Gasometer Oberhausen im Ruhrgebiet schließt für ein Jahr - das passiert jetzt am Koloss

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Der Gasometer in Oberhausen bekommt einen neuen Außenanstrich, weil die Hülle des Giganten von Rost befallen ist. Foto: dpa

Eine der bekanntesten Landmarken im Ruhrgebiet - der Gasometer in Oberhausen - macht ein Jahr lang dicht. Der Bau muss aufwendig saniert werden. Mehr lesen!

Eine der bekanntesten Landmarken im Ruhrgebiet - der Gasometer in Oberhausen - macht ein Jahr lang dicht. Der Bau muss aufwendig saniert werden.

  • Eine der größten Touristen-Attraktionen im Ruhrgebiet muss demnächst für ein Jahr schließen.
  • Der Gasometer muss an seiner Hülle saniert werden.
  • Seit 25 Jahren ist das Industriedenkmal in Oberhausen für Ausstellungen mit Dimension bekannt.

Gasometer Oberhausen schließt für ein Jahr

Der Gasometer in Oberhausen bekommt einen neuen Außenanstrich. Der Grund: Die Hülle des Giganten ist von Rost befallen. Die alte Farbe werde in den nächsten Monaten abgetragen und ein neuer Korrosionsschutz aufgebracht, sagte ein Sprecher am Freitag (25. Oktober).

Dazu muss Europas einst größter und 117 Meter hoher Gasspeicher aufwendig eingerüstet werden. Bitter für alle Besucher: Die "Blechdose" muss während der Arbeiten für rund ein Jahr geschlossen werden. Dabei ist der Koloss für Oberhausen und das Ruhrgebiet ein wichtiger Anziehungspunkt für Touristen.

Gasometer ist eine Touristen-Attraktion

Immerhin ist der Gasometer die höchste Ausstellungs- und Veranstaltungshalle Europas, zeigt regelmäßig massentaugliche Ausstellungen. Und nicht zuletzt die Aussicht vom Dach hinunter auf das Ruhrgebiet verzückt viele Besucher, die auch über die vielen Radrouten durchs Ruhrgebiet zum Giganten an den Rhein-Herne-Kanal kommen.

Viel Zeit bleibt Interessierten nicht mehr, bis der Gasometer dicht macht. Nur noch bis kommenden Sonntag (27. Oktober) ist die aktuelle Ausstellung "Der Berg ruft" über die Faszination der Bergwelt zu sehen.

14,5 Millionen Euro fließen in das Gebäude in Oberhausen

Die Außenhaut des 90 Jahre alten Industriegebäudes, das sich im Besitz der Stadt Oberhausen befindet, ist der größte Teil der Sanierungsarbeiten. Den Angaben nach sollen die Arbeiten insgesamt 14,5 Millionen Euro kosten und unter anderem von Bund, dem Regionalverband Ruhr (RVR) und dem Land Nordrhein-Westfalen getragen werden.

Doch nicht nur die Außenhülle wird jetzt einer Frischzellenkur unterzogen. Zusätzlich wird das Fundament des riesigen Scheibengasbehälters neu gegossen. Bis Ende 2020 würden der Gasometer und das Gelände um ihn herum daher zur Großbaustelle, hieß es.

Im Frühjahr 2021 soll dann eine neue Ausstellung aufgebaut werden. Welches Thema sie hat, sei noch nicht spruchreif, sagte Sprecher Thomas Machoczek gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Ausstellungen finden im Gasometer statt

Seit 25 Jahren ist das Industriedenkmal für Ausstellungen mit Dimension bekannt. Künstler wie Christo nutzten den tonnenartigen Bau für ihre Kunst. Er baute 1999 mit seiner Frau Jeanne-Claude in dem 7000 Quadratmeter großen Innenraum "The Wall" aus 13.000 bunten Ölfässern auf.

14 Jahre später schuf er mit seinem 90 Meter hohen Luftpaket "Big Air Package" die bis dahin größte Innenraumskulptur der Welt. Der Gasometer nahm bereits einen riesigen Mond, ein ganzes Weltall, eine Erdkugel und einen 43 Meter hohen Regenwaldbaum auf.

Bis Sonntag hängt ein 17 Meter hohes Matterhorn kopfüber in dem Ausstellungsbauch über einem Spiegel am Boden. Besucher können so aus der Vogelperspektive auf die Nachbildung des berühmten Schweizer Berges blicken.