Hitze ist da

Freibad-Chaos am Wochenende droht in NRW

Am Wochenende sind in NRW über 35 Grad angesagt. Abkühlung im Freibad ist aber kaum möglich. Bäder in Bochum und Dortmund sind ausgebucht.

  • Am Wochenende werden in NRW über 35 Grad und Sonne satt erwartet.
  • Perfektes Freibad-Wetter, doch die Badeanstalten im Ruhrgebiet sind ausgebucht.
  • Schuld daran ist das Coronavirus – doch welche Alternativen gibt es?

Ruhrgebiet/Dortmund – Das Ende der Sommerferien steht in NRW bevor und für die Schüler könnte es wettertechnisch nicht besser laufen: weit über 30 Grad und Sonne* satt. Perfektes Freibad-Wetter sozusagen. Wäre da nicht das Coronavirus, berichtet RUHR24.de*.

Region

Ruhrgebiet

Bundesland

Nordrhein-Westfalen (NRW)

Städte

Dortmund, Essen, Bochum, Recklinghausen, Herne

Einwohner

5.111.530 (31. Dezember 2018)

Freibäder im Ruhrgebiet haben wegen des Coronavirus weniger Kapazitäten

"Wir bitten Sie, vorab ein Ticket zu reservieren und die Kapazitäten vorab zu prüfen" – Sätze wie diese liest man aktuell auf den Websites der Freibäder immer häufiger.

Der Grund: das Coronavirus. Aufgrund verstärkter Hygienemaßnahmen kann nur noch eine bestimmte Anzahl an Personen ins Freibad*. Und die müssen auch noch ausreichend Abstand zueinander halten. Heißt im Umkehrschluss: Nicht alle, die wollen, können schwimmen gehen. Oder anders ausgedrückt: Wer zuerst kommt, mahlt (schwimmt) zuerst. 

Hitze am Wochenende in NRW: Schwimmen im Freibad wird im Ruhrgebiet zum Problem

Gerade an besonders heißen Tagen, wie es aktuell in NRW am kommenden Wochenende der Fall ist, kann die Regelung zum Problem werden. Denn spontan schwimmen gehen oder gar mit mehreren Personen, ist dann nicht mehr möglich.

Bereits am Freitagmittag (Stand 15 Uhr) sind die Online-Tickets vielerorts ausgebucht. So zum Beispiel im Volksbad in Dortmund. Wer dort am Samstag (8. August) oder Sonntag (9. August) noch schwimmen gehen möchte, hat Pech gehabt. 

Schwimmen im Freibad in Bochum – keine Tickets mehr für das kommende Wochenende trotz Hitze

Ähnlich sieht es in den Freibädern in Bochum aus. In Langendreer beispielsweise gibt es für das kommende Wochenende keine Tickets mehr. In Hofstede und Linden gibt es am Freitag nur noch vereinzelte Karten

Das Problem in Bochum: Wer ein Ticket fürs Freibad reservieren möchte, kann dies frühestens 48 Stunden vor dem geplanten Besuch machen. Eine Buchung mit ausreichend Vorlauf ist daher unmöglich. 

Schwimmen gehen im Ruhrgebiet am Wochenende – die Alternativen zum Freibad bei Hitze

Was bleibt also? Freibad-Fans haben am kommenden Wochenende nur wenige Möglichkeiten. Eine von ihnen: Auf Freibäder in kleineren NRW-Städten umsteigen und "unbeliebte" Uhrzeiten wählen. 

Wegen des Coronavirus gelten in diesem Sommer strenge Hygieneregeln im Freibad. Trotz Hitze am kommenden Wochenende.

In Kamen zum Beispiel gibt es am Freitagmittag (Stand 13 Uhr) noch viele freie Tickets für Samstag und Sonntag. Allerdings nur in den Morgenstunden von 8 bis 13 Uhr. Danach ist alles ausgebucht.

Freibad in Essen: Schwimmen gehen am Wochenende ohne Reservierung möglich

Eine andere Möglichkeit: Freibäder raussuchen, die trotz Corona noch ohne Reservierungen arbeiten. Die Suche danach kann allerdings ziemlich mühselig werden. Denn es gibt im Ruhrgebiet und NRW keine einheitliche Regelung für Schwimmanstalten. Wichtig dabei ist es laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), dass die Badegäste zur Abkühlung vom Hitze-Sommer in NRW nicht in Seen und Kanälen leichtsinnig in Gefahr begeben.

Das Grugabad in Essen zum Beispiel arbeitet aktuell noch ohne die sogenannten "E-Tickets". "Es gibt keine (Online-)Reservierung, bitte kommen Sie einfach während der Öffnungszeiten vorbei. Es dürfen immer maximal 1.500 Personen im Grugabad sein. Richten Sie sich ggf. auf Wartezeiten ein", heißt es auf der Website des Freibades. Geöffnet ist am Wochenende von 10 bis 18 Uhr.

Freibäder ohne Reservierung: Bei Hitze am Wochenende droht Chaos

Das Problem bei Freibädern ohne Reservierung: Der Andrang könnte, gerade bei über 35 Grad und Sonne satt, enorm sein. Im schlimmsten Fall bekommt man keinen Einlass ins Bad.

Man sollte sich vorab also genau überlegen, ob man noch einen Platz bekommt oder nicht. Tipp: Besonders früh da sein oder vorher anrufen. 

Schwimmen gehen im See – eine echte Gefahr und keine Alternative zum Freibad

Schwimmen in nicht ausgewiesenen Badeseen sollte übrigens nicht als Alternative zum Freibad* gesehen werden. Gefährliche Strudel oder Strömungen können selbst erfahrenen Schwimmern zum Verhängnis werden. Und Bademeister gibt es dort auch keine. Das erste Augustwochenende hat mit zwei Vermissten, zwei Toten und zum Glück zwei geretteten Personen gezeigt*, wie gefährlich Freigewässer sind. 

Auch Anfang Juli kam es in NRW zu einem tödlichen Badeunfall, bei dem ein erst elfjähriges Mädchen* ums Leben kam. Spaziergänger entdeckten ihren leblosen Körper im Wasser und riefen den Notruf. Am Ende kam jede Hilfe zu spät. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Marcel Kusch/dpa

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