Bild: Caroline Seidel/dpa

Ende August war in Herne eine Kobra entwischt. Nach tagelanger Suche wurde sie im Garten gefunden. Jetzt steht fest: Der Besitzer muss den Einsatz bezahlen.

  • Am Sonntag ist in Herne-Holthausen eine giftige Schlange aus einer Wohnung entkommen.
  • Nach tagelanger Suche fehlte von der Kobra jede Spur.
  • Am Freitag (30. August) wurde das Reptil endlich gefunden.

Update, Dienstag (10. September), 20.15 Uhr:

Nachdem erst unklar war, wer die Kosten für den mehrtägigen Schlangen-Einsatz übernimmt, stellt die Herne jetzt klar: „Der Schlangenhalter ist voll verantwortlich für die Geschehnisse rund um die Ende August entwischte Kobra. Es bestehen keine signifikanten Zweifel, dass die am 30. August wieder eingefangene Schlange aus dem Fundus des Hausbewohners stammt.“

Weiter heißt es: „Schon aufgrund der Tatsache, dass im weiteren Umfeld keine weiteren Schlangen gehalten werden, ist es unglaubwürdig anzunehmen, dass eine solche Schlange zufällig im Haus mit einer übermäßig großen Ansammlung – wie sie der Schlangenhalter hatte – auftritt, ohne aus dessen Bestand zu stammen.“

Bereits während des Einsatzes hatte der mutmaßliche Besitzer der Kobra, in dessen Wohnung noch weitere Giftschlangen gefunden wurden, immer wieder angegeben, die entflohene Kobra stamme nicht von ihm.

Dass das paradox ist, stellt die Stadt Herne nun klar und weist darauf hin, dass sie nun weitere Schritte unternehmen will, um die „absurden Behauptungen“ des Herners widerlegen zu können. Das gestalte sich aber aufgrund der Verweigerungshaltung des Mannes schwierig, da dieser den Zugang zu seiner Wohnung nicht erlaubt. Einen Durchsuchungsbeschluss hat die Stadt nicht.

Wie hoch die Kosten für den Einsatz letztendlich ausfallen werden, kann aktuell nicht gesagt werden. Die Beamten gehen aber von einer „mittleren fünfstelligen Summe“ aus. Sie wird dem Schlangenhalter in Rechnung gestellt.

Entwischte Kobra aus Herne endlich gefunden

Wie die Stadt Herne abschließend mitteilte, hat ein Mitarbeiter der Stadt Castrop-Rauxel die Schlange entdeckt. Bei Mäharbeiten hinter dem Haus, in dem die Kobra vermutet wurde, wurde sie offenbar aufgeschreckt.

Die Giftschlange konnte mit Hilfe von Brettern am Kellereingang isoliert werden, verkroch sich aber dann unter eine Steinplatte. Die Feuerwehr stemmte die Platte hoch und der Schlangenexperte stand im Keller, um die Schlange zu packen, was ihm dann auch gelang. Er konnte sie in einer Box sichern.

Die Schlange konnte unter einer Stufe am Kellereingang an einem der Häuser an der Bruchstraße in Herne eingefangen werden. Niemand wurde durch die Kobra verletzt. Die Bewohner der evakuierten Wohnhäuser, die über die Keller miteinander verbunden sind, konnten zurück.

Schlange verkroch sich unter einer Steinplatte

Stadtrat Johannes Chudziak erklärte bereits vor dem Auffinden des Reptils, dass Maßnahmen ergriffen wurden, „die den Bewohnern die Rückkehr ins Gebäude ermögliche.“

Mit Hilfe der Reptiliengruppe der Feuerwehr Düsseldorf habe man „sämtliche Kellerräume systematisch überprüft und alle Öffnungen durch die die Schlange hätte gelangen können abgedichtet sowie die Türen in die Obergeschosse schlangendicht verschlossen.“

Wie die Suche nach der vermissten Kobra ablief, könnt ihr übrigens hier chronologisch nachlesen:

Schlange seit mehreren Tagen verschwunden

Update, Freitag (30. August), 13.05 Uhr: Wie die Stadt Herne mitteilt, haben die Reptilien-Experten der Feuerwehr Düsseldorf ihren Einsatz vorerst beendet. Die Spezialkräfte waren am Mittwoch an den betroffenen Wohnhäusern angekommen, um die ortsansässige Feuerwehr bei der Kobra-Suche zu unterstützen.

Die Spezialisten haben die durchsuchten Räume abgedichtet. Ob die Häuser nun wirklich begast werden sollen, ist unklar. Im Laufe des Nachmittages wird die Stadt Herne der Öffentlichkeit vortragen, wie es weitergehen soll.

Die Giftschlange ist seit mittlerweile fünf Tagen verschwunden.

Bewohner aus Herne durften endlich zurück in ihre Wohnungen

Am Mittwochabend (28. August) durften die Anwohner der betroffenen Häuser erstmalig seit der Evakuierung am Sonntag zurück in ihre Wohnungen. Sie konnten Kleidung sowie wichtige Gegenstände holen.

Ob die Stadt Herne nun wirklich die Häuser begasen will, ist derzeit nicht bekannt. Für die Anwohner wäre dieser Schritt nur ein kleiner Lichtblick. Denn die Vorbereitungen würden rund zwei Wochen brauchen. Heißt: Sie könnten trotzdem erst mal nicht zurück in die eigenen vier Wände.

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