Stadt führt Großtestung durch

Corona-Mutation in Hamm: Fast 100 Tests - jede fünfte Person ist positiv

In Hamm im Ruhrgebiet hat es zu Beginn der Woche einen großen Corona-Einsatz gegeben. In der Stadt wurde der erste Fall der britischen Mutation B.1.1.7 nachgewiesen.

StadtHamm
Einwohner179.916 (2019)
Fläche226,3 km²

Corona-Mutation in Hamm nachgewiesen: mehrere Personen infiziert

Update, Donnerstag (18. Februar), 7.05 Uhr: Hamm - Nachdem in Hamm am Montag (15. Februar) insgesamt 98 Personen auf Corona getestet werden mussten, liegen nun 79 Testergebnisse vor. Wie Hamms Oberbürgermeister Marc Herter mitteilte, seien 20 Prozent der Tests positiv ausgefallen. Bedeutet: Jede fünfte Person ist mit dem Coronavirus infiziert.

So eine Quote habe es bisher selbst in Altenheimen nicht gegeben, so Herter weiter. In Hamm war am Montag bei einem Montagearbeiter die als höchst ansteckend geltende Corona-Variante B. 1.1.7 nachgewiesen worden. Er hatte offenbar Kontakt zu Kollegen aus mehreren Wohnhäusern in der Stadt.

Mann mit britischer Corona-Variante infiziert: 80 Menschen stehen unter Quarantäne

Bei den Testergebnissen ist allerdings noch nicht klar, ob es sich hier ebenfalls um die Mutation handelt. Die Ergebnisse dazu werden laut den Angaben der Stadt frühestens am Wochenende erwartet. Auch die Ergebnisse von 19 weiteren getesteten Personen stehen noch aus.

Update, Dienstag (16. Februar), 16.21 Uhr: Nach dem Nachweis der Coronavirus-Variante B.1.1.7 bei einem Mann bulgarischer Herkunft hat Hamms Oberbürgermeister Marc Herter (SPD) bei einer Pressekonferenz am heutigen Dienstag das weitere Vorgehen erläutert. In insgesamt vier Wohnhäusern wurden am Montagabend (15. Februar) 79 Bewohner auf Corona getestet.

In Hamm im Ruhrgebiet wurde erstmals die britische Corona-Variante nachgewiesen. Der Fall löste einen Großeinsatz aus.

Hamm: Britische Corona-Mutation nachgewiesen – Sicherheitsdienst bewacht Quarantäne von 80 Personen

Außerdem wurde an Ort und Stelle für 80 Personen die sofortige Quarantäne mit einem schriftlichen Bescheid angeordnet. Das betreffe auch die angetroffenen Personen, die nicht in den Häusern leben, wie die Stadt Hamm mitteilt. Die Einhaltung der Quarantäne wird seitdem überwacht. Zunächst übernahm die Polizei diese Aufgabe, seit Dienstag ein eigens beauftragter Sicherheitsdienst.

Die Kontrollen hätten zudem ergeben, dass keines der möglicherweise betroffenen Kinder in den letzten Tagen oder Wochen die Notbetreuung einer Schule oder Kita in Hamm besucht hat. Der mit der Corona-Mutation B.1.1.7 aus Großbritannien infizierte Mann sei gemeinsam mit seiner Frau in eine frei stehende Wohnung umquartiert worden. Gleiches gilt für eine Familie mit einem ebenfalls Corona-positiven Mitglied. Hier sei allerdings noch unklar, ob es sich um die britische Corona-Mutation handelt.

Hamms Oberbürgermeister Marc Herter informiert über das weitere Vorgehen in der Stadt.

Alle möglicherweise positiven Corona-Tests der Reihentestung werden auf die britische Corona-Mutation überprüft. Das wird voraussichtlich einige Tage in Anspruch nehmen. „Das ist im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger geschehen, ebenso aber auch im Interesse der Betroffenen selbst“, sagte Herter.

Britische Corona-Variante verbreitet sich im Ruhrgebiet: erster Fall in Hamm bestätigt

Erstmeldung, Dienstag (16. Februar), 8.13 Uhr: Die Corona-Variante B.1.1.7 aus Großbritannien hat das Ruhrgebiet bereits vor einigen Wochen erreicht. Aus Hamm wurde der erste Fall am Montagabend bekannt – ein Mann soll sich mit der Mutation des Virus infiziert haben.

„Seit heute liegt der Gesundheitsbehörde der Nachweis vor, dass es sich bei der Erkrankung um die hochinfektiöse Mutante des Coronavirus Covid-19 handelt“, hieß es am Montag in einer Mitteilung der Stadt Hamm.

Ein Mann bulgarischer Herkunft sei nach Informationen der Stadt mit Corona-Symptomen zum Arzt gegangen. Es stellte sich heraus, dass der Mann sich mit der britischen Corona-Variante infiziert hatte. Der Corona-Fall löste am Abend einen Großeinsatz aus (mehr Corona-News aus NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de).

Corona-Mutation in NRW: Fall von B.1.1.7 löst Großeinsatz in Hamm aus

Denn, wie die Bild berichtet, sollen im weiteren Tagesverlauf fünf weitere positive Ergebnisse aus dem Umfeld des Mannes gemeldet worden sein. Ob es sich dabei ebenfalls um die Mutation handelt, ist noch unklar. Die Stadt Hamm leitete daraufhin am Montagabend eine groß angelegte Corona-Testung ein. Insgesamt vier Wohnhäuser im Hammer Westen und in Bockum-Hövel waren betroffen.

Der Grund für die Serientestung: „Die Testung in den vier Wohnhäusern war notwendig geworden, weil es sich bei dem positiv Getesteten um einen Bauarbeiter auf Montage handelt, der mit sehr großer Wahrscheinlichkeit Kontakte zu Kollegen hatte, die in den anderen Hammer Immobilien wohnen“, teilte die Stadt mit.

Große Corona-Testung in Hamm: Mehrere Wohnhäuser stehen unter Quarantäne

„Zur Gefahrenabwehr hat der Krisenstab unter meiner Leitung unverzüglich geeignete Maßnahmen beschlossen“, so Oberbürgermeister Marc Herter am Montagabend. Von der großen Corona-Test-Aktion in Hamm seien laut den Angaben des Westfälischen Anzeigers* und der Bild 140 bzw. 130 Personen betroffen.

Mit Unterstützung von Dolmetschern und einer Hundertschaft der Polizei nahmen Mitarbeiter des Gesundheitsamts in Vollschutz bekldeidet Proben von möglichen Kontaktpersonen, berichtet die Bild.

Video: Immunologe warnt: Inzidenz von 35 wegen Corona-Mutation fraglich

Außerdem wurde an Ort und Stelle die sofortige Quarantäne mit einem schriftlichen Bescheid angeordnet. Die Einhaltung der Quarantäne werde seitdem überwacht, hieß es vonseiten der Stadt weiter.

Britische Corona-Mutation in Hamm bestätigt: „Ausbreitung unbedingt verhindern“

„Die britische Mutante des Corona-Virus ist hochansteckend. Um die Ausbreitung zu verhindern, waren diese Maßnahmen das Gebot der Stunde“, sagte OB Herter.

Weil es sich bei dem Corona-Infizierten um einen Montagearbeiter handelt, habe der Arbeitsschutz der Bezirksregierung Arnsberg die Testungen, die wohl bis in die Nacht hinein andauerten, begleitet. Die betroffenen Arbeitsstätten sollen informiert werden, sobald weitere Erkenntnisse vorliegen. *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Bernd Thissen/dpa

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