans gefordert, die Veltins-Arena in „Rudi-Assauer-Arena“ umzubenennen.

Bürgermeister seine Frau schwankt zwischen Freude und Enttäuschung

Livia Leichner, seit Donnerstag (1. August) Namensgeberin des Stadions der Sportfreunde Wanne-Eickel, weiß noch nicht, ob sie die Aktion gut finden soll: „Ich schwanke noch zwischen ‚Da hatte mein Mann wohl keine Lust sich was Vernünftiges zu meinem Sechzigsten auszudenken‘ und ‚So kann ich wenigstens was Gutes tun.“

Denn die Namensänderung hat sich der Verein mit einer vierstelligen Summe bezahlen lassen. Sie soll in die Jugendarbeit fließen. Außerdem hofft Livia Leichner, dass damit ein Teil des Scheinwerferlichts auf den Frauenfußball geworfen wird. Mit Material der dpa