Gefährliche Substanz

Paketbote verletzt: Ätzender Paket-Inhalt löst Großeinsatz der Feuerwehr aus

Ätzender Paket-Inhalt löst Großeinsatz der Feuerwehr in Gelsenkirchen aus
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Ätzender Paket-Inhalt löst Großeinsatz der Feuerwehr in Gelsenkirchen aus

Bei der Auslieferung bemerkte ein Paketbote in Gelsenkirchen, dass mit einem Paket etwas nicht stimmte. Er rief die Feuerwehr und musste ins Krankenhaus. 

  • Ein Paket hat in Gelsenkirchen am Samstag (29. Februar) einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst.
  • Ein Paketbote hatte einen gefährlichen Stoff in einem Paket bemerkt. 
  • Der Mitarbeiter wurde bei dem Vorfall verletzt.

Gelsenkirchen - Für einen Paketboten in Gelsenkirchen sah am Samstag (29. Februar) zunächst alles nach einem ganz normalen Arbeitstag aus - bis er bemerkte, dass mit einem seiner Pakete etwas nicht zu stimmen schien. Es trat Flüssigkeit aus. Er alarmierte umgehend die Feuerwehr in Gelsenkirchen.

Paket löst Großeinsatz der Feuerwehr in Gelsenkirchen aus

Die undichte Stelle an dem Paket sei dem Mitarbeiter des Lieferdienstes etwa gegen 10 Uhr aufgefallen, heißt es in der Mitteilung der Feuerwehr Gelsenkirchen. Er hatte bemerkt, dass Flüssigkeit aus der Postsendung austrat - und das war ihm offensichtlich nicht ganz geheuer.

Denn das Paket war als Gefahrgut mit Inhalt Chlordioxid in 0,3%-iger Lösung gekennzeichnet. Dabei handelt es sich um einen Stoff, der grundsätzlich als sehr giftig, ätzend, umweltschädlich und brandfördernd eingestuft wird. Das war dem Paketboten in Gelsenkirchen wohl bekannt, weshalb er lieber die Feuerwehr alarmierte.

Gelsenkirchen: Gefahrgut-Einsatz für die Feuerwehr 

Die Feuerwehr Gelsenkirchen rückte auch umgehend mit einem großen Einsatzkommando an. Insgesamt waren sie mit sieben Fahrzeugen und 18 Mann inklusive einer Gefahrgutsonderaussattung an der Einsatzstelle. 

Die Feuerwehr Gelsenkirchen entsorgte das Paket sachkundig.

Mit Schutzausrüstung ausgestattet, verpackten die Einsatzkräfte der Feuerwehr das Paket in entsprechende Foliensäcke und für solche Fälle vorgesehenen Behälter. Sicher verstaut, wurde das Paket dann für die fachkundige Entsorgung abtransportiert. 

Paketbote aus Gelsenkirchen durch gefährlichen Inhalt des Pakets verletzt

Im Großen und Ganzen nahm die Sache ein gutes und glimpfliches Ende - außer für den Paketboten selbst. Der musste vor Ort noch von einem Notarzt untersucht und im Anschluss mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus transportiert werden. Er zog sich bei dem Vorfall mit dem ätzenden Inhalt in dem Paket leichte Verletzungen zu.

Sein Dienstfahrzeug wurde von der Feuerwehr, die erst am späten Dienstagabend zu einem heftigen Brand in einer Gewürzfabrik in Gelsenkirchen ausrücken musste, mit einem Bindemittel gereinigt, sodass auch hier keine Gefahr mehr bestand. Insgesamt waren die Einsatzkräfte rund 90 Minuten im Einsatz, bevor wieder alle Spuren des Gefahrgutes in dem Paket beseitigt waren. 

Etwas länger dauerte der Einsatz in einer anderen Ruhrgebiets-Stadt. Ein Großbrand in einem Baumarkt in Herten im Kreis Recklinghausen hielt die Feuerwehr nur einen Tag später stundenlang auf Trab. Das Ausmaß der Flammen war so groß, dass es sogar eine Warnmeldung für die betroffenen Anwohner gab. Sie wurden darauf hingewiesen, alle Türen und Fenster aufgrund der enormen Rauchgasentwicklung geschlossen zu halten und nicht vor die Tür zu gehen. 

Gelsenkirchen: Paket-Inhalt kann als Desinfektionsmittel verwendet werden

Der Empfänger des Pakets muss wohl aber noch eine Weile auf seine Zulieferung warten. Denn Chlordioxid kann verdünnt zur Trinkwasseraufbereitung und als Desinfektionsmittel verwendet werden. 

Gerade Desinfektionsmittel ist in letzter Zeit aufgrund des Coronavirus vielerorts ausverkauft. Im Internet hingegen wird es völlig überteuert an den Mann gebracht. Und das, obwohl nur wenige Desinfektionsmittel wirklich einen Schutz vor dem neuartigen Erreger bieten. Was der Empfänger jedoch mit dem Mittel vorhatte, ist unklar. 

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