Abstimmung mit Landesregierung

Corona-Hotspot im Ruhrgebiet: Hagen verschärft mehrere Regeln

Coronavirus Hagen
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Der Inzidenzwert in Hagen liegt seit mehreren Tagen über 200.

Hagen ist aktuell die einzige Stadt in NRW, mit einem Inzidenzwert der über 200 liegt. Im Corona-Hotspot hat man deshalb die Regeln verschärft. Was ab jetzt gilt.

Update, Montag (1. Februar), 7 Uhr: Hagen – Die neuen Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Hagen gelten ab Montag (1. Februar 2021). Das hat die Stadt am Sonntag (31. Januar) bekannt gegeben. Am Sonntag lag der Inzidenzwert in der Stadt Hagen bei 217,8 – es war der fünfte Tag in Folge mit einer Inzidenz von über 200.

Die neuen Corona-Regeln sind mit dem NRW-Gesundheitsministerium abgestimmt und wurden auf der Krisensitzung am vergangenen Donnerstag (28. Januar) diskutiert. Sie sind in der Allgemeinverordnung geregelt.

Erstmeldung, Freitag (29. Januar): Die Entwicklung der Coronavirus-Fallzahlen in Nordrhein-Westfalen macht weiter Hoffnung. Am Freitag (29. Januar) meldet das Landesgesundheitszentrum 2.751 Neuinfektionen mit SARS-CoV-2. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt mit den neuen Zahlen um 3,1 auf 89,9. Sie liegt damit unter dem bundesweiten Schnitt, den das RKI am Freitag mit 94,4 ausweist.

StadtHagen
BundeslandNordrhein-Westfalen
RegierungsbezirkArnsberg
OberbürgermeisterErik O. Schulz (parteilos)

Corona-Hotspot Hagen: Stadt stimmt mit NRW-Gesundheitsministerium neue Regeln ab

Allerdings gibt es in NRW ein neues Sorgenkind: Die Stadt Hagen ist mit einem Inzidenzwert von 213,1 aktuell der einzige Corona-Hotspot im bevölkerungsreichsten Bundesland. Im Vergleich zu Donnerstag (28. Januar) ist der Wert erneut gestiegen (alle Entwicklungen zum Coronavirus im NRW-Ticker auf RUHR24.de).

Oberbürgermeister Erik O. Schulz leitet den Corona-Krisenstab der Stadt Hagen.

Die Stadt Hagen hat bereits am Donnerstagabend auf den Anstieg der Fallzahlen reagiert und in einer mehrstündigen Sitzung einen neuen Maßnahmen-Katalog entworfen. Das Gesundheitsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen will darüber am Freitag entscheiden. Folgende Corona-Regeln sollen in Hagen über die gültige Coronaschutzverordnung hinaus in Kraft treten:

  • 7-Tage-Isolation bei Neuaufnahme oder der Verlegung aus dem Krankenhaus in Pflegeheime
  • FFP2-Maskenpflicht für Pflegepersonal und Betreuer (dazu zählen die Voll- und Teilzeitpflege, ambulante Pflegedienste, Beschäftigte in besonderen Wohnformen – etwa Wohnheime für Menschen mit Behinderung)
  • Ausweitung der Tests in Werkstätten für Menschen mit Behinderung
  • Maskenpflicht rund um den Hauptbahnhof (Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes montags bis samstags zwischen 7 und 22 Uhr auf dem Berliner Platz, Graf-von-Galen-Ring von Bahnhofstraße bis Martin-Luther-Straße, Bahnhofstraße von Graf-von-Galen-Ring bis Stresemannstraße)
  • Maskenpflicht für Bedienstete im Einzelhandel (unabhängig von Mindestabstand und Glasscheiben)
  • Begrenzung der Teilnehmer an Trauerfeiern auf 30

Hagen: Keine Ausgangssperren und 15-Kilometer-Regel im einzigen Corona-Hotspot in NRW

Eine nächtliche Ausgangssperre oder das Verhängen der umstrittenen 15-Kilometer-Regel plant die Stadt Hagen gegenwärtig nicht. „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass diese Maßnahmen bezüglich des aktuellen Pandemiegeschehens in Hagen keine Wirkung entfalten werden. Gleichwohl werden wir beide Maßnahmen auch noch einmal mit dem Land erörtern“, sagt der parteilose Oberbürgermeister Erik. O. Schulz (55).

Video: Armin Laschet im NRW-Landtag – dritte Corona-Welle unbedingt verhindern

Die Stadt Hagen betont in diesem Zusammenhang die Auswirkungen der unterschiedlichen Testverhalten in den Kommunen und Kreisen auf den Inzidenzwert. Das Hagener Gesundheitsamt teste sehr gründlich, enge Kontaktpersonen würden beispielsweise zweimal getestet, damit spätere Infektionen nicht unerkannt bleiben (alle News zum Coronavirus in NRW auf RUHR24.de).

„Wir begrüßen das Signal seitens der Bezirksregierung sehr, das unterschiedliche Testverhalten in den Städten beleuchten zu wollen, um so deutliche Unterschiede bei den Inzidenzwerten erklären zu können“, so Oberbürgermeister Schulz.

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