Sommer-Saison beginnt

Startschuss für die Freibäder in NRW! Im Ruhrgebiet bleiben viele geschlossen - doch Bochum plant baldige Öffnung

In NRW fällt heute der Startschuss für die Freibad-Saison! Doch nur die wenigsten Bäder öffnen jetzt tatsächlich. Im Ruhrgebiet macht ein Bad die Ausnahme.

  • Freibäder in NRW dürfen ab heute (20. Mai) wieder öffnen.
  • Für Betreiber und Badegäste gelten allerdings strenge Regeln.
  • Nur wenige Bäder in NRW schaffen es nach der langen Coronavirus-Pause jetzt so schnell wieder zu öffnen.

Update, Mittwoch (20. Mai), 12 Uhr: Dortmund/Bochum - In Bochum steht nun ein Termin für die Wiedereröffnung der Freibäder fest - und so lange müssen sich die Bochumer gar nicht mehr gedulden: Die Freibäder in Hofstede und Langendreer sollen bereits zum 9. Juni wieder öffnen. Das Wellenfreibad Südfeldmark und das Freibad Linden sollen ihren Betrieb zum 24. Juni wieder aufnehmen. So steht einer Erfrischung bei einer Hitzewelle nicht mehr im Wege.

Erstmeldung, Dienstag (19. Mai), 11.30 Uhr: Die Nachricht kam überraschend: Freibäder dürfen wieder öffnen. Und zwar schon ab heute (20 . Mai). Allerdings gelten auch in den Freibädern aufgrund des Coronavirus (alle Infos im NRW-Live-Ticker) strenge Schutzmaßnahmen. Welche Bestimmungen genau gelten, erfuhren die Badbetreiber aber erst kurz vorher. Schon am Mittwoch unter diesen Auflagen zu öffnen? Für viele utopisch.

Dortmund: Startschuss für Freibäder kam überraschend

Freitagnacht (15. Mai), so erzählt es Jörg Husemann, Geschäftsführer der Sportwelt Dortmund, seien die Bestimmungen des NRW-Gesundheitsministeriums zur Wiedereröffnung der Freibäder in seinem Postfach gelandet. Auf Nachfrage der RUHR24-Redaktion, welches der Freibäder in Dortmund denn nun am Mittwoch (20. Mai) öffnen könne, gibt so auch eine klare Antwort: Keins.

"Natürlich versuchen wir eine Umsetzung der Bestimmungen zu ermöglichen", erklärt Husemann, doch so schnell sei das nicht machbar. Selbst auf Spekulationen über einen möglichen Zeitpunkt, wann die Freibäder in Dortmund - wie etwa das Volksbad - wieder eröffnen, möchte sich der Geschäftsführer der Sportwelt derzeit nicht einlassen. 

"Am Montag tagt ein Krisenstab. Da werden wir darüber beraten, was wie machbar ist. Frühestens im Anschluss daran laufen Gespräche, über einen möglichen Öffnungstermin", so Husemann. Denn auch im Bad müssen Abstandsregeln eingehalten und der Infektionsschutz sichergestellt werden.

Freibäder in Dortmund öffnen noch nicht

In Dortmund wird es also noch eine Weile dauern, bis das Froschloch oder das Freibad Volkspark tatsächlich wieder öffnen dürfen. Denn neben der Erarbeitung eines Konzepts zum Infektionsschutz müsste beispielsweise auch das Wasser wie nach jeder langen Pause gereinigt werden. "Es ist einfach eine gewisse Vorlaufzeit nötig."

In Bochum sieht es nicht anders aus. Auch in dieser Ruhrgebietsstadt öffnet keins der Freibäder schon morgen. "Die Vorbereitungen laufen jetzt zwar, doch die dauern mindestens vier Wochen", gibt eine Sprecherin der Wasserwelten Bochum zu bedenken. 

"Morgen zu öffnen: das ist reine Utopie." Auch weil im Vorfeld der Ankündigung durch die Landesregierung keiner mal bei den Bädern angefragt hätte: "Seid ihr überhaupt in der Lage zu öffnen?"

Freibad-Betrieb in kleinen Zeitfenstern in Düsseldorf

Die wenigen Bäder, die nun so schnell wieder öffnen, so die Sprecherin, könnten das vermutlich nur, weil sie auf eine baldige Wiedereröffnung spekuliert haben könnten, und die Vorbereitungen bereits vor Wochen gestartet haben. So wie Düsseldorfs größtes Freibad, das "Strandbad Lörick" oder das Freibad Coburg in Münster.

Das Düsseldorfer Freibad  Strandbad Lörick bereitet die Öffnung nach Coronavirus-Pause vor.

In Düsseldorf müssen sich Gäste vor dem Betreten des Bades online registrieren. Am Eingang werden neben Namen und Adresse des Besuchers außerdem noch die Uhrzeit registriert, wann der Gast das Bad betritt. Geöffnet ist das Bad in drei Zeitfenstern für Frühschwimmer, Familien und Afterwork-Schwimmer. Dazwischen wird es für je eine Stunde geschlossen, um es zu reinigen und zu desinfizieren. 

Am Wochenende werden es nur zwei Zeitfenster sein. Der Mindestabstand von 1,50 Meter gilt außerdem - auch im Wasser.

Freibäder im Ruhrgebiet: Recklinghausen startet nach Corona-Lockdown

Doch Menschen aus dem Ruhrgebiet, die die Sehnsucht nach Wasser plagt, müssen nicht unbedingt bis nach Düsseldorf fahren, um schwimmen gehen zu können. Auch das Naturfreibad Suderwich in Recklinghausen öffnet am Donnerstag (21. Mai) um 9 Uhr das Nichtschwimmerbecken. Es folgen die Mollbeck (ab Samstag, 23. Mai, ab 7 Uhr) und das Südbad (ab Samstag, 30. Mai, ab 7 Uhr) mit den Sportbecken. Außerdem bleibt noch die Abkühlung im Kanal - aber gerade beim Baden im Kanal warnt die Polizei vor einer nicht ganz ungefährlichen Sache.

Dabei gelten auch hier für Freibäder äußerst ungewöhnliche Regeln: Der Besuch des Freibads ist nur stundenweise und nach telefonischer Anmeldung für jeweils für 90 Minuten erlaubt. Auch wird nur eine kleine Anzahl an Besuchern ins Bad gelassen. 

Bochum: Keine Vorbereitung auf Wiedereröffnung der Freibäder wegen der Umwelt

In Bochum entschied man sich gegen eine Vorbereitung der Bäder, ohne einen konkreten Termin der Wiedereröffnung zu kennen. Denn hätte es nun keinen Startschuss für die Freibadsaison aufgrund des Infektionsgeschehens gegeben, wäre die Reinigung und Befüllung der Becken "eine ziemliche Verschwendung im Sinne des Umweltschutzes" gewesen, so die Sprecherin der Wasserwelten Bochum. Man hoffe daher nun Mitte Juni wieder öffnen zu können.

In Dortmund gibt Jörg Husemann zudem zu bedenken, dass die Freibadsaison im Coronavirus-Jahr 2020 mit Sicherheit ganz anders aussehen wird, als im letzten Jahr: "Das wird kein munterer Badebetrieb sein wie 2019."

Rubriklistenbild: © Fotos: Ina Fassbender/Maja Hitij/dpa; Collage: RUHR24