Herne: Polizei durchsucht Wohnungen nach Krawallen bei Kurden-Demo

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Wegen einer Massenschlägerei in Herne zwischen Kurden und Türken musste die Polizei anrücken. Foto: Wtvnews/WTVnews/dpa

Nach Ausschreitungen bei einer Kurden-Demo in Herne hat die Polizei Bochum nun mehrere Wohnungen durchsucht. Es gibt zehn Tatverdächtige.

Nach Ausschreitungen bei einer Kurden-Demo in Herne hat die Polizei Bochum nun mehrere Wohnungen durchsucht.

  • Mitte Oktober habe in Herne Kurden gegen die Militäroffensive in Syrien demonstriert.
  • An einer Trinkhalle kam es zu Ausschreitungen und Schlägereien.
  • Jetzt hat die Polizei Bochum die Wohnungen mehrerer Tatverdächtiger in Herne und Gelsenkirchen durchsucht.

Herne: Kurden und Türken gehen bei Demo mit Waffen aufeinander los

Sie waren mit Messern, Schlagstöcken und Ketten aufeinander losgegangen: Am Rande einer Demonstration von Kurden in Herne war es am 14. Oktober (Montag) zu Ausschreitungen gekommen.

Die Kurden-Demo richtete sich gegen die Syrien-Offensive des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Als der Aufzug mit rund 350 Personen an einer Trinkhalle und einem türkischen Café vorbeikam, eskalierte die Situation. Demnach soll eine Flasche auf die Teilnehmer der Kurden-Demo geworfen worden sein. Fünf Menschen wurden verletzt.

Nur eine Woche später gab es in Herne erneut eine Massenschlägerei mit 60 Beteiligten und mehreren Verletzten.

Polizei Bochum: Staatsschutz ermittelt nach Ausschreitungen in Herne

Seitdem ermittelt der Staatsschutz wegen Verdachts auf schweren Landfriedensbruch, Verstößen gegen das Waffengesetz und gefährlicher Körperverletzung. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Bochum am Mittwoch (6. November) mit.

Nun gab es Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnungen von insgesamt zehn Tatverdächtigen. Heute (6. November) gegen 6 Uhr durchsuchten Ermittler neun Wohnungen in Herne und eine in Gelsenkirchen.

Durchsuchungen in Herne: Gab es Absprachen vor den Krawallen?

Dabei hofften die Ermittler darauf, Smartphones und Speichermedien sicherstellen zu können. So soll geklärt werden, ob es vor den Krawallen zwischen Kurden und Türken Absprachen gegeben hat. Die Beweise werden nun ausgewertet.

Auch wenn die Ermittlungen nach den Ausschreitungen weiter andauern, sind Oberstaatsanwalt Ulrich Fritsche und Polizeipräsident Jörg Lukat zufrieden. Sie sagen: "Gewalttätige Auseinandersetzungen dieser Art haben auf unseren Straßen nichts zu suchen."

Kurden in mehreren Städten im Ruhrgebiet hatten Mitte Oktober gegen die Militäroffensive der Türkei protestiert. Mittlerweile kontrollieren die Türkei und Russland das Grenzgebiet im Norden von Syrien. Die Lage bleibt jedoch unübersichtlich.