Brennpunkt-Viertel

Ruhrgebiet: Kinder werfen Pflastersteine auf Busse? Verkehrsbetrieb klärt auf

Eine Straße in Hagen.
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In Hagen gab es Probleme auf einer Busline. Ein Sprecher der Verkehrsbetriebe klärt auf.

In der Ruhrgebietsstadt Hagen würden Kinder regelmäßig Busse attackieren. Es wird von Würfen mit Pflastersteinen und Eisenstangen berichtet.

Hagen – Busfahrer in Hagen in NRW müssen sich aktuell nicht nur mit den Corona-Regeln oder aufmüpfigen Fahrgästen herumschlagen. In einer Straße würden Kinder und Jugendliche die Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs regelmäßig angreifen.

StadtHagen
EinwohnerErik O. Schulz
Bürgermeister188.814

Hagen: Tumulte in der Ruhrgebietsstadt – Angriffe auf Busse in Brennpunkt-Viertel

Es seien, wie die Bild schreibt, verschiedene Gegenstände auf die Busse in der Wehringhauser Straße geflogen. Diese Straße gilt als Brennpunkt-Viertel in der Ruhrgebietsstadt Hagen (alle Blaulicht-News aus dem Ruhrgebiet bei RUHR24).

Busfahrer würden über skurrile Szenen berichten. Zunächst würden die Kinder auf der Straße spielen. Man schieße Fußbälle auf die Busse, spanne Seile über die Straße. Brutal: Auch Pflastersteine und Eisenstangen seien schon gegen die Busse geschleudert worden.

Bei einem Vorfall habe ein unbekanntes Kind oder Jugendlicher einen Tischtennisschläger in ein auf Kipp gestelltes Fenster geworfen und einen Fahrgast getroffen.

Hagen: Verkehrsbetrieb leitet Busse in Brennpunkt-Viertel um – allerdings nur einmalig

Laut Bild hätte die Hagener Straßenbahn AG (HST) reagiert und die Busse umgeleitet. Eine Haltestelle würde nicht mehr angefahren werden. 64 Busse würden umgeleitet werden.

Doch stimmt das alles? Auf Anfrage von RUHR24 klärt HST-Pressesprecher Dirk Thorbow die Lage in der Ruhrgebietsstadt Hagen im Brennpunkt-Viertel Wehringhauser Straße auf: „Es ist durch Medienberichte der Eindruck einer extremen Situation erweckt worden. Das kann ich aber nicht so bestätigen.“

Es hat, bestätigt der HST-Sprecher gegenüber RUHR24, Vorfälle gegeben. Kinder seien auf die Straße gelaufen oder haben gegen den stehenden Bus getreten. „Aber Eisenstangen oder über die Straße gespannte Seile – das kann ich nicht bestätigen!“ Man habe daraufhin am 12. Mai Umleitungen gefahren. Allerdings nur für einen Tag.

Hagen: Sprecher der HST klärt über Situation in Brennpunkt-Viertel auf – „Kann ich nicht bestätigen!“

„Ich mahne zur Vorsicht. Wir behalten die Situation im Auge. Auch mit der Polizei“, sagt Dirk Thorbow, der natürlich auch die Busfahrer verstehen kann, die aufgrund der auf die Straße laufenden Kinder Sorgen hätten. Niemand wolle ein Kind anfahren oder durch eine Vollbremsung die Fahrgäste verletzten. Die Situation sei für die Busfahrer schon erschwerend.

In Hagens Nachbarstadt Bochum öffnet das Einkaufszentrum Ruhr Park im Zuge der Lockerungen mehrere Geschäfte. Es gilt weiterhin die Testpflicht, bei einigen Ausnahmen.

Kurios: Laut Bild würde die Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr (VER) das Brennpunkt-Viertel in Hagen nach einem Unfall mit einem Kind (5) nicht mehr anfahren. Auf Anfrage von RUHR24 konnte Pressesprecherin Sandra Bruns das nicht bestätigen. „Unsere Fahrzeuge fahren schon seit mehreren Jahren dort nicht mehr lang. Das hat allerdings planerische Gründe gehabt und hatte nichts mit einem Unfall zu tun.“

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